"Seine Verletzung hat ihn mächtig rausgerissen"

Wesleys "Unglücksspiel" auf Schalke. 60 Minuten stand Werders Brasilianer auf dem Platz, dann folgte die Auswechslung.
Profis
Donnerstag, 27.10.2011 // 19:30 Uhr

Was ist bloß mit Wesley los? Diese Frage stellen sich zurzeit viele Werder-Fans. Auch Cheftrainer Thomas Schaaf betrieb auf der offiziellen Pressekonferenz am Donnerstag, 27.10.2011, Ursachenforschung, warum der Brasilianer „mit seiner momentanen Verfassung nicht klarkommt. Wir sind unzufrieden. Ich glaube, er ist es auch. Wir haben große Erwartungen an ihn, weil wir Leistungen von ihm gesehen haben, die hungrig machen, diese wieder zu erleben. Er tut sich zurzeit schwer, das zu erreichen. Seine Verletzung hat ihn mächtig rausgerissen", sieht Schaaf in Wesleys langer Verletzungspause den Hauptgrund.

Es war der 20.11.2010. Werder gastierte in der Saison 2010/2011 beim FC Schalke 04. In der 60. Minute passierte es. „Wes" verletzte sich ohne Fremdeinwirkung. Die anschließende Diagnose: Sehnenriss. Das hatte zur Folge, dass der Mittelfeldmann mehrere Monate pausieren musste. Seine bis dahin gute Form war passé. Seither fällt es dem Brasilianer schwer, diese alte Form wieder zurückzuerlangen.

„Wir müssen Ruhe und Geduld bewahren, müssen ihn weiter fordern. Er möchte möglichst viel an unserem Spiel teilhaben. Oft ist er dabei zu verspielt, aber man darf ihm nicht alles abgewöhnen", so der Werder-Coach weiter. „Wir wollen ‚Wes' nicht abschieben, sondern ihn so erleben, wie wir ihn hier kennengelernt haben. Dabei ist es ist entscheidend, dass er die Probleme annimmt. Das ist ein wichtiger Punkt in seiner Persönlichkeit. Wir wollen mit ihm arbeiten, um ihn noch stärker zu machen", führt Schaaf noch weiter aus.

In der Einheit am Donnerstag hatte Wesley wieder die Möglichkeit, sich zu zeigen, was auf Mikael Silvestre und Sebastian Boenisch noch nicht zutraf. „Bei Silvestre und Boenisch ist die Aufbauarbeit im Gange. Sebastian versucht dies, intensiv auf dem Platz zu realisieren", gab Schaaf Auskunft über den Stand der zwei Bremer Rekonvaleszenten, die im Laufe des Tages getrennt voneinander für unterschiedlich individuelle Einheiten auf dem Platz standen.

„Mikael liegt absolut im Zeitplan. Wir müssen Geduld haben", so Schaaf über den französischen Abwehrmann. Noch größere Fortschritte sind bei Sebastian Boenisch zu erkennen. „Ich bin heute Morgen zum ersten Mal gelaufen, und hier in der Kabine zu sein, ist wirklich fantastisch. Ich war zwar in den letzten dreizehn Monaten immer mal wieder da, aber das waren immer nur wenige Minuten. Da bekommst du ja nichts mit. Ich hoffe, dass es nur noch eine Frage von ein paar Wochen ist, wieder im Kader zu stehen", freute sich der polnische Nationalspieler.

von Timo Volkmann