Garcia: Im Bad der Menge

Die Zuschauer stützten, Santiago Garcia jubelte: Bilder, die es nicht so häufig in Deutschlands Stadien gibt (Foto: nph).
Profis
Montag, 30.09.2013 // 17:23 Uhr

Dieser Jubel hatte was Einmaliges. Santiago Garcia riss beide Arme hoch und sprintete zielstrebig zur Eckseite der Südtribüne, sprang auf eine Werbebande und genoss das Bad in der Menge. Werder-Fans stützen ihn, gratulierten ihm und feierten mit ihm. Kurz zuvor hatte er maßgeblichen Anteil an der frühen Führung des SV Werder im Heimspiel gegen den Club.

„Ich bin es eigentlich gar nicht gewohnt, dass ich direkt an einem Tor beteiligt bin. Es war ein emotionaler Ausdruck meiner Freude darüber und über die Führung. Ich war mir sicher, dass die Fans mich festhalten werden", erinnert sich Werders Linksverteidiger mit einem Lächeln am Tag nach dem 3:3 gegen Nürnberg an die Bilder, die durch die ganze Bundesrepublik gingen.

In Hamburg brauchte Garcia also sechs, in Bremen acht Minuten, um wieder für ein Raunen der Zuschauer zu sorgen. Doch nachdem er im Nordderby noch knapp das Tor verfehlte, sorgte er mit seiner Hereingabe dafür, dass Grün-Weiß mit 1:0 vorne lag - mit dankenswerter Unterstützung des Nürnbergers Berkay Dabanli. Und die über 40.000 Anhänger kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn bis zur 44. Minute vollzog sich eine Garcia-Gala auf dem Grün: Die linke Flanke lief er nur so rauf und runter, war aber auch im Zentrum zu finden und hielt in der Defensive seine Seite sauber.

„Es war für mich ein sehr besonderes Spiel. Ich hatte mein erstes Spiel vor unseren Fans. Das Stadion war voll und die Fans haben mitgejubelt. Wir haben allerdings zwei Punkte im eigenen Stadion liegenlassen. Da ist natürlich auch ein wenig Trauer da", sagt der Argentinier mit italienischen Wurzeln. Trauer deshalb, weil der 25-Jährige beim 1:2-Anschlusstreffer nicht ganz auf der Höhe war und die Leistung aller Grün-Weißen in Halbzeit zwei nachließ. Dazu Garcia: „Ich kann meine eigene Leistung nicht beurteilen. Das müssen der Trainer und das Team machen. Ich denke, wir haben in der ersten Halbzeit eine sehr gute Leistung abgeliefert. Wir haben kompakt gestanden und gezielt nach vorne gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir die Tore dann durch individuelle Fehler kassiert. Wichtig ist, dass wir versuchen, diese Fehler abzustellen."

Doch trotz einiger Fehler, in Erinnerung blieben die guten Aktionen an diesem Nachmittag im Weser-Stadion. Auch bei Cheftrainer Robin Dutt: „Jeder kann erkennen, was für einen guten Jungen wir da in unseren Reihen haben. Wenn das Umfeld, die Fans und alle anderen ihn so positiv sehen, dann können wir nicht so viel verkehrt gemacht haben, als wir uns für ihn entschieden haben."

von Timo Volkmann