Sehnsucht nach ruhmreichen Tagen

Dynamo Kiew will auch in Zukunft jubeln und feiern, doch dafür muss der große Rivale aus Donezk besiegt werden.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nicht einmal drei Tage nach dem Testspiel gegen den SV Heiligenfelde wartet auf Werder Bremen bereits der nächste Prüfstein in der Länderspielpause. Am kommenden Sonnabend, den 13.10.2012 kommt es zur besten Bundesligazeit um 15:30 Uhr in der Cloppenburger „TimePartner Arena" zum Aufeinandertreffen mit Dynamo Kiew.

Nicht einmal drei Tage nach dem Testspiel gegen den SV Heiligenfelde wartet auf Werder Bremen bereits der nächste Prüfstein in der Länderspielpause. Am kommenden Sonnabend, den 13.10.2012 kommt es zur besten Bundesligazeit um 15:30 Uhr in der Cloppenburger „TimePartner Arena" zum Aufeinandertreffen mit Dynamo Kiew. Das Spitzenteam aus der Ukraine, das vor wenigen Wochen erst gegen Borussia Mönchengladbach spielte, hat vor der Saison einen großen Millionenbetrag in seinen Kader investiert und nicht nur diverse Fußballstars nach Kiew gelockt, sondern auch einen Trainerstar: Oleg Blochin. Der Coach wird in Cloppenburg allerdings fehlen.

Neben vielen Nationalspielern wird auch Blochin nicht in Cloppenburg dabei sein. Bis Jahresende fungiert der Coach noch in einer Doppelfunktion, trainiert das Nationalteam der Ukraine und Dynamo Kiew. So hießen seine Gegner dieser Tage eigentlich Moldau und Montenegro in der WM-Qualifikation, doch auf Grund eines kurzfristigen Krankenhausaufenthaltes wird er dem grünen Rasen vorerst fern bleiben. Blochin ist in Kiew geboren und absolvierte für Dynamo die meisten Spiele seiner aktiven Profikarriere von 1969 bis 1987. Damit ist er der Spieler mit den meisten Einsätzen (432) und den meisten Toren (211) in der Vereinsgeschichte. Als Klub-Trainer war er vornehmlich in Griechenland, Russland aktiv, ehe er vor wenigen Monaten zu seiner großen Liebe Dynamo Kiew zurückkehrte und „seinen" Verein erstmals überhaupt von der Seitenlinie aus betreute.

Anknüpfen an die erfolgreiche Vergangenheit

Es ist DAS Duell in der Ukraine: Schachtjor Donezk gegen Dynamo Kiew. Zuletzt gewann Donezk dreimal in Folge den Landestitel.

Mit Blochin soll Dynamo Kiew wieder die Nummer Eins im Land werden. Momentan ist Schachtjor Donezk der Klassenprimus in der Ukraine, gewann zuletzt dreimal in Folge den nationalen Meistertitel. Dreimal in Folge Vizemeister wurde - Dynamo Kiew. Es ist ohnehin zumeist ein Duell dieser beiden Vereine. Dynamo Kiew ist in der Ukraine vergleichbar mit dem FC Bayern München in Deutschland. Umso schmerzvoller sind die drei titellosen Jahre. Nun soll an die „ruhmreiche Vergangenheit" des ukrainischen Rekordmeisters „angeknüpft" werden, wie Vereinspräsident Igor Surkis kürzlich forderte.

Für dieses Unterfangen sind unter anderem Taye Taiwo (AC Mailand), Marco Rúben (Villareal), Miguel Veloso (FC Genua), Niko Kranjcar (Tottenham Hotspur) und nicht zuletzt auch Raffael (Hertha BSC) nach Kiew gewechselt. Im Gegensatz dazu hat der Traditionsklub allerdings auch einen ganz großen Fußballer verloren: Andrij Schewtschenko. Europas Fußballer des Jahres 2004 beendete seine aktive Laufbahn dort, wo er einst angefangen hatte: bei Dynamo Kiew.

Über Gladbach in die Königklasse

Bundesligist Borussia Mönchengladbach präsentierte sich gut in der CL-Quali, unterlag letztendlich aber unglücklich gegen Dynamo Kiew.

Erst vor wenigen Wochen traf Kiew bereits auf einen Bundesligisten. In der Champions-Leaguge-Qualifikation hieß der Gegner Borussia Mönchengladbach. In Gladbach konnte Dynamo sich mit 3:1 durchsetzen, so dass beim Rückspiel im heimischen Stadion selbst die 1:2-Niederlage gegen starke Borussen reichte, um sich für die Königsklasse zu qualifizieren. Doch trotz dieses Erfolges, so recht läuft es noch nicht. Gegen den großen Rivalen Donezk spielte Dynamo Kiew in dieser Saison bereits zweimal. Zweimal hagelte es bittere Niederlagen (Liga: 1:3, Pokal: 1:4).

In der Tabelle der ukrainischen Premier-League thront auch deshalb erneut: Schachtjor Donezk. Dynamo Kiew folgt mit neun Punkten Rückstand auf Platz Drei. Bevor es in der Liga und auch in der Champions-League alsbald weiter geht, kommt da ein Test gegen einen ambitionierten Bundesligisten gerade recht. Vor allem die zweite Garde wird sich auf dem Platz gegen Werder Bremen beweisen dürfen. Wenn dann wieder alle Stars inklusive Trainer Blochin zurück sind, wird sie fortgesetzt, die Jagd nach Erfolgen und Titeln. Denn nur Erfolge und Titel garantieren das, wonach sich nach drei ernüchternden Jahren alle in Kiew so sehr sehnen: ruhmreiche Tage.

Von Cord Sauer