Vor dem Pokalspiel: FCS-Trainer Luginger im Interview

Alois Schwartz (Ex-Erfurt-Trainer) und Jürgen Luginger (rechts) bei der Partie RW Erfurt gegen den 1. FC Saarbrücken im März dieses Jahres. (Foto: nph)
Profis
Donnerstag, 01.08.2013 // 17:58 Uhr

Saarbrücken gegen Werder: So lautet der Pokal-Fight, der alle grün-weißen Fans am kommenden Sonntag, 04.08.2013, um 14.30 Uhr erwartet! Damit sich wirklich ...

Saarbrücken gegen Werder: So lautet die DFB-Pokalpartie, der alle grün-weißen Fans am kommenden Sonntag, 04.08.2013, um 14.30 Uhr entgegenblicken! Um die Zeit bis zum Anstoß zu verkürzen, hat WERDER.DE ein Interview mit FCS-Trainer Jürgen Luginger geführt und über die Saarbrücker Ziele am Sonntag, das saarländische Werder-Talent Johannes Wurtz und eine nette Anekdote aus früheren Zeiten gesprochen.

Herr Luginger, Sie gehen nun in die vierte Amtszeit beim 1. FC Saarbrücken. Nach einer sehr guten ersten Saison haben sie die letzten zwei Spielzeiten im Mittelfeld rangiert. Mit welcher Zielsetzung starten Sie in diese Saison?

Jürgen Luginger: Es wäre zu viel gesagt, davon zu sprechen, dass wir oben angreifen wollen. Wir werden versuchen uns im oberen Tabellendrittel zu etablieren. Ich bin davon überzeugt, dass wir in dieser Spielzeit bessere Möglichkeiten haben, als das in den letzten beiden Jahren der Fall war. Dennoch sage ich: Wenn wir im ersten Drittel landen, ist das ok.

Die ersten beiden Spiele in der 3. Liga sind verloren gegangen. Wo sehen Sie in der Mannschaft noch Entwicklungspotential?

Jürgen Luginger: Wir haben in dieser Saison viele neue Spieler dabei. Das hat man natürlich am Anfang schon gemerkt. Da hat die Abstimmung auf dem Platz einfach noch gefehlt - das ist sicher ein Punkt, an dem wir noch arbeiten müssen. Aber vor allem müssen wir das Defensivverhalten verbessern und dann werden wir auch die Punkte holen.

Was bedeutet der schwache Saisonstart für das Spiel am Sonntag - Fluch oder Segen ?

Jürgen Luginger: Natürlich hätten wir lieber vorher zweimal in der Liga gewonnen. Aber letztendlich kann man das auch nicht unbedingt miteinander vergleichen, da es ein anderer Wettbewerb ist. Wir sehen uns am Sonntag als krassen Außenseiter, können die Partie dadurch aber ganz ohne Druck angehen.

Wie Sie sicherlich verfolgt haben, ist Werder die letzten beiden Jahre in der ersten Runde gegen Drittligisten rausgeflogen. Ist das ein Mutmacher für den 1. FC Saarbrücken?

Jürgen Luginger: Naja gut, wir gehen natürlich auch in so ein Spiel rein, um weiter zu kommen, auch wenn wir wissen, dass die Chancen relativ gering sind. Aber jedes Spiel muss erst gespielt werden und gerade im Pokal ist vieles möglich. Wir alle haben ja auch schon einige Male erlebt, dass es Überraschungen geben kann. Wir wissen aber auch, dass es schwer werden kann, wenn Werder das Spiel konzentriert angeht.

In den letzten beiden Jahren ist es nicht gelungen, die erste Runde zu überstehen. Da gab es Niederlagen gegen den FC Schalke sowie gegen Erzgebirge Aue. Wo würden Sie  Werder als Gegner einordnen?

Jürgen Luginger: Für mich ist Werder Bremen mit Schalke gleichzusetzen. Aber Schalke war letztes Jahr schon in Topform, vielleicht ist Bremen dieses Jahr noch nicht ganz so weit, weil natürlich auch durch den neuen Trainer ein Umbruch stattgefunden hat. Trotzdem ist Werder eine Topmannschaft, gespickt mit vielen Nationalspielern.

Wie wichtig wäre es denn für die Region, das der FCS dieses Jahr die zweite Runde des Pokalwettbewerbs einzieht?

Jürgen Luginger: Das wäre natürlich super für den Verein und die Region. Seitdem ich hier bin, waren wir jedes Jahr für die 1. Hauptrunde qualifiziert. Wenn man bedenkt, dass wir uns dafür Jahr für Jahr vorher durch acht Runden schlagen müssen, dann ist das auch nicht so selbstverständlich. Allerdings haben wir mit Schalke und Werder in den letzten beiden Jahren absolut hochkarätige Gegner gezogen - zum einen sind das zwar attraktive Gegner, zum anderen ist die Chance auf ein Weiterzukommen aber etwas geringer.

Das letzte Aufeinandertreffen beider Teams im DFB-Pokal datiert aus dem Jahr 1960/61 . Damals gewann Werder in der ersten Runde in Saarbrücken mit 1:0 und holte später den Pott. Sie könnten also auch in diesem Jahr wieder der Anstoß eines historischen Erfolgs werden.

Jürgen Luginger: Eine nette Geschichte, aber ehrlich gesagt wäre mir das natürlich nicht so lieb, weil ich es allemal bevorzugen würde, dass meine Mannschaft weiterkommt (lacht).

Das ist absolut verständlich. Kurz zu Ihnen: Sie selber haben zwar nie für die den SV Werder gespielt, sind aber einige Male gegen die Grün-Weißen angetreten. Wie nehmen Sie Werder Bremen als Gegner wahr und gibt es vielleicht sogar irgendeine andere Bindung zu diesem Verein?

Jürgen Luginger: Ich habe in Hannover mit Uwe Harttgen und Günter Hermann zusammengespielt und kannte dadurch auch einige Spieler aus Bremen. Werder war schon immer ein sehr positiver Verein, aber auch immer brutal schwer zu spielen. Als Spieler des FC Schalke haben wir uns in Bremen anhaltend schwer getan. Aber es waren immer faire Auseinandersetzungen und der SVW mir somit immer ein sympathischer Verein.

Einer, der das Fußballspielen beim FCS erlernt hat und mittlerweile bei Werder unter Vertrag steht, ist Johannes Wurtz. Stehen Sie noch in regem Kontakt?

Jürgen Luginger: Wir haben keinen ständigen Kontakt. Aber ‚Jojo‘ ist ein super Typ. Ich habe ihn mit 19 auch gleich in der 3. Liga gebracht. Und auch, wenn es für uns schade ist, dass er nicht mehr hier ist,  für Johannes freut es mich, dass er die Chance bei Werder bekommen hat.

Was trauen Sie Johannes Wurtz denn in dieser Saison zu?

Jürgen Luginger: Ich denke, dass er es noch weit bringen kann. ‚Jojo‘ hat einen guten Kopfball, ist sehr beweglich, weiß wo das Tor steht und ist brutal ehrgeizig. Das ist für so einen jungen Spieler besonders wichtig. Wenn er das alles dauerhaft auf einem hohen Niveau aufzeigen kann, glaube ich, dass er eine Chance hat.

Ob mit oder ohne Johannes Wurtz: Ihre Prognose für Sonntag?

Jürgen Luginger: Für eine Prognose müsste ich Hellseher sein. Ich hoffe, dass wir unsere Leistung abrufen, einen Pokal-Fight liefern und den Rest werden wir dann sehen.



Das Interview führte Marcel Schmidt