Zusammenhalt als Trumpf

Fokussiert auf die nächsten Aufgaben: Robin Dutt ist sich sicher, die sportliche Wende zu schaffen (Foto: nph).
Profis
Mittwoch, 12.02.2014 // 16:28 Uhr

20 Spiele, nur 20 Punkte - der sportlichen Leitung um Geschäftsführer Thomas Eichin und Cheftrainer Robin Dutt war von Anfang an bewusst, dass es eine schwere Saison für den SV Werder Bremen wird. Das Polster auf einen direkten Abstiegsplatz ist recht klein. Doch Robin Dutt ist sich sicher, die prekäre Situation bewältigen und die Kehrtwende zu sportlich-erfolgreicheren Zeiten meistern zu können. Dabei setzt er vor allem auf den Zusammenhalt in der Mannschaft und dem Bremer Umfeld.

„Wir sind mit der Gesamtsituation nicht zufrieden. Dabei sind sämtliche Bereiche mit eingeschlossen. Aber wir gehen diese Situation als Team an. Der Zusammenhalt ist unsere oberste Maxime, das ‚Wir-sind-Werder-Bremen-Gefühl‘ steht an erster Stelle". Trotz der kritischen Stimmen bleibt Cheftrainer Robin Dutt besonnen und zeigt Verständnis. „Die Kritik in Bremen in dieser schwierigen Situation ist vollkommen angemessen. Sie ist zwar deutlich, aber sie wird nicht beleidigend oder geht unter die Gürtellinie. Ich bin dafür dankbar, dass wir hier in Bremen keine Zustände haben, wo die Menschen handgreiflich werden oder mehr", so der Werder-Coach.

Gerade zum Ende der vergangenen Saison hat das Bremer Umfeld und die Mannschaft in einer schwierigen Situation Zusammenhalt bewiesen und mit ALLEzGRÜN, der ‚Fanaktion des Jahres‘ (SportBild Award), den sportlichen Abstieg abgewendet. Auch für Cheftrainer Robin Dutt sind solche Drucksituationen nichts Neues. „Man hat mich nach Bremen geholt, damit man einen Trainer hat, der auch in schwierigen Situationen stark ist. Da müsste schon viel Wasser die Weser runterlaufen, bis ich frustriert bin", erklärt der 49-Jährige und verrät weiter: „Thomas Eichin und ich haben einen Plan, den wir auch ganz konsequent verfolgen werden. Der Plan beruht nicht nur auf sportliche Hochzeiten, sondern schließt auch schlechtere Zeiten mit ein. Trotzdem bekommen wir im Moment die nötige Rückendeckung, um diesen Plan weiterzuverfolgen."

Das nötige Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben soll sich die Mannschaft über Trainingseinheiten erarbeiten, bei denen es am Weser-Stadion derzeit hoch hergeht. Sinnbildlich für den täglichen Kampf gegen den Abstieg holte sich bei der Nachmittagseinheit am gestrigen Dienstag Franco Di Santo eine blutige Nase ab.

„Franco bekommt beim Training einen Ellenbogen ins Gesicht und geht mit blutiger Nase zum Physio Holger Berger. Als wir ihn in der Spielform schon gegen einen anderen Spieler austauschen wollten, hat er einfach nur gesagt, dass alles okay sei und weiter gemacht. Das zeigt doch schon, dass ordentlich Dampf drin ist", lobt Dutt die aktuelle Trainingsmentalität.

Mit Wille, Aggressivität und dem Zusammenhalt als Trumpf für den weiteren Saisonverlauf - vor heimischem Publikum am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr) könnten schon die ersten Grundsteine für die Wende gelegt werden.

von Timo Fresen