Miele und Hunt: Matchwinner gegen Mainz 05

Dirigierte seine Mitspieler im Spiel gegen Mainz: der doppelte Torschütze Aaron Hunt.
Profis
Sonntag, 04.11.2012 // 21:47 Uhr

Als Werders Geschäftsführer Klaus Allofs zum „Volkswagen Man oft the Match" Aaron Hunt befragt wurde, stellte er seine Lobeshymne an den gegenwärtigen Kapitän zunächst zurück. „Ich ...

Als Werders Geschäftsführer Klaus Allofs zum „Volkswagen Man oft the Match" Aaron Hunt befragt wurde, stellte er seine Lobeshymne an den gegenwärtigen Kapitän zunächst zurück. „Ich hoffe nur, sie fragen mich auch zu dem Mann ganz hinten, da hat nämlich noch einer heute alles richtig gemacht, was man nur richtig machen konnte."

Klaus Allofs spielte auf Torhüter Sebastian Mielitz an, der die Mannschaft mit einigen Glanzparaden im Spiel gehalten hat. „Wenn man Aaron Hunt herausstellen will, dann muss man auch über Sebastian sprechen, der heute sehr souverän agierte. Er hat uns einige Mal gerettet, beim zu kurzen Rückpass von Basti Prödl macht das 'Miele' sehr clever. Ihm gebührt ein großes Kompliment", so Allofs, der seine Aussagen mit der Hoffnung verband, dass sich „bald auch in der öffentlichen Wahrnehmung durchsetzt, dass wir nach dem Weggang von Tim Wiese auf der Torhüter-Position sehr gut besetzt sind."

Bei Cheftrainer Thomas Schaaf ist das natürlich längst angekommen. Er lobte seine „Nummer eins" ebenfalls: „Ich habe heute einen sehr guten Torhüter gesehen, der ein gutes Spiel gemacht hat und uns in einigen brenzligen Situationen genau der Rückhalt war, den wir gebraucht haben." Der 24-Jährige freute sich selbstverständlich über diese Worte, blieb aber gewohnt bodenständig. „Solche Situationen gehören doch zum Alltag und die Klärung wird von mir erwartet, wenn ein Team so offensiv agiert wie wir."

Mielitz wollte lieber über den Doppeltorschützen Aaron Hunt sprechen. „Er ist ganz wichtig für uns, das hat er heute wieder dokumentiert. Das waren zwei ganz wichtige Treffer. Darüber freue ich mich und die ganze Mannschaft. Ich habe ja schon lange das Vergnügen mit ihm in einer Mannschaft spielen zu dürfen. Er ist ein super Kicker. Jetzt hat er auch das Selbstvertrauen und die richtige Körpersprache."

Petersen: "Er ist einer der Leitwölfe"

Für Stürmer Nils Petersen ist die Kooperation mit Teamkollege erst ein paar Monate alt, doch auch er schwärmt schon. „Er ist ein überragender Spieler. Er ist einer der Leitwölfe bei uns in der Mannschaft. Es sind nicht nur seine Tore, sondern auch seine Art zu spielen, die die ganze Mannschaft mitreißen kann. Jedes Team kann froh sein so einen Spieler in den eigenen Reihen zu haben."

Vor allem für Standardsituationen scheint Hunt eine starke Besetzung zu sein. Abwehrrecke Sebastian Prödl verrät: „Das kann er, das trainierte er jede Woche und dass er sich fünf Minuten vor Schluss den Ball nimmt und ihn so reinhaut, zeugt schon von großem Selbstvertrauen. Er übernimmt noch mehr Verantwortung, geht voran. Heute war wieder deutlich zu erkennen, dass er den Schritt nach vorn gemacht hat, den alle von ihm gefordert haben. Er ist zwar ein Typ der ruhigeren Art, dennoch geht er intern auf die Kollegen zu." Mit Blick auf das erste Hunt-Tor des Abends fügte Prödl an: „Wir wissen ja, wie stark er mit dem linken Fuß ist, aber jetzt hat er auch mal gezeigt, wie das mit dem rechten geht."

Die Bemerkung des Teamkollegen hatte Hunt in der Mixed-Zone nicht gehört, aber auch für ihn war das Tor mit rechts etwas Besonderes. „Ein direkter Freistoß mit links, ein Tor mit rechts - das ist auch schon etwas her, dass mir das gelungen ist. An ein Tor mit rechts kann ich mich mal gegen Hoffenheim erinnern, beim legendären 5:4. Aber das ist ja auch schon eine Weile her. Und ein direkter Freistoß musste jetzt einfach mal rein. Die Position war richtig gut. Genau diese Situation üben wir oft im Training und da führen die Freistöße regelmäßig zum Erfolg. Deswegen wurde es jetzt auch mal im Ernstfall Bundesliga Zeit, dass einer sitzt."

Diese Torgefährlichkeit des Kapitäns unterstrich auch Werders sportliche Leitung ganz dick. „Es sind sein Spiel, aber vor allem auch seine Tore, die der Mannschaft weiterhelfen. Und die ihn als offensiven Mittelfeldspieler so wirkungsvoll machen", sagte Schaaf, der Hunt zutraut, diese Leistung auch langfristig zu konservieren. „Er ist körperlich gewachsen, physisch stark, laufbereit und einsatzfreudig. Er wird noch viele gute Spiele machen."

Klaus Allofs sah sich gezwungen das Lob, das er schon in den vergangenen Wochen über Aaron Hunt verbreitet hatte, erneut zu bestätigen. „Was soll man noch sagen. Er ist älter geworden und hat sich weiter entwickelt. Und das Gute ist, er wird noch älter und entwickelt sich noch weiter", so Werders Geschäftsführer über den Doppeltorschützen.

Aus dem Weser-Stadion berichten Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky