Ein Tor von Bargfrede und eins von ... Bargfrede

Philipp Bargfrede beim Twitter-Chat mit den Fans im TV-Studio des Weser-Stadions.
Profis
Freitag, 05.04.2013 // 11:47 Uhr

Nein, eine Glaskugel hatte Philipp Bargfrede nicht dabei, als er am Donnerstagnachmittag zum Twitter-Chat ins TV-Studio in der Südkurve des Weser-Stadions kam. Einen Blick in die nahe Zukunft wagte der 24-Jährige in der halben Stunde, die er mit den Fans vor dem Bildschirm verbrachte, aber trotzdem.

„Wir werden am Samstag alles geben und am Ende mit 2:1 gewinnen", antwortet er im Brustton der Überzeugung auf die Frage nach einem Tipp für das Spiel gegen den FC Schalke 04. Mit einem Augenzwinkern fügte er anschließend die Torschützen hinzu: „Ein Tor von Bargfrede und eins von ... Bargfrede."

Abstieg? NEIN!

Ein überraschender Tipp, ist doch der 24-Jährige nicht gerade bekannt für seine Torgefahr. In 82 Bundesliga-Spielen gelang ihm bislang noch kein einziger Treffer. Die Stärken liegen woanders: „Ich glaube, dass ich der Abwehr mit meinem Zweikampfverhalten Halt geben kann, die Balleroberung sehe ich als meine größte Stärke. Aber am Torabschluss muss ich noch arbeiten", gibt „Bargi" zu. Und auch ohne Treffer in Mainz blickt Werders Nummer 44 zufrieden auf sein Comeback zurück. „Für das erste Spiel war das ganz gut, aber ich kann mich natürlich noch steigern", antwortete er auf die Frage von Twitter-Follower @Weseresk.

Dass er sich in der Vorwoche gegen die Mainzer direkt in der Startelf wiederfand, freute ihn. „Das war natürlich ein Sprung ins kalte Wasser, aber jetzt bin ich wieder voll da. Es war ein super Gefühl wieder auf dem Platz gestanden zu haben. Während meiner Verletzung hat es mir am meisten zu schaffen gemacht, hilflos auf der Tribüne zu sitzen und der Mannschaft nicht helfen zu können." Jetzt kann er wieder helfen und wird das in den ausstehenden sieben Spielen auch tun. „Wir wollen am liebsten sieben Siege einfahren", lautet die Marschroute für den Rest der Saison. Auf die Frage ,ehrliche Antwort: steigen wir ab oder nicht?‘ antwortete Bargfrede entsprechend mit einem deutlichen „NEIN"!

"...da hatte ich keine Lust mehr auf Fußball" 

Meisterschaft, Pokal, Abstieg - dass sich Philipp Bargfrede eines Tages als Fußballprofi mit diesen Themen beschäftigen würde, war nicht immer so klar. Zwar stand der Berufswunsch schnell fest, aber der Start ins Fußballerleben war stockend. „Eigentlich habe ich als 6-Jähriger mit dem Fußballspielen begonnen. Der Sportplatz war damals direkt gegenüber von meinem Elternhaus und ich habe gespielt, ohne vorher jemals trainiert zu haben. Deshalb wusste ich nicht, was ich machen muss und war irgendwann überfordert. Ich bin dann einfach während des Spiels heulend vom Platz gelaufen und nach Hause gegangen. Danach hatte ich erst mal ein Jahr lang keine Lust auf Fußball und habe dann erst wieder mit sieben begonnen", erklärt Bargfrede Twitter-User @Dauerfroh6.

Den Spaß am Fußball hat er definitiv wiedergefunden und auch beim Chat mit den Fans kam Bargfrede auf seine Kosten. „Es hat mir großen Spaß gemacht. Es waren echt interessante Fragen der Fans dabei", resümierte der 24-Jährige die interaktive Unterhaltung mit den Anhängern. Und so kann man auch ohne Glaskugel sagen: Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen.

von Dominik Kupilas