Kampf, Leidenschaft und Einsatz - Werder ringt Mainz nieder

Ein Spiel, geprägt von strömendem Regen und energischen Zweikämpfen, wie hier zwischen Arnautovic und Noveski.
Profis
Sonntag, 04.11.2012 // 21:48 Uhr

Dass die Grün-Weißen am Sonntag keine spielerische Glanzleistung zeigten, lag vor allem am Gegner. „Die Mainzer hatten keinen Respekt, haben forsch nach vorne gespielt, waren giftig und laufstark. Das hat uns große Probleme bereitet", berichtet der Österreicher. „Mainz hatte sehr viel Selbstvertrauen, das konnte man sehen, die haben den Ball sehr gut laufen lassen", konstatierte Klaus Allofs, der Mitgefühl für die 05er zeigte: „Wir können am besten nachvollziehen, wie sich die Mainzer heute fühlen, wir haben auch schon oft solche Spiele erlebt, wo wir uns einfach nicht belohnt haben. Sicher war heute auch etwas Glück dabei."

2:1 gewonnen, drei ganz wichtige Punkte eingefahren und seit nunmehr drei Spielen unbesiegt. Der SV Werder zeigte am Sonntagabend gegen den 1. FSV Mainz 05 zwar nicht sein bestes Spiel, belohnte sich aber für viel Einsatz und Kampfeswillen. „Wir sind sehr erleichtert. Dieser Sieg tut extrem gut und hilft uns im Hinblick auf die nächsten Wochen sehr viel weiter. Wir haben uns in dieser Saison oft genug nicht belohnt, heute ist uns das gelungen. Das ist das Werder in dieser Saison, aber wir müssen zusehen, dass wir vom Wundertüten-Modell zum Qualitäts-Modell werden", so Sebastian Prödl.

WERDER.DE hat sich nach 90 intensiven und nervenaufreibenden Minuten in der Mixed-Zone umgehört und alle Stimmen rund um die Partie zusammengefasst:

Kampf statt Kombination - der Spielverlauf:

Klaus Allofs: „Das war wieder so ein Spiel, in dem man sehen konnte, wie wichtig es ist, wenn jeder Spieler sich voll einbringt und jede Sekunde voll konzentriert ist. Wir wollten über den Kampf ins Spiel kommen, den Gegner von Anfang an unter Druck setzen und den Heimvorteil nutzen. Das haben wir phasenweise geschafft, aber nicht immer.

Thomas Schaaf: „Wir sind sehr froh, dass wir das Spiel für uns entschieden haben. Die Mannschaft ist non-stop gegangen und wir haben zwar viel Leidenschaft und Einsatz gezeigt, aber dennoch phasenweise auch gut kombiniert. Es war insgesamt eine sehr unruhige Partie mit sehr vielen Chancen auf beiden Seiten. In der Defensive hätten wir das noch besser machen können, da gibt es noch einige Verbesserungsmöglichkeiten. Aber im Gegensatz zu Fürth, wo wir am Ende eine Phase hatten, in der nicht mehr viel ging haben wir heute bis zum Ende alles versucht."

Aaron Hunt: „Das Spiel hat uns einiges abverlangt, wir sind auf einen sehr guten Gegner getroffen. Die Mannschaft hat aber gut erkannt, dass es heute mehr auf Einsatz und Kampf, als auf spielerische Elemente ankommt. Die Mainzer haben sich viele Chancen erarbeitet, das war heute kein Spiel wie gegen Gladbach, in dem alles funktionierte, sondern ein Kampfspiel. Das kam für mich aber nicht überraschend, die Mainzer waren die Mannschaft der Stunde, die spielt man nicht einfach so an die Wand. Man kann dem Team nur ein Kompliment aussprechen."

Nils Petersen: „Die Mainzer haben das gut gemacht, haben immer wieder gefährliche Nadelstiche gesetzt und uns nicht zur Entfaltung kommen lassen."

Sebastian Mielitz: „Ich bin heute super zufrieden, wir haben das phasenweise richtig gut gemacht und immer an uns geglaubt - das war der Schlüssel zum Erfolg."

14 Punkte, 7. Platz - die Tabellenkonstellation:

Klaus Allofs: „Der Tabellenplatz ist für mich nicht entscheidend, die Punkte sind wichtig."

Sebastian Mielitz: „Das war ein ganz wichtiger Sieg für die Moral. Wir sind zuletzt auch schon nicht auf der Stelle getreten, sind jetzt drei Spiele ungeschlagen, aber Platz sieben heißt gar nichts, das ist eine Momentaufnahme. Wir müssen jetzt zusehen, dass wir den positiven Weg weitergehen."

3 Spiele ohne Niederlage - eine Serie?

Klaus Allofs: „Wir spielen jetzt gegen Schalke und dann gegen Düsseldorf, da hätte ich nichts gegen eine Serie. Aber im Grunde ist das auch nicht wichtig, wichtig ist nur, dass wir uns in Serie weiter verbessern, dann kommt alles andere von ganz alleine."

Nils Petersen: „Wir haben aus den letzten drei Spielen sieben Punkte geholt - das „wie" interessiert jetzt keinen mehr. Aber wir wollen noch mehr, träumen alle von Europa und geben dafür jede Woche alles."

Aaron Hunt: „Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, das ist in Ordnung, aber wir dürfen uns nicht blenden lassen. Es ist alles sehr eng und wir müssen das jetzt richtig einordnen. Wir sind eine ganz junge Mannschaft und dieses Erfolgserlebnis wird uns gut tun. Wir haben alles versucht und man hat gesehen, dass dieses Team den Kontakt nach oben nicht verlieren will."

Verletzungsbedingt ausgewechselt - Sokratis:

Klaus Allofs: „Wir wissen noch nichts genaues, er wird jetzt weiter untersucht. Er hat zumindest einen dicken Bluterguss in der Wade."

Sebastian Prödl: „Er hat einen Schlag abbekommen. Was er genau hat, weiß ich nicht, aber ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Michael Rudolph