Werder verliert auch Test in Leipzig

Profis
Dienstag, 23.07.2013 // 20:10 Uhr

Und es hat wieder nicht gereicht! Trotz starker erster Halbzeit verloren die Grün-Weißen auch das vierte Testspiel in Folge. Bei gefühlter „Sahara-Hitze" musste sich der SV ...

Und es hat wieder nicht gereicht! Trotz starker erster Halbzeit verloren die Grün-Weißen auch das vierte Testspiel in Folge. Bei gefühlter „Sahara-Hitze" musste sich der SV Werder am Dienstagabend mit 1:2 RB Leipzig geschlagen geben. Vor 8.700 Zuschauern in der Leipziger Red Bull Arena erzielten Röttger (45.) und Kammlott (59.) die Tore für den Gastgeber, Niclas Füllkrug (13.) hatte Bremen zwischenzeitlich in Führung gebracht.

Trainer Robin Dutt war gleich zu Beginn der Partie wieder für eine Überraschung gut. Neben dem bislang praktizierten 4-2-3-1-System versuchte sich der Werder-Coach in einer neuen Alternative - und die war gespickt mit einigen weiteren Neuerungen. Im 4-3-3 setzte Dutt zunächst auf Kroos in der Innenverteidigung, der diese Position zuletzt in der U23 begleitet hatte, Levent Aycicek agierte überraschend als rechter Außenverteidiger.

Temporeiche Partie bis zur Trinkpause

Konnte gute offensive Akzente in der ersten Halbzeit setzen: Werders Marko Arnautovic. (Foto: nph)

Diese taktische Formation, die noch nie zuvor so zusammen gespielt hatte, musste sich in den ersten Spielminuten aber auch erst einmal zurechtfinden. Das merkten die Zuschauer insbesondere daran, da die ersten guten Aktionen den Leipzigern gehörten. Die „Roten Bullen" setzten die Werderaner von Anfang an unter Druck und so kam RB Leipzig zu guten Gelegenheiten (4., 6.), die Sebastian Mielitz aber entschärfen konnte. Dies schien der „Weckruf" für Grün-Weiß zu sein. Die Mannen von der Weser sortierten sich recht schnell und nahmen das Heft in die SVW-Hand. Zunächst scheiterte Joseph Akpala bei einem Fernschuss aus ungefähr 18 Metern am Querbalken (9.), Niclas Füllkrug machte es vier Minuten den einen Deut besser und brachte die Werderaner in der 13. Minute mit 1:0 in Führung. Aycicek hatte Marko Arnautovic perfekt freigespielt, der im Strafraum auf den mitgelaufenen „Lücke" querlegen konnte, der wiederum nur noch einschieben musste.

Der Knoten der letzten zwei Wochen, der Werder stets die Führung vereitelte, war geplatzt. Die Grün-Weißen spielten im Anschluss sichtlich befreit auf und kamen so durch Aycicek per trockenem Schuss (14.) und erneut Akpala, durch eine Kopfballchance nach einer Ecke,(15.) zu weiteren sehr guten Torgelegenheiten. Trotz der heißen Temperaturen entwickelte sich rasch eine temporeiche Partie, in der beide Mannschaften offensiv Akzente setzen konnten. Und so ließ es sich auch Leipzigs Carsten Kammlott nicht nehmen, Sebastian Mielitz‘ Können zu überprüfen. Nach einem scharfen Pass ins Strafraum-Zentrum war der RB-Stürmer zu Stelle, scheiterte aber am grandios aufgelegten „Miele" (20.).

Nach der, vor der Partie angekündigten, Trinkpause (22.) schalteten beide Mannschaften einige Gänge zurück. In den letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit waren die Chancen eher Mangelware. Bis auf Arnautovic (43.), der aus kurzer Distanz an Erik Domaschke scheiterte, kam zumindest Werder zu keinen nennenswerten Aktionen mehr. Leipzig hingegen, die sich die letzten Minuten der ersten Halbzeit eher versteckt hatten, konnten zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt doch noch die grün-weiße Führung egalisieren: Timo Röttger war es, der einen Schuss aus circa 16 Metern im unteren rechten Eck platzieren konnte (45.).

Leipzig kommt frischer aus der Kabine

Bei heißen Temperaturen in der Red Bull Arena mussten beide Teams die ein oder andere Trinkpause einlegen. (Foto: nph)

Zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte Trainer Robin Dutt, im Gegensatz zu den letzten Spielen, nicht auf „ausgeruhte" Kicker. Unverändert ging Werder also zunächst in die zweiten 45 Minuten, Leipzig hingegen bot ein fast komplett neuformiertes Team auf. Durch die nun vorhandene Frische waren es auch die „Roten Bullen", die nun mehr in die Waagschale werfen konnten. So sollte auch der zweite Gegentreffer des Tages nicht lange auf sich warten lassen. Und so war es Denis Thomalla, der sich auf der rechten Seite des Strafraums durchtankte und, ähnlich wie Arnautovic auf Werder-Seite in der ersten Hälfte, nur noch auf den mitgelaufenen Kammlott rüber schieben musste, der mit der Hacke kunstvoll zum 2:1 für Leipzig (59.) einnetzen konnte.

Nachdem der eingewechselte Youssef Poulsen, fünf Minuten nach dem Leipziger Führungstreffer, das dritte RB-Tor auf dem Fuß hatte, nutzte der 48 Jahre alte Werder-Trainer die Trinkpause der zweiten Hälfte (68.), um nun auch einigen „müden Beinen" eine Auszeit zu gönnen. Neun der elf gestarteten Spieler wurden im Zuge der Auswechslungen durch frische Akteure ersetzt - nur „Miele" und Florian Hartherz durften über die kompletten 90 Minuten ran.

Auch anschließend schaffte es der SV Werder nicht an die guten Anfangsminuten der ersten Halbzeit anzuknüpfen. Wenn es gefährlich wurde, waren es zumeist die „Roten Bullen", die die eine oder andere gute Möglichkeit vorweisen konnten (70., 78., 86.) - Sebastian Mielitz glänzte auch hier durch mehrere Paraden. Vom SVW war nicht mehr viel zu sehen, bis Eljero Elia der grün-weißen Seele fast noch den Ausgleich beschert hätte. Nach einem feinen Pass von Aaron Hunt schloss der Niederländer aber leider zu unplatziert ab (84.) und konnte somit für keinen positiven Ausgang mehr sorgen.

Die Niederlagenserie wollte also auch heute nicht abreißen. Bereits am kommenden Donnerstag, 25.07.2013, hat Werder aber die Chance mit einem Sieg bei Rot-Weiß Erfurt die Testspiel-Bilanz besser aussehen zu lassen. Dann sind die Grün-Weißen ab 19 Uhr zu Gast im Steigerwaldstadion.

von Marcel Schmidt