''Decke weggezogen'' - Schlüsselmoment bringt spielerisches Element zurück

Joel Matip hatte im Spiel des Öfteren das Nachsehen gegenüber Werder-Spielmacher Aaron Hunt (Foto: nph).
Profis
Samstag, 05.04.2014 // 20:00 Uhr

Der Cheftrainer führt diese Entwicklung auf einen „Schlüsselmoment" zurück. „Davon gibt es einige im Verlaufe einer Saison. Die sind aber oftmals nicht direkt als solche erkennbar", erklärte Dutt. „Ich kann deshalb gar nicht sagen, wann der Zeitpunkt des Turnarounds war, aber wir haben uns spielerisch entwickelt, sind jetzt besser im Pressing und im Umschaltspiel", so der Trainer, der schon vor dem Spiel bei Hannover 96 „ein richtig gutes Gefühl" hatte. „Nach der Trainingswoche habe ich der Mannschaft gesagt, dass da irgendwas richtig gut war. Heute war das sichtbar und für die Zuschauer gut anzuschauen. Das war unsere vielleicht beste Saisonleistung."

In dieser Saison zeichnete sich der SV Werder bisher vor allem durch die starke Mentalität und bedingungslosen Einsatz aus. Kampf war Trumpf bei den Grün-Weißen. In den letzten beiden Partien erhielt - für viele überraschend - auch das spielerische Element Einzug bei den Grün-Weißen. „Da sieht man auf einmal Sachen auf dem Platz, die wir schon seit acht, neun Monaten trainieren", zeigte sich selbst Robin Dutt erstaunt. „Da denkt man dann: 'Schau mal, da ist es doch. Da hat wohl jemand die Decke weggezogen'", so der Werder-Coach süffisant.

Für Geschäftsführer Thomas Eichin kommt diese Entwicklung weniger überraschend. „Ich wusste, dass die Arbeit des Trainerteams irgendwann Früchte tragen wird. Die defensive Stabilität haben wir schon etwas länger gefunden, jetzt klappt es auch mit der Balance viel besser." Dem stimmt auch Clemens Fritz zu. „Wir haben uns in den letzten Wochen durch viel Einsatz neues Selbstvertrauen erarbeitet. Wenn man dann mit einem positiven Gefühl ins Spiel geht, geht einiges leichter. Man erkennt so langsam unsere Spielphilosophie", freute sich der Kapitän nach dem Remis.

„Wir haben hinten auch mal die Ruhe, die Situation spielerisch zu lösen und nicht nur den Ball rauszuschlagen. In der gegnerischen Hälfte gewinnen wir immer mehr Zweikämpfe und gehen gut auf die zweiten Bälle. Streckenweise kann man schon sagen, dass wir guten Fußball spielen", berichtete Keeper Raphael Wolf. Einen entscheidenden Anteil am spielerischen Element hat Gestalter Aaron Hunt: „Der Erfolg und die Leistung in Hannover haben uns sehr gut getan. Daran haben wir heute auch spielerisch angeknüpft. Vor allem sehe ich eine Entwicklung, was das Umschaltspiel angeht."

von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky