Iggy im Tor? "Ich würde es versuchen"

Bissiger Zweikämpfer und seit Neustem auch erfolgreicher Torschütze: Aleksandar Ignjovski im Training.
Profis
Donnerstag, 14.03.2013 // 17:33 Uhr

Aleksandar Ignjovski kommt auf 92 Spiele in der ersten und zweiten Bundesliga, dazu kommen fünf Einsätze im DFB-Pokal und 15 Länderspiele für Serbien. Ein Tor erzielte er dabei nicht - zumindest nicht bis zum vergangenen Wochenende. Gegen Gladbach trug sich „Iggy" erstmalig in die Torschützenliste ein und glänzte damit in einer ganz ungewohnten Rolle. Dabei ist der flexible Serbe gerade für seine Vielseitigkeit bekannt und spielte schon auf fast jeder Position. "Ich kann nicht ausschließen, dass ich sogar als Torwart spielen könnte, ich würde es auf jeden Fall versuchen - wenn es der Mannschaft hilft", so Ignjovski.

Der Nationalspieler stand in den vergangenen Tagen und Wochen für absolute Entschlossenheit wie kaum ein Zweiter. Sein Fokus: Nur das Team. Sehr zur Freude seiner Teamkollegen und Cheftrainer Thomas Schaaf. „Er ist ein wertvoller Spieler, der sich immer schnell mit den Aufgaben, die er zu erledigen hat, identifiziert. In Gladbach hat er das hervorragend umgesetzt", findet der Werder-Coach. „Und neuerdings schießt er sogar Tore", fügt er mit einem Lächeln hinzu.

Damit meint Schaaf nicht nur Ignjovskis Treffer gegen die Borussia - auch im Training scheint der Allrounder Lust aufs Toreschießen bekommen zu haben. Mitte der Woche lupfte er allein auf Keeper Richard Strebinger zustürmend den Ball aus gut und gerne 20 Metern mit viel Feingefühl über den Schlussmann hinweg in die Maschen. Zum Erstaunen von Zuschauern und Mitspielern. „Natürlich habe ich durch die letzten Spiele Selbstvertrauen tanken können. Das Tor am Samstag war ein sehr schönes Gefühl, das mir Kraft gibt weiterzuarbeiten und mich zu verbessern", erklärt er.

Nach Einsätzen als linker und rechter Verteidiger, „Sechser" und Rechtsaußen wirbelte "Iggy" zuletzt mal wieder im linken Mittelfeld. „Er bringt sich sehr gut ein, egal auf welcher Position. Das ist sein großes Plus. Er muss sich nicht lange in eine neue Position hineindenken, sondern nimmt die Aufgabe an und versucht das Beste daraus zu machen", lobt Schaaf die Qualitäten des 22-Jährigen. Für ihn selbst ist die eigene Rolle auf dem Feld nicht allzu entscheidend: „Ich bin einfach glücklich, wenn ich spiele."

Und das tat er in der Rückrunde ziemlich häufig. In allen acht Rückrundenpartien stand der serbische Nationalspieler auf dem Rasen. Die letzten sieben Spiele bestritt er sogar in der Startformation und blieb bis zum Schlusspfiff auf dem Grün. Auch gegen Greuther Fürth will er wieder zur ersten Elf gehören. Ob dann gleich der zweite Treffer folgt, darauf will sich "Iggy" nicht festlegen. Auch Nils Petersen müsse sich keine Sorgen machen, dass er ihm seinen Stammplatz in der Sturmspitze streitig machen wolle. „Wenn Nils müde ist, kann ich vielleicht mal vorne spielen. Warum auch nicht? Wenn das Team mich vorne braucht, spiele ich auch gerne Stürmer", meint der Allrounder.

Ob im Sturm oder im Tor - für Aleksandar Ignjovski gäbe es keine Position, die er nicht spielen würde. Für den Posten im Tor sieht er dagegen doch ein kleines Problem: "Vermutlich bin ich aber etwas zu klein für einen Keeper." Mit seinem Durchsetzungswillen und seiner Einsatzbereitschaft würde er jedoch vermutlich auch dieses Manko wettmachen.

Von Yannik Cischinsky