Stündlich Mails mit Ideen für Fan-Aktionen

Hatte diese Woche viel zu tun: Leiterin der Fanbetreuung Julia Ebert.
Profis
Freitag, 03.05.2013 // 13:38 Uhr

In der Geschäftsstelle des SV Werder Bremen gingen in dieser Woche ungewöhnlich viele Mails ein, egal ob Fanbetreuung, Marketing, Pressestelle oder Callcenter - überall meldeten sich Sympathisanten mit Grüßen, Wünschen und Ideen für Unterstützungsaktionen. WERDER.DE fragte bei Julia Ebert, der Leiterin Fanbetreuung nach, wie sie diese besondere Arbeitswoche erlebt hat.

Hallo Julia, ist dein E-Mail-Postfach schon überfüllt?
Das kann man sagen, seit dem Leverkusen-Spiel bekommen wir im ganzen Haus fast stündlich E-Mails von Werder-Anhängern mit Ideen, wie man die Profis in den kommenden Wochen unterstützen könnte. Da waren einige abgefahrene Sachen dabei, die eher nicht praktikabel sind, aber auch sehr viele tolle Ideen.

Wird man diese Ideen im Weser-Stadion am Samstag sehen?
Hinter zwei großen Aktionen haben wir uns ganz offensiv gestellt und unsere Unterstützung zugesagt. Das ist einerseits die Kampagne unter dem Motto „Werder braucht Bremen und Bremen braucht Werder", mit der dazu aufgerufen wird auch in der Zeit zwischen den Spieltagen schon Flagge zu zeigen, seine Unterstützung zu signalisieren, im privaten Bereich sich zu Werder zu bekennen, sei es mit der Fahne auf dem Balkon, mit dem Blumenbeet mit der Werder-Raute oder dem Fähnchen am Auto. Das Parkhotel wird zum Beispiel ab heute Abend, wenn die Profis ihr Quartier beziehen, die Werder-Flagge hissen. Bei der Kampagne geht es vor allem um die Grundstimmung für den Bundesliga-Endspurt in der ganzen Region.

Und dann hört man sehr viel über die Aktion „ALLEz GRÜN". Was hat es damit auf sich?
Das ist eine Initiative, die von den Fans im „Worum", einem sehr aktiven Internet-Fan-Blog, stammt. Die Kampagne bezieht sich vor allem auf den Spieltag und ruft unter anderem dazu auf, am Samstag mit grüner Kleidung ins Weser-Stadion zu kommen und so den Rückhalt zum Team auch optisch einen Nachdruck zu geben. Es wird aber auch in der Ostkurve eine Choreographie geben, über die wir noch nicht so viel verraten dürfen.

Wie unterstützt Werder die Aktionen?
Wir haben versprochen, dass wir beide Aktionen über unsere Medien verbreiten. Und andere Fans davon überzeugen, dass es besser ist, sich zunächst diesen beiden großen Aufrufen anzuschließen bevor man eine eigene kleine Aktion plant. Die Ideen anderer Fans gehen ja nicht verloren, wir haben noch einen langen Weg vor uns. Denn es ist ja auch klar: Egal, ob das Wochenende bestmöglich ausgeht oder Werder verliert. Werder wird am Sonntagabend weder gerettet noch abgestiegen sein. Wir müssen nächste Woche gegen Frankfurt nachlegen.

Nehmen die Spieler Kenntnis von den Aktionen?
Auf jeden Fall. Thomas Eichin hat ja bestätigt, dass die Unterstützung auch im Mannschaftstraining ein Thema ist. Und im Internet spielen die Profis Doppelpass mit den Fans. Kevin De Bruyne und Theo Gebre Selassie haben als erste die Aktion „ALLEz GRÜN" bei Twitter unterstützt. Sebastian Prödl verbeitet die Idee der Fans aktiv auf seiner Facebook-Seite und, und, und ...

Bist du von dieser Welle der Solidarität überrascht? Die Atmosphäre im Weser-Stadion war ja in den vergangenen Monaten auch nicht immer nur freundlich.
Ja, aber da war sie schon noch besser, als bei anderen Klubs in vergleichbaren Situationen. Deshalb bin ich auch nicht überrascht. Thomas Schaaf hat es gestern auf der Pressekonferenz sehr passend gesagt: In Bremen ist die Identifikation mit Werder eine ganz besondere. Die Stadt lebt mit. Das gilt im Erfolg, aber auch in enttäuschenden, ärgerlichen Momenten, wenn sie merken, dass die Mannschaft die Unterstützung braucht. In der Phase sind wir gerade. Jetzt muss die Mannschaft diese Stimmung mit ihrer Einstellung weiter anheizen.

Angeheizt wird die Stimmung auch von außerhalb der Bremer Stadtgrenzen.
Das stimmt, man muss ja nur mal durch das Internet surfen. Da ruft Torsten Frings zur Unterstützung auf seiner Internetseite auf, da melden sich viele Fans anderer Vereine, die uns in der Liga behalten möchten auf unseren Facebookseiten. Und ganz viel Unterstützung bekommen wir aus Österreich. Im Nachbarland will man natürlich die Nationalspieler Junuzovic, Prödl, Arnautovic und Strebinger weiter in der Bundesliga sehen.