Eichins erster Arbeitstag: Erst mal richtig ankommen

Wird auch am Samstag auf der Bank Platz nehmen: Werder neuer Geschäftsführer Thomas Eichin.
Profis
Donnerstag, 14.02.2013 // 18:02 Uhr

Zweikämpfe führte er sein Leben lang: Auf dem Rasen oder auf der Eisfläche, als aktiver Profifußballer oder in der Jugend als Eishockeyspieler. Bei seiner Ankunft am Weser-Stadion erlebte Thomas Eichin gleich ein weiteres Duell. Seine Erfahrung vergangener Tage konnte der 46-Jährige dabei allerdings nicht einbringen.

Denn es war - nicht wie früher - eine Person, die sich ihm in den Weg stellte, vielmehr wurde ein kleines Werkzeug aus Metall zu seinem ersten großen Zweikampf an der Weser: ein Schlüssel, der nur mit einem speziellen Mechanismus-Prinzip Tür für Tür öffnet. „Es war gar nicht so leicht, überhaupt erst einmal in mein Büro zu kommen. Ich habe es dennoch geschafft, von der Tiefgarage bis in das oberste Stockwerk vorzudringen. Darauf bin ich schon ein wenig stolz", äußerte sich der ehemalige Bundesliga-Profi auf der offiziellen Pressekonferenz am Mittag mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Seine erste Amtshandlung hat er also vollbracht, Werders neuer Geschäftsführer Sport. Er ist beim SV Werder Bremen angekommen. Die Ankunft Eichins freute auch Cheftrainer Thomas Schaaf: „Ich finde es gut, dass Thomas Eichin endlich seine Position einnehmen konnte und sich absolut auf Werder Bremen konzentrieren kann. Wir sind sehr froh, dass er jetzt da ist. Wir sollten ihm aber die Zeit geben, um sich einzuleben." 

Einleben ist schließlich das richtige Wort für Werders neuen Mann in der Geschäftsführung. Zwischen Pressegespräch und Ankunft am Morgen blieb nämlich nicht viel Zeit dafür. Zügig das Auto ausgeladen, die ersten Arbeitsutensilien ins Büro gebracht, kurz mit Namensvetter Schaaf geplauscht und ab zur ersten Pressekonferenz in neuer Funktion. „Es geht zunächst darum, alle Abläufe kennenzulernen. Ich werde in den nächsten Tagen in Ruhe mein Büro einrichten und die Mannschat sowie die Mitarbeiter kennenlernen", so Eichins Vorhaben für die kommenden Tage und Wochen.

Um seine Zelte an der Weser künftig nach seinen Vorstellungen und mit „seinem Stil" aufbauen zu können, musste der 46-Jährige erst alte abbrechen. In Köln, bei seinem alten Arbeitgeber, den Kölner Haien, wo er insgesamt 14 Jahre tätig war. „Die Verabschiedung war natürlich eine emotionale Geschichte. Ich habe die Zeit bei den Haien sehr genossen, aber Fußball ist mein Sport und ich bin froh, wieder in diesem Bereich arbeiten zu können", gesteht der Ex-Außenverteidiger. Denn: „Ich habe den Fußball vermisst."

Umso wichtiger war es für ihn, zeitnah nach dem Abschied aus der Domstadt seine neue Position beim SV Werder einzunehmen. „Ich bin sehr froh, direkt hier aufschlagen zu können. Das lässt meine Wehmut schneller vergessen, ich kann mich hier direkt in meine neue Aufgabe stürzen." Dabei folgt er dem Prinzip „heute gut zu sein und nicht gestern oder morgen".

Sportlich wird es für Thomas Eichin bereits in zwei Tagen ernst. Der gebürtige Freiburger wird den Sport-Club aus seiner Heimatstadt im Weser-Stadion erleben. Auch die bis dato ungeklärte Frage, wo er die Begegnung verfolgen wird, konnte Eichin beantworten: „Ich werde auf der Bank Platz nehmen, denn ich möchte sehr nah dran sein, die ganzen Abläufe kennenlernen und auch schauen, wie beispielsweise die ‚Physios‘ arbeiten. Mir ist es wichtig, viele Erkenntnisse zu gewinnen."

In der Zwischenzeit wird Werders neuer Geschäftsführer Sport Büroarbeiten erledigen: „Mein Terminkalender ist voll. Ich werde die Zeit jetzt effektiv nutzen. Ich freue mich auf meinen ersten richtigen Arbeitstag." Und sein Interesse wird groß sein, den Weg dahin möglichst schnell frei zu räumen. Probleme sollte er dabei nicht mehr haben. Die Tücken auf dem Gang aus der Tiefgarage hin zu seinem Büro hat Eichin bereits kennengelernt. An seinem ersten Arbeitstag.

von Timo Volkmann