Testspiele starten: Danke-Tour durch die Region

Für den TV Jahn Schneverdingen um Marcelo Reis (rechts) hat die Begegnung gegen Werder eine große Bedeutung (Foto: Stefan Grönefeld).
Profis
Sonntag, 19.05.2013 // 13:16 Uhr

Eine ganzer Klub steht Kopf. „In Schneverdingen ist eine Aufbruchsstimmung zu spüren, die sich von unserer C-Jugend bis zu den Alt-Senioren vollzieht ...

Eine ganzer Klub steht Kopf. „In Schneverdingen ist eine Aufbruchsstimmung zu spüren, die sich von unserer C-Jugend bis zu den Alt-Senioren vollzieht. Jeder packt mit an. Und das schweißt so einen Verein natürlich enorm zusammen", macht Trainer und Mitorganisator Jesco Rohde die einzigartige Bedeutung für den eigenen Club deutlich. Der TV Jahn Schneverdingen ist neben dem VfL Oldenburg und dem SV Atlas Delmenhorst einer der drei Gegner, auf die der SV Werder vor der anstehenden Sommerpause in Testspielen trifft. Und da es gegen die zuerst genannten Mannschaften bereits am Dienstag, 21.05.2013, und am Mittwoch, 22.05.2013, geht, ist es Zeit, einen Blick auf die kommenden Kontrahenten zu werfen.

Für den VfL Oldenburg "eine große Party"

Der VfL Oldenburg feiert den Aufstieg in die Oberliga (Foto: VfL Oldenburg).

Der außerordentliche Stellenwert für die niederklassigen Teams, ein Spiel gegen den SV Werder Bremen bestreiten zu können, ist seit Tagen in den jeweiligen Regionen zu spüren. Beim VfL Oldenburg, bei dem Werder am Dienstag, 21.05.2013, um 18 Uhr aufläuft, sieht man die Partie nicht nur als Highlight der Saison, sondern auch als Geschenk für den kurz zuvor perfekt gemachten Aufstieg an. „Unsere künftigen Oberligisten freuen sich schon tierisch auf Dienstag und die anstehende ‚Party‘ auf dem Spielfeld", so VfL-Pressesprecher Aloysius Meyer, „zwar läuft der Vorverkauf mit 1000 verkauften Tickets noch etwas schleppend, aber da bin ich auch sehr zuversichtlich", fügt er erwartungsvoll hinzu. 2010 hatten knapp 3000 Zuschauer das Spiel gegen den Bundesligisten gesehen, vor sechs Jahren waren es sogar 10 000.

Meyer freut sich aber nicht nur auf eine höhere Zuschauerzahl, sondern ist generell begeistert vom ‚Drumherum‘: „Am meisten freue ich mich darüber, dass viele Kinder das Spiel annehmen. Die sind immer wahnsinnig froh, wenn die Spieler sich nach dem Spiel Zeit nehmen, Autogramme zu schreiben."

TV Jahn Schneverdingen will erstes Tor erzielen

Schneverdingens Trainer und Mitorganisator Jesco Rohde (links) freut sich ganz besonders auf die Partie gegen seinen ehemaligen Verein (Foto: Stefan Grönefeld).

Während die VfL-Kicker in den letzten Jahren schon öfters Testspiel-Gegner der Grün-Weißen waren, ist es für den TV Jahn Schneverdingen am kommenden Mittwoch, 22.05.2013, um 18.30 Uhr das erste Aufeinandertreffen. „Das letzte Mal war vor 30 Jahren ein Bundesligist in unserer Region zu Gast. Damals spielte der 1. FC Nürnberg in Walsrode. Für uns und den Landkreis ist es also mit Abstand das größte Highlight der letzten Jahrzehnte", erläutert Trainer Rohde seine Vorfreude auf die Partie und ergänzt „das merkt man auch am Vorverkauf. Momentan sind wir bei 2200 verkauften Tickets und es gibt auch noch einige Vorbestellungen. Wir sind wirklich total zufrieden. Es könnte einfach nicht besser laufen." Das Osterwaldstadion in Schneverdingen ist am Mittwoch für 5000 Zuschauer zugelassen.

Die 150 helfenden Hände wollen für den großen Moment einiges auf die Beine stellen, schließlich kann so ein Spiel ein enormer „Imagegewinn" für die Stadt sein. Ein Rahmenprogramm ist geplant. Unter anderem werden die Schneverdinger Cheerleader, bestehend aus 30 Mädchen, sowie die Musiker der Schneverdinger Stadtfalken den Tag gestalten. „Ansonsten soll der Fokus natürlich auf den 90 Minuten liegen", so Rohde. Ein Ziel hat sich der Coach für diese Zeit auch gesetzt: „Wir wollen zu Beginn mit Mann und Maus stürmen, um das erste Tor zu erzielen, damit das Stadion auch sofort wach wird und vielleicht zum Hexenkessel werden kann. Dann wollen wir uns hinten rein stellen und probieren unter 10 Gegentoren zu bleiben."

Nach dem verpassten Landesliga-Klassenerhalt, in der eigentlich die Qualität vorhanden war, um unter die ersten sieben Teams zu kommen, will man dem Verein und den Fans also ein gutes Spiel liefern. „Wir haben in den zuletzt aufeinanderfolgenden Spielen sieben oder acht Eigentore gemacht. Das war mehr als unglücklich. Klar, dass das Umfeld dann denkt, dass der Fokus mehr auf Werder als auf die Liga gerichtet war", äußert Rohde und fügt erwartungsvoll an „Unser Ziel in der neuen Saison ist ganz klar der Wiederaufstieg. Manchmal muss man eben einen Schritt zurück machen, um zwei nach vorne zu gehen."

Da die Mannschaft aber sehr eng zusammensteht, freut sich der TV Jahn jetzt aber erstmal auf die kommende Aufgabe gegen den SV Werder aus Bremen: „Natürlich ist die Enttäuschung überall sehr groß, dass Thomas Schaaf nicht dabei ist, weshalb auch leider schon einige Tickets zurückgegeben wurden. Trotzdem überwiegt natürlich die Freude auf das Spiel in unserem 20 000-Einwohner-Örtchen", verdeutlicht Jesco Rohde noch einmal, dessen Wurzeln selber in der Jugend des SV Werder liegen und dessen letzter A-Jugend Trainer Schaaf gewesen war.

Auch VfL Oldenburgs Pressesprecher Meyer weiß diesen Umstand rational einzuordnen: „Natürlich haben wir uns auf Thomas Schaaf gefreut, gerade als Werder-Kultfigur. Aber leider ist das im Fußballgeschäft nun mal so, dass man manchmal neue Wege gehen muss."


von Marcel Schmidt