Petersen entscheidet das Nordderby

Bundesliga
Samstag, 21.09.2013 // 17:21 Uhr

In einem hart umkämpften Nordduell, das geprägt war von viel Aggressivität und vielen Unterbrechungen, hat Werder Bremen einen überaus verdienten 2:0 (1:0)-Arbeitssieg eingefahren. Das ...

In einem hart umkämpften Nordduell, das geprägt war von viel Aggressivität und vielen Unterbrechungen, hat Werder Bremen einen überaus verdienten 2:0 (1:0)-Arbeitssieg eingefahren. Das Tor des Tages erzielte Nils Petersen nach einer guten halben Stunde und brachte die Grün-Weißen damit in die richtige Spur. Im zweiten Durchgang hätten Petersen und in der Nachspielzeit auch Prödl die Vorentscheidung besorgen müssen, scheiterten aber, so dass die Bremer unnötig lange zittern mussten. Unmittelbar vor dem Abpfiff fiel dann doch ein Tor - Petersen krönte ein packendes Spiel und überwand die aufgerückte sowie löchrige HSV-Defensive.

Zum 99. Mal trafen Werder Bremen und der Hamburger SV im Ligabetrieb aufeinander - keine andere Begegnung gab es in der Bundesliga öfter. Die Wiederauflage lief nach den jüngsten Niederlagen beider Teams jedoch weniger unter der Bezeichnung Nordderby, vielmehr wurde es speziell in den Gazetten als Krisenderby deklariert. Sowohl der Tabellenfünfzehnte HSV als auch der Tabellenvierzehnte SVW wollten dementsprechend mit einem Erfolgserlebnis für ein wenig Ruhe sorgen und wichtige Punkte gegen einen ewigen Rivalen einfahren.

Werder-Coach Robin Dutt beförderte dafür eigens zwei Startelfdebütanten in die Mannschaft: erstmals von Beginn an dabei: Santiago García sowie Nachwuchsstürmer Martin Kobylanski. Außerdem rückten Ignjovski und Petersen ins Team. Prödl, Kroos, Ekici blieben zunächst draußen, Di Santo ohnehin gesperrt. Beim HSV fand derweil ein größerer Personalwechsel statt: der ehemalige Werderaner Rodolfo Esteban Cardoso übernahm unter der Woche interimsweise den Trainerposten der Hamburger, den Thorsten Fink hatte räumen müssen. Auch Cardoso veränderte seine Startelf auf vier Positionen, für Diekmeier, Arslan, Sobiech und Zoua spielten Tah, Jansen, Badelj und Jiracek.

Petersen belohnt aufmerksame Bremer

Neben Elia, Fritz und Petersen waren auch Ignjovski und Hunt absolute Aktivposten der ersten Halbzeit.

Ganze fünf Minuten dauerte die Phase des gegenseitigen Beschnupperns, ehe Werder die erste gute Chance der Partie hatte. García zeigte eindrucksvoll, dass er auch Talente in der Offensive besitzt und gab einen ersten Warnschuss aus guten 20 Metern ab - der Ball segelte knapp am linken Pfosten vorbei (5.). In der Folgezeit entwickelte sich ein zerfahrenes wie auch kampfbetontes Spiel, in dem die Hamburger zuweilen ruppig - und Schiedsrichter Wolfgang Stark gnädig - zu Werke gingen. Die Bremer ließen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und rissen das Spielgeschehen weiter an sich. Nach einer Mini-Chance von Maxi Beister (11.) war es Assani Lukimya, der für die Grün-Weißen die dickste Möglichkeit des ersten Durchgangs hatte. Sein Kopfball nach einer Ecke wurde vom HSV-Goalie jedoch erstklassig pariert (18.).

Werder erarbeitete sich mit zunehmender Spieldauer ein deutliches Chancen-Plus. Nils Petersen scheiterte zunächst zweimal (23., 31.), ehe er in der 32. Minute den erlösenden Führungstreffer erzielte. Über die rechte Seite hatten Elia und Fritz die Hamburger schnell überlaufen, so dass Fritz in den Strafraum eindringen und quer legen konnte. In bester Stürmermanier lauerte Petersen in der Mitte und schob die Kugel ins Netz - 1:0 für Werder! Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause - die Hamburger zeigten sich bis auf einen Westermann-Kopfball, den Mielitz stark parierte (42.), über weite Strecken zu ideenlos, während die Dutt-Elf ihre Führung clever in die Pause brachte.

Werder verpasst die Vorentscheidung und zittert

Machte ein starkes Spiel und entschied mit seinen zwei Toren die Partie: Nils Petersen (r.).

Mit einem Weckruf begann die zweite Halbzeit: Beister brachte den Ball nach Jiracek-Vorlage gefährlich auf das Bremer Gehäuse, aber Mielitz konnte den Ausgleich mit einer weiteren Glanzparade verhindern (49.). Die Hamburger präsentierten sich trotz dieser verpassten Chance verbessert und brachten die Bremer stärker in Bedrängnis als zuvor. Zum Mann des Spiels avancierte aber ein Werderaner: Sebastian Mielitz hielt in der 57. Minute einen Rincón-Schuss erstklassig und bewies damit ein weiteres Mal, welch wichtiger Rückhalt er für seine Mannschaft sein kann.

Mit Beginn der 70. Minute spielten plötzlich wieder die Gäste den spielbestimmenden Fußball in der Hamburger Arena. Petersen hätte nur zwei Minuten später das 2:0 machen müssen (!), als er nach toller Hunt-Vorlage mutterseelenallein vor Adler stand, selbigen aber „nur" anschoss. Ärgerlich aus Bremer Sicht - ein 2:0 wäre die Vorentscheidung gewesen. Die Schlussphase glich dementsprechend einer reinsten Zitterpartie. Der HSV warf noch einmal alles nach vorn, aber Werder stand sicher und legte kurz vor Abpfiff durch Petersen nach, der mit einem herrlichen Lupfer die HSV-Defensive überwand und ins leere Tor traf (90.+3). Unterm Strich steht ein ganz wichtiger Drei-Punkte-Erfolg für die Bremer, der sich irrtümlicherweise nach mehr anfühlt. Derby bleibt eben Derby.

Von Cord Sauer

Nachberichte und weitere Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE