Saisonziele (fast) alle erreicht, Vollendung in Leverkusen?

Gemeinsam kämpfen, gemeinsam punkten: Über den Zusammenhalt konnte Werder die Saisonziele erreichen (Foto: Getty).
Profis
Donnerstag, 08.05.2014 // 18:09 Uhr

Zwölf Zähler beträgt der Vorsprung des SV Werder auf den Relegationsplatz, nur ein Pünktchen benötigen Fritz, Caldirola und Co. noch, um das im Sommer 2013 ausgegebene Ziel von 40-Punkten zu knacken. „Die bisher erkämpften 39 Punkte führen schon zu einer gewissen Zufriedenheit, da diese Punktzahl absolut keine Selbstverständlichkeit ist. Es ist ebenfalls keine Selbstverständlichkeit, dass wir zwölf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz haben", betonte Dutt ruckblickend auf sein erstes Werder-Jahr. Und Geschäftsführer Thomas Eichin ist "heilfroh, dass wir nicht mehr im Abstiegskampf stecken. Es wird ein nervenaufreibender Spieltag für die Clubs da unten."

Ob es am Ende nun der 14. Platz, der zwölfte Rang oder sogar der Sprung in die erste Tabellenhälfte wird, entscheidet sich erst am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr im Duell mit Bayer Leverkusen (ab 15.15 Uhr im Live-Ticker auf WERDER.DE). Doch unabhängig vom Ausgang des letzten Saisonspiels konnte Werder-Coach Robin Dutt auf der offiziellen Pressekonferenz mit zufriedener Miene auf die beinahe abgeschlossene Spielzeit zurückblicken. „Ich finde die Situation großartig, am Ende dieser Saison überhaupt noch die Möglichkeit zu haben, dass wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen können", befand Werders Cheftrainer am Donnerstagmittag.

Aufs und Abs - doch das Saisonziel erreicht

Doch trotz angenehmer Ausgangslage vor dem Finale war es eine Spielzeit mit sowohl positiven als auch negativen Ausschlägen. „Es war ein Auf und Ab. Wir wurden immer wieder stark kritisiert, was auch gerechtfertigt war. Aber gerade dann sind wir immer wieder aufgestanden und haben in den entscheidenden Spielen Siege eingefahren. Das war sicherlich eine Stärke von uns", resümierte Kapitän Clemens Fritz, die zweifachen Erfolge gegen Hannover und Hamburg dabei im Hinterkopf. Und auch gegen die Tabellennachbarn Hoffenheim, Berlin und Frankfurt unterlagen die Werderaner in der Rückrunde nicht. Ein ähnliches Fazit wie der Kapitän zieht daher Sebastian Prödl: „Natürlich gab es auch schwächere Momente, aber wir waren in den entscheidenden Phasen einfach da und haben die wichtigen Punkte geholt", so der österreichische Nationalspieler. „Als Saisonziel waren von Beginn an 40 Punkte ausgeschrieben, die Chance darauf besteht noch. Man kann daher sagen, dass wir unser Saisonziel größtenteils erreicht haben", erklärte Prödl.

So war es auch Abwehrchef Prödl, der gemeinsam mit Neuzugang Luca Caldirola, für eine Stabilisierung der Innenverteidigung sorgte. Kaum verwunderlich, dass österreichische Nationalspieler deshalb noch möglichst lange an der Weser gehalten werden soll. „Basti spielt bei uns eine tragende Rolle. Ich hätte ihn gerne über 2015 hinaus bei Werder Bremen", spielte Eichin auf der Pressekonferenz mit offenen Karten.

Doch auch Caldirola entwickelte sich gleich in seinem ersten Bundesliga-Jahr zur absoluten Stammkraft. In 32 von 33 Partien stand der Italiener in der Startformation, nur einmal musste er aufgrund einer Gelbsperre zuschauen. „Luca war der Neuzugang, der vom ersten Tag an die Erwartungen komplett erfüllt hat. Er war konstant auf einem hohen Niveau. Zudem ist er noch jung und hat viel Potential nach oben. Sowohl menschlich als auch sportlich ist Luca ein absoluter Volltreffer gewesen", schwärmte Robin Dutt von dem 23-Jährigen.

Prödls tragende Rolle und "Volltreffer" Caldirola

Zwar klingelte es einerseits bis dato 64-mal im Kasten der Bremer und damit nur zweimal weniger als letztes Jahr, andererseits kann Werders Defensivformation auf einen absoluten Topwert, den drittbesten der Liga überhaupt, blicken: zehnmal stand hinten die Null. „Die zehn Spiele zu Null sprechen sicherlich für eine gute Entwicklung, obwohl wir insgesamt noch zu viele Gegentore kassiert haben", resümierte Prödl. „Mit der Anzahl der Gegentreffer sind wir aber natürlich trotzdem nicht zufrieden", merkte auch Dutt an. Innenverteidiger Prödl forderte deshalb, man müsse „dieses Jahr als Basis sehen, in der nächsten Saison unsere dazugewonnene mentale Stärke und Einstellung beibehalten und zusätzlich Qualität dazugewinnen, um auch mit unserem Spiel wieder einen Wiedererkennungswert zu schaffen".

Bis zum Start der Bundesliga 2014/15 im August vergehen allerdings noch ein paar Monate Urlaub, Sommervorbereitung und Testspiele. Und ein allerletztes Mal 90 Minuten gegen Champions-League-Aspirant Leverkusen am kommenden Samstag. 40 Punkte? Platz neun? Elf Spiele zu Null? Weniger Gegentore als letztes Jahr? Alles noch möglich!

Von Yannik Cischinsky