Stimmen zum Spiel: ''Das ist für uns eine Lehre''

Am Ende reichte es nicht für drei Punkte: Sokratis im Kopfballduell mit Cristian Molinaro.
Profis
Sonntag, 23.09.2012 // 21:21 Uhr

Zur Halbzeit mit 2:0 geführt und am Ende trotzdem nicht als Sieger vom Platz gegangen - das ist die Bilanz des SV Werder nach dem 2:2-Unentschieden gegen den VfB Stuttgart. Entsprechend fielen auch die Reaktionen der Grün-Weißen aus. „Lob kann es heute nur für die erste Halbzeit geben, für den zweiten Durchgang hat die Mannschaft kein Lob verdient", stellte Klaus Allofs nach dem Spiel fest. „In den ersten 45 Minuten haben wir das sehr gut gemacht, haben die Tore erzielt. Danach haben wir speziell im hinteren Bereich keinen Zugriff mehr gehabt und müssen uns deshalb vorwerfen, dass wir nach dem 0:2 nicht sicherer agiert haben. Da kommen wir aus der Halbzeit und nach vier Minuten steht es 2:1. Das kann nicht sein", ärgerte sich der Geschäftsführer.

Enttäuschung herrschte auch bei den anderen Werderanern, die sich nach dem Spiel ebenfalls äußerten. WERDER.DE hat die Aussagen thematisch geordnet:

Zum Spielverlauf:

Nils Petersen: „Das müssen wir analysieren. Die Halbzeiten waren gar nicht so unterschiedlich. Stuttgart hatte schon im ersten Durchgang einige Chancen. Da hat das Ergebnis in der Bewertung noch einiges kaschiert. Wir sollten das aber auch nicht zu schlecht machen heute, der VfB hat eine gute Mannschaft. Sie stehen zu Unrecht da unten."

Marko Arnautovic: „Ich habe keine Ahnung, warum es heute nicht gereicht hat. Wahrscheinlich sind wir am Ende wieder an unser selber gescheitert. Sicher ist, dass wir das Spiel nach dem 2:0 nach Hause bringen müssen. Das 2:1 kann passieren, aber beim Ausgleich haben wir extrem viel Pech. Trotzdem hatten wir auch genügend Chancen, dass Spiel zu gewinnen. Wir haben das bis zum Strafraum gut gemacht, dann aber nicht vernünftig zu Ende gebracht. Wenn wir das in den kommenden Spielen besser machen, dann bin ich davon überzeugt, dass wir viele Tore erzielen werden."

Speziell zur zweiten Halbzeit mit der hektischen Schlussphase:

Thomas Schaaf: „Die Schlussphase war sehr hektisch und unruhig. Nach der 2:0-Führung haben wir uns das natürlich anders erhofft, aber da fehlte uns die Ruhe und die nötige Sicherheit. Daran müssen wir arbeiten. Wir sind ein Stück zurückgegangen, haben den Stuttgartern Möglichkeiten geboten. Auf der anderen Seite haben wir die Chancen, die sich boten, zu risikoreich gespielt. Bei unseren Kontern haben wir die letzte Stufe nie erreicht, die Bälle zu früh verloren."

Zlatko Junuzovic: „Wir haben einfach keinen Druck mehr erzeugen können. Wir haben einfach nicht mehr richtig nach vorne gespielt. Dann bekommst du nach vier Minuten den Anschlusstreffer und spätestens dann ist klar, dass es noch eine ganz holprige Partie wird. Aber wir haben im zweiten Durchgang teilweise gepennt und teilweise waren wir nicht konsequent genug. Dieses Spiel ist für uns eine Lehre."

Nils Petersen: „Wir haben einfach die Offensivaktionen nach vorne vergessen. Wir haben die Angriffe nicht mehr gut ausgespielt Vielleicht waren wir uns zu sicher. Man muss aber auch mal hervorheben, dass Stuttgart ganz stark eingewechselt hat. Wie der Traore da auf der Seite abgegangen ist, war stark und den Niedermaier kannst du nur ganz schwer verteidigen. Das ist ein ‚Ochse‘ von zwei Meter Größe, wenn er zum Kopfball hochsteigt."

Sebastian Prödl: „Das war in der ersten Halbzeit über weite Strecken ganz ordentlich, aber im zweiten Durchgang hätten wir mehr machen müssen. Sollte es bei einigen den Gedanken gegeben haben, weniger offensiv zu agieren, dann hätten wir das ganz anders machen müssen. Es war klar, dass Stuttgart nochmal alles riskieren wird. Aber wir haben sie dann spielen lassen, haben zu wenig Zweikämpfe geführt, zu wenig gegen den Ball gearbeitet. Insgesamt war es eines unserer schlechtesten Spiele dieser Saison."

Klaus Allofs: „Fakt ist, wir haben uns die Punkteteilung heute selbst zuzuschreiben. Da hatten kein Schiri und keine schwierigen Umstände Einfluss drauf, sondern nur wir selbst."

Punktverlust oder Punktgewinn:

Zlatko Junuzovic: „Das ist heute ein sehr bitteres Ergebnis für uns. Man kann nicht zufrieden sein, wenn man 2:0 führt und das 3:0 auf dem Fuß hat. Andererseits mussten wir nach dieser zweiten Halbzeit fast froh über den Punkt sein."

Nils Petersen: „Wir haben nach dieser Partie einen Punkt mehr auf dem Konto und mussten am Ende froh sein, dass er uns blieb. Es war in der Schlussphase ein offener Schlagabtausch, bei dem noch alles hätte passieren können."

Klaus Allofs: „Wir haben zwei Punkte verloren. Einen Zwei-Tore-Vorsprung musst du über die Zeit bringen. Aber wir geben momentan einfach zu viele Chancen her."

Über die Torschützen Junuzovic und de Bruyne:

Klaus Allofs: „Kevin de Bruyne ist für uns schon jetzt ein wichtiger Spieler, der bereits zwei Tore geschossen hat. Aber er hat auch das Potenzial, dass man sagen kann, da ist noch eine Menge Luft nach oben."

Zlatko Junuzovic: „Das war sehr wichtig für mich, dass ich in der Bundesliga auch mal anschreibe, also mich in die Torschützenliste eintragen konnte. Umso bitterer, dass es nicht zum Sieg gereicht hat."

Über die Riesenchance von Nils Petersen:

Nils Petersen: „Ich bin hierher gekommen, um Offensivaktionen zu haben. Heute konnte ich zwei Treffer vorbereiten, aber hätte auch selbst eins machen müssen. Ich gehe auf das Tor zu und habe den Ball auf dem linken Fuß. Dann will ich dem Keeper die Kugel durch die Beine schieben, so wie gegen den HSV, doch der Ulreich macht die Beine nicht auf oder nicht weit genug."

Der Platzverweis gegen Assani Lukimya:

Klaus Allofs: „Ich habe gerade mit 'Luki' in der Kabine gesprochen, er sagt, dass er den Spieler sicher getroffen hat, aber im Kampf um den Ball von vorne in den Zweikampf kam, die Kugel auch berührt hat und keine bösen Absichten hatte. Ich kann die Szene nicht beurteilen, weil ich noch keine Bilder gesehen habe."

Thomas Schaaf: „Ich habe die Szene von der Seitenlinie aus nicht genau sehen können, aber wer 'Luki' kennt, der weiß, dass er niemandem etwas Böses will und sich immer voll einbringen möchte."

Marko Arnautovic: „Ich stand bei der Szene nicht direkt daneben und kann deshalb auch nichts dazu sagen."

Kevin De Bruyne: „Ich kann die Szene nicht genau beurteilen. In meinen Augen war das schon ein härteres Tackling, aber ich glaube, dass eine Gelbe Karte auch gereicht hätte."

Die anstehende Englische Woche:

Marko Arnautovic: „Das Spiel wirft uns nicht zurück, wir haben ja auch nicht verloren. Wir müssen jetzt aber schauen, dass wir am Mittwoch in Freiburg drei Punkte holen."

Zlatko Junuzovic: „Das Spiel in Freiburg wird eine schwierige Aufgabe. Wir müssen immer den absoluten Willen bringen und müssen alle an einem Strang ziehen. Wenn uns das gelingt, dann können wir dort auch gewinnen."

Klaus Allofs: „Mir ist der Rhythmus in dieser Woche sehr recht. Es ist gut wenn es Schlag auf Schlag geht und die Bundesliga richtig Fahrt aufnimmt. Wir müssen uns jetzt schnell aufrichten und am Mittwoch wieder mutig spielen. Es wäre ein Fehler jetzt zurückhaltender zu agieren."

Nils Petersen: „Zum Glück haben wir am Mittwoch gleich wieder ein Spiel, ich hoffe, dass wir da den Bock umstoßen werden."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Michael Rudolph