"Mein Hunger ist noch groß genug"

Arbeitet zurzeit an seinem Comeback, um möglichst bald wieder im Werder-Trikot dem Ball hinterherlaufen zu können: "Boro".
Profis
Dienstag, 14.02.2012 // 09:26 Uhr

Es ist jetzt sechseinhalb Monate her. Tim Borowski kam letztmalig in einem Pflichtspiel zum Einsatz. Und es war ein bitteres. Werder schied nach einem 1:2 beim Drittligisten 1. FC Heidenheim aus der ersten Runde des DFB-Pokals aus. Borowski stand vier Wochen später zwar noch einmal im Test bei Union Berlin 45 Minuten auf dem Spielfeld, doch es sollte sein vorerst letzter Auftritt im Werder-Dress gewesen sein. Immer wieder warfen den 31-Jährigen Verletzungen zurück.

 „Ich will endlich wieder mit der Mannschaft trainieren und in der Bundesliga spielen. Mein Hunger ist noch groß genug", verschwendet der gebürtige Neubrandenburger keinen Gedanken an ein vorzeitiges Karriereende.

In den letzten Wochen konnte Tim Borowski sein Trainingspensum sukzessive steigern. Angefangen bei Laufbandarbeit im Fitnessraum, der Verlagerung seines Reha-Programms auf die Außenplätze des Trainingsgeländes am Weser-Stadion, absolvierte „Boro" zuletzt sogar einen Parcours mit Co-Trainer Wolfgang Rolff. Dribblings, Torschüsse - für den Mittelfeldmann fühlten sich diese Übungen schon wieder „sehr gut an". Sein persönliches Ziel: „Zurück auf den Platz kommen, mit den Jungs trainieren und wieder jedes Wochenende im Wettkampf stehen."

Sein letzter Einsatz in der Bundesliga datiert aus der Vorsaison. Im Heimspiel am 30. Spieltag gegen den FC Schalke 04 (1:1) spielte Borowski 90 Minuten. Dieses Gefühl möchte er möglichst bald wieder erleben: „Es ist der gelebte Traum, bei Werder Bremen Fußballer zu sein. Ich identifiziere mich total mit diesem Verein, bin stolz für Werder spielen zu dürfen." Diese Identifikation begann bereits im Kindesalter. So habe „Boro" noch einen Ball mit Autogrammen von Spielern wie beispielsweise Rune Bratseth in der heimischen Vitrine stehen. Trotz seines einjährigen Intermezzos bei den Bayern gehört Tim Borowski mittlerweile zu den dienstältesten Akteuren an der Weser. Der ehemalige Werder-Internatsschüler freut sich daher besonders über die Entwicklung der jungen Spieler. „Sie gehen gescheit und klug mit der Situation um. Obwohl sie einen recht großen Druck verspüren, wirken sie schon sehr, sehr abgeklärt", so der Ex-Nationalspieler, der sein eigenes Debüt für die Grün-Weißen noch genauestens vor Augen hat: „Es war das Spiel gegen 1860 München. Der Trainer hat mich Mitte der zweiten Halbzeit ins kalte Wasser geworfen. Im Nachhinein bin ich ihm einfach nur dankbar, denn es war wahrscheinlich der glücklichste Tag in meinem Sportler-Leben." Der Trainer damals wie heute ist Thomas Schaaf, den „Boro" als „mein Karrierebegleiter und Förderer" bezeichnet. „Wir haben ein besonderes Verhältnis", so Borowski nach fast 300 gemeinsamen Werder-Spielen mit dem Cheftrainer.

Wie viele Partien noch hinzukommen, hängt einerseits von den weiteren Fortschritten Borowskis auf dem Trainingsplatz ab, anderseits auch von seiner vertraglichen Situation. Der Kontrakt des 31-Jährigen läuft im Sommer aus. „Ich werde mich im Sommer mit Klaus Allofs und dem Verein zusammensetzen und dann die Situation genau analysieren. Im Moment sind die Gespräche mit Spielern wie Clemens Fritz, Claudio Pizarro und Tim Wiese natürlich wichtiger", weiß Werders Nummer sechs. Unabhängig davon kann sich der 31-Jährige sogar vorstellen, nach seiner Karriere eine Co-Trainer-Tätigkeit an der Weser auszuüben. „Das ist durchaus eine Option", so Borowski. Die Chemie würde bei dem Duo ‚Schaaf Boro' nach einem gemeinsamen Jahrzehnt gewiss stimmen.

Notiert von Timo Volkmann und Adrian Rehling

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