3:1-Sieg über 1899: Der Klassenerhalt ist ganz nah!

Beginn der dramatischen Schlussphase: Garcia köpft zur Bremer 2:1-Führung ein. (Foto: nph.).
Samstag, 19.04.2014 // 17:27 Uhr

Der endgültige Klassenerhalt ist zum Greifen nah! In einer letztendlich sogar dramatischen Schlussphase des 31. Spieltages im ausverkauften Weserstadion sicherte sich Werder Bremen einen 3:1 (1:1)-Heimsieg...

Der endgültige Klassenerhalt ist zum Greifen nah! In einer letztendlich dramatischen Schlussphase des 31. Spieltages im ausverkauften Weserstadion sicherte sich Werder Bremen einen 3:1 (1:1)-Heimsieg über die TSG 1899 Hoffenheim. Philipp Bargfredes Traumtor (18.) hatte den frühen Rückstand durch Kevin Volland (3.) egalisiert. Santiago Garcia brachte seine Mannschaft per Kopf in Führung (78.). Als Werders Schlussmann Raphael Wolf dann in der 86. Minute Salihovic' Foulelfmeter parierte, brachen auch die letzten emotionalen Dämme am Osterdeich. In der Nachspielzeit setzte der eingewechselte Nils Petersen sogar noch einen drauf (90. + 2).

Aufstellung und Formation: Cheftrainer Robin Dutt gab fast allen aus der 4-4-2-Anfangsformation der Pleite in Mainz die Chance zur Wiedergutmachung. Einzig der zuletzt gelbgesperrte Franco Di Santo kehrte im Angriff an die Seite von Eljero Elia zurück. Nils Petersen blieb dafür auf der Bank. Zudem ersetzte Theodor Gebre Selassie im halbrechten Rauten-Mittelfeld Zlatko Junuzovic, der seinerseits die fünfte Gelbe Karte absaß.

Höhepunkte: Wunderbare Tore und ein Elfmeterheld

Der passt genau! Bargfrede erzielte per Traumtor das zwischenzeitliche 1:1 (Foto: nph.).

16 Sek.: Von Anpfiff an sind die Grün-Weißen willig und bissig. Ganze 16 Sekunden dauert es, bis Eljero Elia nach gutem Dribbling aus 18 Metern den ersten Annäherungsversuch in Richtung Hoffenheimer Tor abgibt. Zwei Meter vorbei.

3. Min.: Tor, 0:1, Kevin Volland. ... aber noch besser kommen die Gäste aus den Startlöchern. Firmino, von zwei Gegenspielern nur eskortiert, darf den Ball nach vorne treiben, spielt einen Zuckerpass in die Schnittstelle auf Kevin Volland, der Raphael Wolf leichtfüßíg umkurvt und aus spitzem Winkel einschiebt.

18. Min.: Toooor, 1:1-Ausgleich, Philipp Bargfrede. Dank Philipp Bargfredes Mut zum vollen Risiko schlägt Werder zurück! Hoffenheims Innenverteidiger Vestergaard verunglückt ein Klärungsversuch, der Ball springt unweit der Strafraumgrenze auf, von wo aus Werders Mittelfeldspieler mit phantastischer Schusstechnik die Kugel per leicht abgefälschtem Dropkick in den linken oberen Giebel platziert.

37. Min.: Die TSG überwindet mit feinem Zusammenspiel an der Strafraumgrenze die Bremer Viererkette, aber Firmino legt sich den Ball einen Tick zu weit vor - Wolf ahnt, was auf ihn zukommt, läuft gedankenschnell heraus und begräbt den Ball unter sich.

57. Min.: Gebre Selassie beweist sein Näschen, erobert einen denkbar schlechten Eröffnungspass der Hoffenheimer, flankt umgehend nach innen, Elia versetzt gekonnt seinen Gegenspieler Vestergaard, zieht aus zwölf Metern halbrechts ab, doch seinem scharfen Schuss fehlt etwas Genauigkeit, wodurch Grahl zur Ecke fausten kann.

62. Min.: Erste Hoffenheimer Chance der zweiten Hälfte. Bargfrede versucht, einen Konter nahe der rechten Außenlinie zu verhindern, grätscht unglücklich Clemens Fritz ab (der sich dabei verletzt und kurz darauf ausgewechselt werden muss). Die Gäste profitieren davon, entblößen durch schnelles Diagonalspiel die aufgerückte Bremer Defensivreihe. Urplötzlich ist der eingewechselte Hamad allein auf weiter Flur, verzieht jedoch freistehend aus 15 Metern

72. Min.: Richtig gute Möglichkeit der Gäste. Roberto Firmio setzt sich auf der Grundlinie durch, spielt mit dem Außenrist in den Rückraum, wo erneut Hamad zum Schuss kommt, jedoch im allerletzten Moment von Garcia geblockt wird.

76. Min.: Volland kann sich gegen Ignjovski durchsetzten, zieht von links außen drei Schritte nach innen, setzt aus 17 Metern zum eleganten Schlenzer an, der Wolfs Gehäuse jedoch um ein gutes Stück verfehlt.

78. Min.: TOOOOOR für den SVW! 2:1, Santiago Garcia. Mit einer Standardsituation drehen die Grün-Weißen die Partie. Hunt schlägt einen Eckball perfekt an den Fünf-Meter-Raum, wo Santiago Garcia sich schon herrlich in die Höhe geschraubt hat, Vestergaard im Luftduell versetzt und den Ball zur Führung unhaltbar rechts oben ins Netz köpft.

86. Min.: Raphael Wolf hält einen ELFMETER!!!! Unfassbar! Werders Keeper lässt sich vom ansonsten so sicheren Elfmeterschützen Sead Salihovic nicht überrumpeln und hält dessen Elfmeter so kurz vor Schluss! War das der Sieg?! Vielleicht sogar schon der Klassenerhalt?!?! Torschütze Garcia hatte zuvor den soeben eingewechselten Hoffenheimer Modeste zu Fall gebracht.

90. + 2 Min.: TOOOOOOOOOR für Werder! Die 3:1-Entscheidung, Nils Petersen. Was für ein Finale dieses letztendlich mitreißenden Spiels. Einen tollen Konter der Grün-Weißen - vorgetragen von Garcia und Di Santo - schließt Nils Petersen zur endgültigen Entscheidung ab. Der folgende Abpfiff von Schiri Dankert geht im Jubel unter.

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Analyse: Phänomenale Bremer Leidenschaft

Hoffenheims Vestergaard versucht, den Ball gegen Elia zu behaupten (Foto: nph.).

Auffälligkeiten:

- Nach dem frühen Rückstand bissen sich die Grün-Weißen in die Partie zurück und erarbeiteten sich im Laufe des ersten Durchgangs zunehmend Ballbesitzhoheit.

- In unmittelbarer Strafraum- und Tornähe wurden die Bremer allen voran von den brandgefährlichen Hoffenheimern Roberto Firmino und Kevin Volland ein ums andere Mal herausgefordert.

- Auch aufgrund des wachen und kompromisslosen Abwehrverhaltens auf beiden Seiten, vielen gewonnenen Zweikämpfen und unterbundenen Offensivpässen durch die Defensivreihen kam eher wenig Kombinationsfluss in die Partie. Zeugnis davon lieferte die jeweilige Passquote der Kontrahenten (62% für Werder, 66% für Hoffenheim)

- Phänomenal war, mit welch' atemberaubender Leidenschaft sich die Werder-Elf insbesondere in der Schlussviertelstunde präsentierte.

Szene des Spiels: Welcher Moment dieses so unfassbar wichtigen Heimsieges sollte es anders sein als Raphael Wolfs gehaltener Elfmeter kurz vor Abpfiff? Zweifellos die Schlüsselszene dieser Partie!

Werder-Spieler des Spiels: Es war eine phantastische, geschlossene Mannschaftsleistung, doch Raphael Wolfs Drahtseilnerven, nicht zuletzt im Elfmeter-Duell mit Salihovic, ließen ihn noch ein Stück herausragen.

Fazit: Beide Kontrahenten schenkten sich in dieser flotten Bundesliga-Partie nichts. Hoffenheim besaß im Verlauf der zweiten Hälfte zwar das Chancenplus, aber die großartige Energieleistung der Grün-Weißen ließ (aufgrund des gehaltenen Elfmeters) einen zwar etwas glücklichen, aber dennoch würdigen Gewinner aus dem Spiel hervorgehen.

von Maximilian Hendel


Highlights und Stimmen zur Partie folgen auf WERDER.TV und WERDER.DE im Laufe des Abends