Noch eine Rechnung offen

Werders Aufholjagd gegen die Lauterer brachte nichts mehr ein. 2:3 lautete der Endstand am 34. Spieltag der vergangenen Saison.
Bundesliga
Donnerstag, 04.08.2011 // 16:27 Uhr

Bei einem Blick zurück auf die vergangene Saison, erinnert man sich beim SV Werder nur ungern an die beiden Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Kaiserslautern. Zwei Mal gingen die Pfälzer als Sieger ...

Bei einem Blick zurück auf die vergangene Saison, erinnert man sich beim SV Werder nur ungern an die beiden Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Kaiserslautern. Zwei Mal gingen die Pfälzer als Sieger vom Platz - zuletzt am 34. Spieltag. Direkt am ersten der neuen Spielzeit sind die „Roten Teufel" wieder der Gegner. Die beste Möglichkeit, gleich zum Auftakt diese offene Rechnung zu begleichen.

Harte , aber faire Zweikämpfe sind gegen die "Roten "Teufel vorprogrammiert.

Bis auf Platz sieben kletterte der FCK in der Abschlusstabelle 2010/2011. Ein Resultat, das nur wenige Experten dem damaligen Aufsteiger zugetraut hätten. Ein Schlüssel zum Erfolg waren nicht nur die starken Auftritte vor heimischem Publikum am Betzenberg, sondern auch die in der Ferne. Die letzten vier Bundesliga-Auswärtsspiele hat Kaiserslautern gewonnen und ist seit Mitte Februar auf des Gegners Platz ungeschlagen.

Dass diese Serie noch länger Bestand hat, wollen die Grün-Weißen an diesem Samstag verhindern. „Es geht darum, die eigene Qualitäten durchzusetzen. Kaiserslautern hat uns in der letzten Saison schon zwei Mal das Leben schwer gemacht, also sind wir gewarnt", sagte Cheftrainer Thomas Schaaf auf der offiziellen Pressekonferenz. Seiner Meinung nach gehe es darum, an die geglückte Generalprobe gegen den FC Everton (1:0) anzuknüpfen: „Von der Leistung, die wir dort in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben, müssen wir noch mehr zeigen. Wir müssen beweisen, dass es besser geht als im Pokal."

In welcher Form sich die Pfälzer derzeit befinden, ist nur schwer zu beurteilen. Die Testspiele ließen nur wenige Schlüsse zu. Neben einem 3:0-Erfolg gegen den Zweitligisten FSV Frankfurt, spielte der FCK gegen drei französische Erstligisten. Ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage - ausgeglichener könnte die Bilanz nicht sein. In der erste Runde des DFB-Pokals erfüllten die „roten Teufel" ihre Pflichtaufgabe ohne große Mühe. Mit 3:0 gewann die Mannschaft beim unterklassigen BFC Dynamo Berlin.

Tim Wiese musste beim letzten Aufeinandertreffen gleich drei Mal hinter sich greifen.

In Kaiserslautern setzt man auf das Kollektiv. Trainer Marco Kurz ist es gelungen, eine Einheit zu formen, die ohne große Einzelkönner auskommt. Ob diese Einheit aber auch noch zu Beginn der neuen Saison besteht, wird sich noch zeigen müssen. In der Abwehr sind zwar alle Leistungsträger an Bord geblieben, die Viererkette ist eingespielt. Doch die Offensive ist in der Vorbereitung die große Baustelle gewesen. Mit Jan Moravek, der zurück zu Schalke 04 beordert wurde, Erwin Hoffer (jetzt bei Eintracht Frankfurt) und Srdjan Lakic hat der FC gleich drei Leistungsträger verloren. Vor allem der Abgang von Lakic zum VfL Wolfsburg wiegt schwer und wird wohl kaum zu kompensieren sein. Immerhin steuerte der Stürmer 16 Tore zur erfolgreichen Saison bei.

In seine Fußstapfen soll der israelische Nationalspieler Itay Shechter treten. Der Neuzugang von Hapoel Tel Aviv gilt als Hoffnungsträger und wurde vom Fachmagazin „kicker" sogar als „Königstransfer" betitelt.
Der wichtigste Spieler im FCK-Gefüge ist aber weiterhin Kapitän Christian Tiffert. Der Mittelfeldmann gehörte zu den besten Vorlagengebern der vergangenen Spielzeit, ist Denker und Lenker des Teams. „Wir dürfen die gesamte Offensive des Gegners nicht ins Rollen kommen lassen", warnte Thomas Schaaf. Auch bei den gefürchteten Lauterer Standardsituationen wird von den Werderanern höchste Aufmerksamkeit gefordert sein.

Die Pfälzer reisen jedenfalls mit einer breiten Brust an die Weser. „Wir fahren selbstbewusst nach Bremen und wollen dort etwas Zählbares mitnehmen", formulierte Mittelfeldspieler Thanos Petsos das klare Ziel. Trainer Marco Kurz warnt vor Überheblichkeit: „Werder Bremen wird uns ganz anders fordern, als es Berlin im Pokal getan hat." Er hat neben einem Erfolg im Weserstadion noch ein längerfristiges Ziel im Blick: „Nach oben zu schießen ist eine Qualität, aber die größte Qualität ist, Konstanz rein zu bringen. Da wollen wir hinkommen." Konstant wäre es auch, wenn seine Spieler den dritten Erfolg gegen Werder in Serie einfahren würden.

von Marc Schmedtlevin