Petersens perfektes Wochenende: Auf Doppelpack folgt Galanacht

Gemeinsam sind sie stark: Doppeltorschütze Nils Petersen feiert mit den Teamkollegen seinen zweiten Treffer.
Profis
Freitag, 01.02.2013 // 23:55 Uhr

So hat sich Nils Petersen das perfekte Werder-Wochenende vorgestellt: Am Freitag Hannover 96 schlagen und am Samstag den ersten Rückrunden-Sieg ausgiebig auf der GrünWeißenNacht feiern. Dass er im Congress Centrum Bremen nun auch seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga bejubeln darf, setzt dem Wochenende noch die Krone auf.

„Wir wussten, dass wir mit einem Sieg heute dafür sorgen können, dass die Stimmung auf der GrünWeißenNacht besser sein wird. Das war für uns noch zusätzliche Motivation", so die Bayern-Leihgabe. Dass Petersen mit seinen beiden Toren maßgeblichen Anteil daran hatte, wollte er nicht zu hoch aufhängen: „Nach den beiden Niederlagen zum Auftakt der Rückrunde war es heute wichtig, dass wir als Team erfolgreich sind. Da war es mir auch total egal, wer die Tore schießt. Aber natürlich ist es schön, den ersten Bundesliga-Doppelpack geschnürt zu haben." Bis die Werder-Fans zum ersten Mal jubeln durften, war aber viel Geduld gefragt. 85 Minuten lang kämpfte Werder, hatte den Gegner im Griff und rannte auf das Tor von Ron-Robert Zieler an. Einzig es fehlte der erlösende Treffer.

Dann aber nahm sich Elia ein Herz, setzte sich auf der Außenbahn ansehnlich gegen zwei Gegenspieler durch und bediente Petersen. Nach zahlreichen glücklosen Torschüssen der Werderaner traf dieser endlich in die Maschen und brachte das Weser-Stadion zum Kochen. „Das war ein überragendes Dribbling von Elli. Der Trainerstab sagt mir immer wieder, dass ich auf den ersten Pfosten gehen soll, weil es für die Verteidiger sehr schwer zu verteidigen ist. In dieser Szene habe ich den Moment perfekt abgepasst und kam ganz knapp vor Haggui an den Ball", beschreibt Petersen die Situation, die zur Führung führte. „Da hat uns der Fußballgott dafür belohnt, dass wir 85 Minuten lang gefightet haben."

Mit einem Traumtor in den rechten Winkel machte der Mittelstürmer nur drei Minuten später alles klar. „Das sind Geschichten, die der Fußball schreibt. Beim Spielstand von 0:0 wäre der Ball wahrscheinlich an den Pfosten gegangen, so geht er halt rein. Da habe ich mir den Frust von der Seele geschossen. Wenn man als Stürmer zwei oder drei Spiele nicht trifft, dann staut sich da einiges an. Mit den beiden Toren habe ich die Mannschaft belohnt", so der gebürtige Wernigeroder, der nicht vollkommen zufrieden war: „Ich weiß, dass ich im Laufe der Saison auch schon einige Chancen vergeben habe. Aber das macht keiner absichtlich. Bei uns gibt jeder einzelne alles für den Erfolg von Werder", so Petersen. „Dass neun Tore das sind, was die Fans von mir erwarten, ist vollkommen berechtigt", zeigte sich der Matchwinner selbstkritisch.

Keinen Grund für Kritik sah Thomas Schaaf: „Heute hat es sich ausgezahlt, dass er ein sehr eifriger, fleißiger Spieler ist, der nie aufgibt und immer an sich glaubt. Er macht und tut und gibt sich nie zufrieden und wenn er dann noch Tore schießt, dann haben wir ihn alle noch mehr lieb", so der Cheftrainer.

Ein Lob des Trainers, zwei Tore und drei Punkte zeigt die Freitags-Bilanz von Nils Petersen auf. Da kann man schon mal von einen „gelungenen Abend" sprechen. Auf eine weitere erfolgreiche Nacht hofft Petersen am Samstag. „Das wird ein sehr schöner Abend. Ich hoffe, dass wir da alle genug Kraft haben werden, um feucht-fröhlich zu feiern. Ein kleines Bierchen werden wir uns aber schon genehmigen, aber wir wissen auch, dass wir erst ein Spiel gewonnen haben", so Petersen.

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Michael Rudolph