Verdiente 0:3-Niederlage in Wolfsburg

Bundesliga
Samstag, 26.10.2013 // 20:26 Uhr

Verdiente Niederlage nach zuvor vier ungeschlagenen Bundesliga-Spielen. Mit 0:3 (0:1) verlor Werder Bremen am Samstagabend bei Tabellennachbar VfL Wolfsburg. Von Beginn an wurden die ...

Verdiente Niederlage nach zuvor vier ungeschlagenen Bundesliga-Spielen. Mit 0:3 (0:1) verlor Werder Bremen am Samstagabend bei Tabellennachbar VfL Wolfsburg. Von Beginn an wurden die Gäste von stürmischen Hausherren tief in die eigene Hälfte gedrückt. Folgerichtig besorgte Maximilian Arnold vor 29.488 Zuschauern die frühe Führung für den VfL (7.). Allen voran dem großartig haltenden Sebastian Mielitz war es zu verdanken, dass Werder nicht höher in Rückstand geriet. In der zweiten Hälfte sorgten Ivica Olic und Ivan Perisic dann aber für zwei weitere Gegentreffer und die Entscheidung (72., 89.).

Ein Fragezeichen stellte sich Cheftrainer Robin Dutt während der Trainingswoche. Wer rückte für den verletzten Nils Petersen (Innenbandanriss) in die Startelf? Letztendlich begann Özkan Yildirim. Jedoch spielte der Juniorennationalspieler nicht in vorderster Angriffsstelle, sondern rotierte gemeinsam mit Junuzovic, Hunt und Elia permanent durch die vier Offensivpositionen.

Druckvolle Wolfsburger gehen früh in Führung

Hängende Köpfe bei Mielitz und Fritz nach Olic' Tor.

Allerdings tat sich Werder sehr schwer, in die Partie zu kommen. Ganz anders die druckvollen, schnörkellos nach vorne kombinierenden ‚Wölfe'. In der 7. Minute spielte Linksverteidiger Rodriguez steil, Olic leitete kunstvoll per Hacke in den Rückraum weiter, wo Maximilian Arnold angerauscht kam und die Kugel aus zehn Metern halbhoch in die linke Ecke nagelte. Sebastian Mielitz besaß nicht den Hauch einer Chance. In der Folgezeit war es einzig und allein der Bremer Nummer 1 zu verdanken, dass die Gastgeber nicht noch einen weiteren Treffer nachlegten. Olic, überall in und um Werders Strafraum zu finden, drehte sich um Caldirola, passte an die Sechszehnmeterlinie, Perisic schoss flach, Mielitz tauchte blitzschnell an den kurzen Pfosten ab und hielt (10.).

Noch beeindruckender sein Auftritt wenig später. Diego spielte punktgenau durch die Schnittstelle von Werders Viererkette, Olic lief allein auf Mielitz zu, der wehrte zwei Mal klasse ab, behielt ebenso die Oberhand gegen Medojevic im Nachsetzen und verhinderte zu guter Letzt auch noch gegen Perisic abermaligen Nachschuss den zweiten Gegentreffer (16.). Bei Luiz Gustavos knapp am rechten Pfosten vorbeigehendem Versuch aus kurzer Distanz musste Mielitz nicht eingreifen (23.). 25 Minuten brauchte es, ehe die Bremer besser ins Spiel kamen und vor allem den zuvor immensen Wolfsburger Angriffsdruck wirksam Einhalt bieten konnten. Dennoch profitierten die Gastgeber davon, dass der äußerst spielfreudig aufgelegte Diego wiederholt zwei, drei Meter zu viel Raum bekam. Sein gescheiter Ball aus dem Halbfeld ermöglichte Perisic die nächste gute Gelegenheit. Der Kroate verzog glücklicherweise in freier Position am langen Pfosten (31.).

Mielitz hält großartig, kann aber zwei weitere Gegentore nicht verhindern

Ivan Perisic erzielt den 0:3-Endstand, Assani Lukimya kommt nicht heran.

In der 35. Minute sahen die 4.000 mitgereisten Grün-Weißen endlich Werders erste nachdrückliche Offensivaktion. Und das gleich in Form einer Doppelchance. Erst klärte VfL-Schlussmann Diego Benaglio Aaron Hunts gezielten Freistoß aus 22 Metern. Nur Sekunden darauf verlängerte Makiadi einen langen Pass aus der eigenen Hälfte in den Lauf von Junuzovic; der kam mit der Fußspitze zum Abschluss, Benaglio parierte erneut aufmerksam. Mit der Wolfsburger Führung ging es in die Pause. Und aus dieser kehrten zunächst mutigere Bremer zurück. Makiadi setzte sich energisch auf der rechten Bahn durch, flankte in den Rücken der Viererkette nach innen, Hunt stand plötzlich frei, bekam jedoch den aufspringenden Ball sechs Meter vor dem Tor nicht zu kontrollieren (47.). In persona von Diego reagiert der VfL umgehend. Den schönen Schlenzer des Brasilianers aus gut 18 Metern lenkte Mielitz wiederum sehenswert zur Ecke (48.).

Trotz des offensiven Hoffnungsschimmers direkt nach Wiederanpfiff fiel den Bremern danach nicht mehr viel ein, um die gegnerische Abwehrreihe wirklich nachhaltig aus dem Sattel zu heben. Werders Spiel war von vielen langen Bällen gezeichnet, die nahezu ausnahmslos von den kopfball- und zweikampfstarken Akteuren der Wolfsburger Hintermannschaft abgefangen wurden. Zielstrebiger agierten dagegen ihre Kontrahenten. Rodriguez setzte einen Zuckerpass, diesmal war Torschütze Arnold in die Lücke gestartet, doch wie schon einige seiner Mitspieler zuvor fand nun auch er seinen Meister im überragenden Mielitz. Knoches folgender Kopfball nach Ecke verfehlte das Tor nur knapp (63.). Machtlos musste der Schlussmann dann allerdings mitansehen, wie VfL-Verteidiger Ochs den Ball nach vorne trieb, Perisic in die Gasse sendete, dessen scharfe, direkte Eingabe Ivica Olic aus fünf Metern problemlos einköpfte - das 0:2 aus Bremer Sicht (72.). Unmittelbar vor dem Abpfiff konnte Olic' kroatischer Landsmann Ivan Perisic sogar noch einen Konter vollenden und das Ergebnis in die Höhe schrauben (89.).

von Maximilian Hendel


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