Werder gewinnt 3:2 im Spektakelspiel gegen 96

Sonntag, 03.11.2013 // 19:28 Uhr

In diesem Werder-Spiel war wieder einmal alles drin, was das (Bremer) Fußballerherz begehrt. Nach zwei Elfmetertoren, Makiadis Debüttreffer und einem Sonntagsschuss vom Hannoveraner Sakai gingen beide Teams zunächst mit einem 2:2 in die Kabine.

In diesem Werder-Spiel war wieder einmal alles drin, was das (Bremer) Fußballerherz begehrt. Nach zwei Elfmetertoren, Makiadis Debüttreffer und einem Sonntagsschuss vom Hannoveraner Sakai gingen beide Teams zunächst mit einem 2:2 in die Kabine. Der zweite Durchgang war weitaus weniger ereignisreich und es sah lange nach einem leistungsgerechten Unentschieden aus, doch dann kam Santi Garcia. Der Bremer Neuzugang markierte kurz vor Schluss mit seinem ersten Werder-Tor den Siegtreffer und sorgte für Euphorie pur. Nach zuletzt vier sieglosen Spielen gelingt der Dutt-Elf damit ein Befreiungsschlag in der Tabelle und sie hat darüber hinaus einen neuen Youngster in ihren Reihen, der Lust auf mehr macht: Davie Selke.

Im Kalenderjahr 2013 gab es erst zwei Heimsiege für Werder Bremen. Neben den Augsburgern (1:0 im August) musste nur noch ein weiteres Team die Rückreise wieder mit leeren Händen antreten: Hannover 96 (2:0 im Februar). Nun also, am 11. Spieltag, waren die 96er erneut zu Gast im Bremer Weser-Stadion und wollten endlich ihren ersten Auswärtserfolg der aktuellen Saison feiern. In den vier vorherigen Spielen auf fremdem Terrain (Gladbach, Bayern, Leverkusen, Dortmund) konnte Hannover weder Tore erzielen noch Punkte sichern und ist damit Letzter der Auswärtstabelle. Werder-Coach Robin Dutt hingegen beschäftigte sich weniger mit derartigen Statistiken des Gegners und richtete den Fokus auf seine Mannschaft. Für Prödl und Yildirim durften Lukimya und Gebre Selassie von Beginn an ran. Auch bei den Gästen zwei Wechsel in der Startelf: Hoffmann und Prib neu im Team.

Vier Tore und viel Spektakel in Halbzeit Eins

Aaron Hunt erzielte seinen ersten Saisontreffer per Elfmeter.

Nach einer bemerkenswert kurzen Phase des Abtastens nahm das Nordduell ordentlich Fahrt auf - und das lag vor allem an Werder Bremen. Wie schon zuletzt gegen Wolfsburg spielten die Grün-Weißen zwar ohne echten Stürmer, dafür aber mit umso mehr Dampf unterm Kessel. Elia, Junuzovic, Makiadi und Co. wirbelten den Abwehrverbund der 96er derart durcheinander, dass die Gäste über eine Viertelstunde kaum aus ihrer eigenen Hälfte herauskamen. Doch kaum war dies passiert, wurde es gefährlich: Clemens Fritz musste im eigenen Sechzehner gegen Huszti klären, brachte ihn dabei aber zu Fall, was einen Strafstoß nach sich zog. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte die Kugel platziert unten rechts (20.). SVW-Keeper Mielitz hatte die Ecke geahnt, konnte den Treffer aber nicht verhindern.

Diese höchst schmeichelhafte Führung hielt kaum fünf Minuten, da pfiff Schiedsrichter Kinhöfer den nächsten Elfmeter. Elia wurde beim Eindringen in den Strafraum unfair von Sané gestoppt. Aaron Hunt, in der laufenden Spielzeit bislang noch torlos, trat an, schickte Zieler in die falsche Ecke und schob den Ball lässig in die linke Ecke. 1:1 (25.). Danach bot Hannover etwas mehr an: Andreasen (29.), Prib (30.) und Stindl (37.) hatten gute Chancen, die aber ungenutzt blieben. Auf der anderen Seite dann das: nach einem tollen Flankenwechsel von Hunt suchte Junuzovic direkt den Abschluss auf der rechten Seite, doch sein Aufsetzer landete im hohen Bogen beim völlig freistehenden Makiadi, der nur noch einnicken musste (38.). Die Freude über das erste Tor des Bremer Neuzuganges hielt nicht lange, denn aus dem Nichts packte Hiroki Sakai einen Gewaltschuss aus 25 Metern aus, der mittig unter der Latte einschlug und den Spielstand ein weiteres Mal egalisierte (41.).

Debüt für Davie Selke, Siegtor von Santi Garcia

Nach dem Treffer von Sakai war die Freude bei den 96ern groß. Zum Sieg reichte es dennoch nicht.

Wenige Minuten nach dem - im wahrsten Sinne des Wortes - Sonntagsschuss von Sakai ging es in die Halbzeitpause. Nach den vier Toren und den vielen sehenswerten Szenen begann der zweite Durchgang vergleichsweise ereignisarm. Beide Teams wollten nach zuletzt je vier sieglosen Spielen in Folge den so wichtigen Dreipunkteerfolg einfahren. Dafür brachte Robin Dutt nach einer guten Stunde Spielzeit Davie Selke für Clemens Fritz und verhalf dem Youngster somit zu seinem Bundesliga-Debüt. Auch das Spiel selbst war fortan geprägt von neuem Esprit. Neben einer allmählich aufgeheizten Stimmungslage bei allen Beteiligten häuften sich aber auch die Torchancen wieder.

So hätte Makiadi in der 65. Minute das 3:2 erzielen können, doch sein Schuss landete knapp über der Latte. Das Spiel plätscherte in der Folgezeit ein wenig vor sich hin, auch wenn beiden Mannschaften großes Engagement nicht abzusprechen war. Die Zuschauer hatten sich dann, gegen Ende der Partie, bereits auf ein Remis eingestellt, da schlug Santi Garcia zu. Nach einem Freistoß von Hunt war der Bremer Publikumsliebling im Strafraumgewusel zur Stelle und erzielte mit seinem ersten Werder-Tor den Siegtreffer (86.). Um ein Haar hätte Selke noch das 4:2 nachgelegt, doch sein guter Abschlussversuch kullerte knapp neben den linken Pfosten. Nach vier Minuten Nachspielzeit pfiff Kinhöfer ab. Es war zugleich der Anpfiff für eine große grün-weiße Party.

Von Cord Sauer

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