50. Bundesliga-Saison: Der Meister lädt ein

Borussia Dortmund und Werder Bremen eröffnen die 50. Bundesliga-Saison, Julian Schieber (l.) und Basti Prödl (r.) sind dabei.
Borussia Dortmund
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nicht mehr lang und die längste Sommerpause der Bundesliga-Geschichte ist beendet - endlich! Wenn am morgigen Freitag, den 24. August 2012, im Signal Iduna Park die 50. Saison der Fußball-Bundesliga angepfiffen wird, treffen exakt dieselben Mannschaften aufeinander, die einst auch im Jahr 1963 Deutschlands höchste Spielklasse eröffneten: Borussia Dortmund und Werder Bremen.

Nur noch wenige Stunden und die längste Sommerpause der Bundesliga-Geschichte ist beendet - endlich! Wenn am morgigen Freitag, den 24. August 2012, im Signal Iduna Park die 50. Saison der Fußball-Bundesliga angepfiffen wird, treffen exakt dieselben Mannschaften aufeinander, die einst auch im Jahr 1963 Deutschlands höchste Spielklasse eröffneten: Borussia Dortmund und Werder Bremen. Die erste Auflage entschieden die Bremer mit 3:2 für sich und auch ein halbes Jahrhundert später dürfen die Fans auf ein torreiches Spiel hoffen - noch nie endete ein Bundesliga-Eröffnungsspiel 0:0.

Der BVB hat ein wahres Fußballmärchen hinter sich. Zwei Jahre lang hat eine junge, frech aufspielende Mannschaft ganz Fußball-Deutschland begeistert, hat zuletzt mit 81 Punkten die Meisterschale souverän verteidigt. 81 Punkte - nie holte ein Verein innerhalb einer Saison mehr. Unter Jürgen Klopp, seit vier Jahren BVB-Coach, avancierten die Schwarz-Gelben zum Branchenprimus, der sogar dem FC Bayern den Rang ablief und ihm das Vizekusen-Stigma verpasste.

Meisterschafts-Hattrick zur Jubiläumssaison?

Mit Shinji Kagawa (r., hier gegen Werders Clemens Fritz) holte Dortmund in zwei Jahren drei Titel.

Für die neue Saison hat BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke als sportliches Ziel die Champions-League-Qualifikation ausgegeben. Es geht aber auch darum, Eigenschaften wie Unbekümmertheit, Motivation, Leidenschaft und vor allem den Titelhunger beizubehalten. Trainer Klopp ist für diese Aufgabe prädestiniert wie kaum ein anderer. Schon das Double 2012 war eine Sensation. Jetzt heißt es wieder: alles auf Anfang.

Träumen ist erlaubt. Bislang glauben nur die kühnsten BVB-Optimisten an die dritte Meisterschaft in Folge. Derartige Gedankenspiele werden in vereinsinternen Kreisen schon im Keim erstickt. Bei zahlreichen Wettanbietern gilt Dortmund erneut als Titelkandidat - hinter Bayern München. Parallel zur Bundesliga wollen sich Lewandowski, Götze und Co. auch in der Champions-League beweisen und die Leistungen aus der Vorsaison vergessen machen.

Gang hochschalten gegen Bremen

Bevor die Hymne der Königsklasse erklingt, geht es auf nationaler Ebene gegen Werder Bremen. Erst vor sechs Tagen hat der BVB seine Visitenkarte an der Weser abgegeben. In der ersten DFB-Pokalrunde präsentierte sich Dortmund gegen den FC Oberneuland souverän, wenn auch nicht wie gewohnt spritzig und spielfreudig. Geschuldet war dies den hohen Temperaturen und der Saisonvorbereitung. Kapitän Sebastian Kehl gab nach dem Spiel zu: "Wir haben noch in keinem Spiel unser Potenzial abgerufen." Zum Ligastart soll nun ein Gang hochgeschaltet werden.

"Freitag werden wir ein ganz anderes Spiel erleben", weiß Klopp und schickt Vorschusslorbeeren in den Norden: "Werder hat uns schon beim Liga-total!-Cup einen spektakulären Schlagabtausch geboten. Die sind auf einem ganz guten Wege, da sind extrem talentierte Burschen dabei." Werder-Trainer Thomas Schaaf hätte ebenfalls nichts gegen einen offenen Schlagabtausch: "Für die Fans würde ich mir das wünschen. Wir wollen unseren Gegner fordern und unser Spiel umsetzen." In den letzten Monaten ist es nur wenigen Teams gelungen, Dortmund zu stoppen. Werders Defensive wird deshalb morgen besonders gefragt sein, wie Schaaf weiß: "Der BVB spielt oft schnell in die Spitze. Das müssen wir verhindern. Wir müssen in der Defensivbewegung die richtigen Entscheidungen treffen."

"Die Hütte wird brennen"

Beim letzten Ligasieg von Werder gegen den BVB traf Claudio Pizarro, der sich hier gegen Sven Bender (l.) durchsetzt

Den Abgang von Shinji Kagawa (Manchester United) hat der BVB mit Neuzugang Marco Reus (Gladbach) aufgefangen. Dazu wurden Talente wie Julian Schieber (Stuttgart), Leonard Bittencourt (Cottbus) und Routiner Oliver Kirch (Lautern) geholt. Sie alle kamen bereits beim ersten Härtetest der Saisonvorbereitung zum Einsatz, als Dortmund beim Liga-total!-Cup gegen Werder im Finale verlor. In der Bundesliga gewannen die Borussen zuletzt mit 1:0 (März 2012) und 2:0 (Oktober 2011) gegen Werder. Den letzten Dreier gegen den BVB holten die Bremer im Mai 2011 beim 2:0-Erfolg im Weserstadion. Damals ging es für den SVW um den Klassenerhalt und Dortmund war frisch gebackener Überraschungsmeister.

Dortmunds Königstransfer, Marco Reus, kann das Eröffnungsspiel der Jubiläumssaison kaum erwarten: "Ich freue mich auf mein erstes Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen. Da wird die Hütte brennen." Neben einer großen Portion Vorfreude hat der Fußballer des Jahres 2012 aber auch eine Kampfansage parat: "Wir werden gut vorbereitet sein und versuchen, ein Feuerwerk abzuliefern."

Von Cord Sauer