(B)Logbuch 6: Der Tiger und die Biene

Schon in der ersten Trainingseinheit im Zillertal ging es richtig zur Sache.
Profis
Montag, 16.07.2012 // 10:30 Uhr

Servus! Das zweite Trainingslager der Sommervorbereitung verschlägt den SV Werder in die Alpenregion Zillertal - zum ersten Mal. Zwischen Berg und Tal ist auch Werders Mediendirektor Tino Polster wieder dabei und hautnah bei der Mannschaft. In seinem (B)Logbuch bietet er Hintergründiges, bunte Storys aus ungewöhnlichen Perspektiven und die eine oder andere Anekdote abseits der sportlichen Entscheidungen.

Montag, 16.07.2012, 10 Uhr

Es war ein wenig ungewohnt. 28 Spieler saßen an einer einzigen, meterlangen Tafel beim Abendessen im Hotel Theresia. Aber irgendwie besitzt dieses Bild auch Symbolkraft. Diese Mannschaft zeigt sich bisher als echtes Team. „Wir sind fast alle jung und verstehen uns richtig gut", deutete Philipp Bargfrede das sichtbar gute Betriebsklima an.

Auch die erste Trainingseinheit vor der Zillertaler Bergkulisse hatte diesen Eindruck wieder bestätigt. Ein tempostarkes Trainingsspiel mit besonderen Regeln, verdichtet auf eine Platzhälfte, alle paar Sekunden ein Zweikampf - da ging's richtig zur Sache! Der Trainer registrierte zufrieden: „Jeder will seine Marke setzen!" Ein harter Wettstreit um die Plätze im Team ist längst im Gange, aber mit positiver Energie ausgetragen. Jeder will unbedingt, niemand verletzt dabei Grenzen.

Aber zurück in den Speisesaal. Dort suchte der „Tiger" Hilfe bei der Seniorchefin des Hauses. Theresia Egger hat das Hotel einst aufgebaut. Sie stammt aus dem Zillertal. Dieses Urlaubsgebiet ist Natur pur. Ein Quell der Erholung, die Gesundheit muss hier zuhause sein. Wer, wenn nicht Theresia, könnte unserem Torwarttrainer also helfen, das aufkommende Kratzen im Hals zu lindern. Gleich kommt es, das Hausmittel, dachten alle am Trainertisch. Die Chefin kredenzte einen „Meisterwurz", quasi als erste Hilfe. Die besondere Wurzel wächst jenseits der Höhengrenze von 2000 Metern. Aber nicht nur Michael Kraft, der „Tiger" also, erkannte schnell: Ein würziger Begrüßungsschnaps ist das, aber nicht die Lösung des Problems. Die folgte sogleich. Theresia brachte nun ein Fläschchen und drehte es auf. „Trink einfach bis es genug für Dich ist", sagte Frau Egger geheimnisvoll. Und verriet dann doch: „Es ist etwas von der Biene." Wir sind echt gespannt, ob diese „Medizin" beim „Tiger" wirklich sticht.

In unserem neuen Quartier war alles relativ schnell funktionstüchtig hergerichtet. Die Kleiderkammer zum Beispiel, zentral gelegen und geräumig. Allerdings war Fritz Munder auch schon vorab gereist und hatte vorgearbeitet. Profi eben. Schließlich muss mit der Logistik sofort alles passen. Gleich daneben liegt die „Physiopraxis". Eigentlich ein schlauchartiger Konferenzraum. Fünf Liegen stehen hier nebeneinander, im Trainingslager herrscht in dieser Abteilung stets Hochbetrieb. In der Parkgarage finden sich unsere Mountainbikes, damit legen die Spieler den kurzen Weg zum Platz zurück. Die Fahrräder könnten im Verlauf der sieben Tage in Zell auch einmal für eine komplette Trainingseinheit genutzt werden. Der erste Frühsport aber erfolgte im Laufschritt entlang der Ziller. Grundsätzlich passt's in unserem neuen Sommerquartier. Jetzt muss nur noch rasch das Wetter besser werden.