Kroos: Kommando zurück?

Felix Kroos wusste nach seiner Einwechslung am vergangenen Samstag in Werders Innenverteidigung zu überzeugen (Foto: Heidmann).
Profis
Montag, 17.02.2014 // 16:10 Uhr

Viel Zeit, sich richtig warmzumachen, hatte er nicht. Die Position, die er einnehmen musste, war nicht seine bevorzugte, doch sie war ihm auch nicht völlig fremd. Für Felix Kroos ging gegen Mönchengladbach rund um die 27. Minute alles sehr schnell. Er musste Assani Lukimya nach seinem gebrauchten Tag auf einer sensiblen Position ersetzen. Doch Werders Mittelfeldmann löste seine Aufgabe in der Innenverteidigung neben Sebastian Prödl souverän, brachte sofort die notwendige Ruhe in den Abwehrverbund und war nach 63 selbst gespielten Minuten Teil des 1:1-Punktgewinns.

„Es ist immer schwer, so früh ins Spiel zu kommen. Ich hatte gleich zwei, drei gute Aktionen. Da habe ich mir die Sicherheit geholt. Außerdem kenne ich diese Position aus der Vergangenheit. Danach war es dann nicht mehr das größte Problem", blickt Kroos noch einmal auf Samstag zurück, ohne dabei allerdings seinen Teamkollegen ‚Luki‘ zu vergessen. „Ich will natürlich unter anderen Umständen ins Spiel kommen. Für Luki war das schon bitter. Es ist immer schade, wenn einem Mitspieler so etwas passiert. Aber ich durfte mir nicht allzu viele Gedanken darüber machen und keine Angst vor dem Fehlpass haben. Ich weiß, was ich kann. Ich habe meine Sache gut gelöst."

Auch Cheftrainer Robin Dutt gefiel, was ihm der 22-Jährige auf dem Grün anbot: „Felix hatte unter der Woche schon in der Innenverteidigung gespielt und das bereits sehr ordentlich gemacht. Spielerisch ist er ohnehin sehr stark, gegen Gladbach war er auch sehr ordentlich in den Zweikämpfen."

Ein letzter Einsatz auf dieser Position liegt lange zurück. Fast auf den Tag genau vor zehn Monaten spielte Kroos zuletzt in einem Pflichtspiel in der Innenverteidigung. Beim 0:2 gegen den TSV Havelse verteidigte er neben Oliver Hüsing in der U23 des SV Werder. Nur 72 Stunden später durfte Kroos dann in der Bundesliga ran. Bei Fortuna Düsseldorf bestritt er in der Saison 2012/2013 sein siebtes Erstligaspiel, allerdings auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld. Es folgte kein Wechsel mehr zurück zur U23, Kroos biss und spielte sich in der ‚Ersten‘ fest. Und wenn er spielte, dann ausschließlich als Sechser - bis das Heimspiel gegen Gladbach kam.

Doch die Umstellung machte dem 22-Jährigen nicht zu schaffen. „Ich habe insgesamt ein Jahr in der U23 in der Innenverteidigung gespielt. Diese Erfahrungswerte haben mir schon geholfen. Wenn man dazu aber auch ein gewisses Spielverständnis hat, ist der Wechsel nicht so schwer", so der Mann mit der 18 auf dem Rücken.

Auch die Tatsache, dass Kroos auf der nicht bevorzugten Abwehrposition eingesetzt wurde, stört ihn nicht. Einst sagte er: „Wichtig ist, dass ich überhaupt Fußball spiele. Das ist das, was ich machen will. Wenn mich der Trainer in den Sturm stellt, spiele ich da, wenn ich in der Innenverteidigung spielen soll, spiele ich dort." Ist das Modell Felix Kroos in der Innenverteidigung spielen zu lassen, sogar eine selbst angestrebte Dauerlösung? „Es geht nicht um mich. Ich spiele dort, wo ich der Mannschaft am meisten helfen kann. Am Samstag war es auf dieser Position. Wenn es weiterhin dort sein sollte, bleibe ich dort auch gerne."

Bis zum kommenden Sonntag, 15.30 Uhr, muss er sich gedulden, ob und auf welcher Position er bei Eintracht Frankfurt, dem kommenden Gegner, spielen wird. Doch unabhängig von seiner persönlichen Situation zählt in diesem Spiel für Felix Kroos nur "den Schwung aus dem Gladbach-Spiel mitzunehmen und auf keinen Fall nachzulassen. Wir haben die Chance, den Abstand auf die Abstiegsplätze zu vergrößern. Die nächsten Spiele können bereits entscheidend sein."

von Timo Volkmann