Petersen: "Ich will der sein, der sie reinmacht"

Werders neue "24" präsentierte sich am Montag am Weser-Stadion bester Laune.
Profis
Montag, 02.07.2012 // 17:10 Uhr

Nils Petersen hat vier Tage vor dem Trainingsstart eine erste "Visitenkarte" am Weser-Stadion abgegeben! Nach erfolgreich absolviertem Medizincheck wurde der 23-Jährige

Nils Petersen hat vier Tage vor dem Trainingsstart eine erste "Visitenkarte" am Weser-Stadion abgegeben! Nach erfolgreich absolviertem Medizincheck wurde der 23-Jährige, der für ein Jahr auf Leihbasis vom FC Bayern kommt, am Montagnachmittag der Öffentlichkeit präsentiert.

„Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört und war mir frühzeitig sicher, dass mich mein Weg nach Bremen führen wird. Werder ist ein großer Verein, der offensiv ausgerichtet ist", begründet Petersen seine Entscheidung und ergänzt: „Die Verantwortlichen haben sich sehr um mich bemüht und wir haben tolle Gespräche geführt. Ich bin deshalb froh, dass es jetzt endlich geklappt hat und ich noch vor dem Saisonauftakt hier sein kann."

Die Freude, dass der 1,88 m große Hüne zukünftig an der Weser auf Torejagd geht, teilen auch Klaus Allofs und Thomas Schaaf. „Wir freuen uns, dass der Wechsel geklappt hat. Als er in der zweiten Bundesliga Torschützenkönig geworden ist, hat er sich hervorgetan und gezeigt, dass er im Strafraum sehr gefährlich ist und aus jeder Chance einen Treffer erzielen möchte", charakterisiert Thomas Schaaf den 23-Jährigen. Klaus Allofs, selbst ehemaliger Top-Stürmer, ergänzt: „Nils ist ein Spieler, der Tore schießen möchte. Egal, wo der Ball runterfällt, er ist da und möchte das Ding versenken. Man kann es als Torinstinkt bezeichnen, oder als unbedingten Siegeswillen - und den brauchen wir."

Petersen bezeichnet sich selbst ebenfalls als „Strafraumstürmer. Da habe ich meine größten Stärken", sagt er, „aber ich stelle mich auch in den Dienst der Mannschaft, arbeite defensiv mit, versuche nach vorne ein Anspielpunkt zu sein und die Bälle zu halten." Das Hauptaugenmerk des in Wernigerode geborenen Petersen liegt deshalb klar darauf, „den letzten Pass zu vergolden. Als ich vor einigen Wochen mit dem FC Bayern im Weser-Stadion zu Gast war, habe ich gesehen, dass sich Werder viele Chancen herausspielt, diese dann aber nicht nutzen konnte. Ich möchte derjenige sein, der sie rein macht", so Petersen, der beim SVW die Trikotnummer 24 tragen wird.

„Dass Claudio Pizarro diese Nummer getragen hat, hat für mich keine Bedeutung. Es weiß jeder, dass er Spuren in der Bundesliga hinterlassen hat, aber ich werde nicht versuchen ihn zu kopieren, sondern bin darauf bedacht, meine eigenen Stärken einzubringen." Die hätte er schon seit längerem für Werder Bremen in die Waagschale werfen sollen - zumindest, wenn es nach der Nase von Mama Petersen gegangen wäre. „Sie hat vor fünf Jahren schon gesagt, ich soll nach Bremen gehen", schmunzelt der sympathische Neuzugang. „Durch die Nähe zu meiner Heimat haben wir die Ereignisse rund um Werder Bremen schon immer mit viel Interesse verfolgt."

Dass der Wechsel in diesem Sommer nicht schon eher über die Bühne gegangen ist, lag vornehmlich daran, dass noch die Entscheidung der Bayern ausstand. „Die wollten zunächst abwarten, bis sie selbst einen weiteren Stürmer verpflichtet haben. Aber wir waren uns sehr sicher, dass wir den Wechsel realisieren können, weil sich Nils frühzeitig für Werder entschieden hat“, so Klaus Allofs.

Nun steht Nils Petersen also für ein Jahr beim SV Werder unter Vertrag. „In diesem Jahr bin ich zu 100 Prozent Spieler von Werder Bremen und werde alles dafür tun, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind. Ich bin nicht hierhergekommen, um zehnter oder elfter zu werden. Wir wollen das Bestmögliche herausholen, feste Ziele möchte ich vor dem Saisonstart aber noch nicht definieren.“ Sicher ist indes, dass sich Nils Petersen gemeinsam mit seiner Freundin Annemarie und Hund „Akimo“ eine feste Bleibe in der Hansestadt suchen wird.

„Wir wollen gerne etwas außerhalb wohnen, damit der Hund auch genug Platz hat. Um die Dteails kümmert sich meine Freundin, wenn ich im Trainingslager bin. Es ist uns sehr wichtig, dass wir uns heimisch fühlen. Denn nur wenn man sich wohlfühlt, dann kann man mit freiem Kopf Fußball spielen.“ Vielleicht können zwei alte Bekannte bei der Suche nach einem Heim wertvolle Tipps beisteuern.  „Mit Florian Trinks war ich in Jena auf dem Internat und Philipp Bargfrede kenne ich von der U21-Nationalmannschaft.“

Von Dominik Kupilas