Raus aus dem Anzug, rein ins Trikot: Sonderlob für Thy

Die Bremer Trinks und Thy feierten vor knapp drei Wochen ihre bestandene Abiturprüfung in "Grothenn's Gasthaus".
Profis
Mittwoch, 20.07.2011 // 17:36 Uhr

Es war ein Sonderlob, dass Lennart Thy sicher einen weiteren Schub für die Vorbereitungen geben wird. Cheftrainer Thomas hatte ihn angesprochen auf dessen Leistung am Dienstagabend, namentlich erwähnt und öffentlich Pluspunkte an den noch bundesliga-unerfahrenen Angreifer verteilt.

„Es geht ja nicht darum, wer 100 Bundesligaspiele mit auf den Platz bringt, sondern was er im Training anbietet. Und es freut mich sehr, wie er sich in der Vorbereitung zeigt. Er hat Qualitäten, die der Mannschaft weiterhelfen. Er kann die Bälle vorne halten, er erobert Bälle und er hat eine ordentliche Trefferquote. Bei all diesen Punkten ist er immer vorn dabei", so der Bremer Coach.

Der junge Stürmer aus dem ostfriesischen Norden hat damit einen guten Start in eine für ihn völlig neue Phase seiner Karriere hingelegt. Erst vor einigen Tagen hatte Geschäftsführer Klaus Allofs den Fokus auf den Angreifer gelegt. „Ich bin sehr neugierig, wie Lennart und Florian Trinks sich hier präsentieren. In dieser Situation waren sie noch nie, sich einfach ohne Belastung durch Abitur und Auswahlmannschaft auf den Profifußball zu konzentrieren. Immerhin gehören sie zu den besten Spielern in ihrem Jahrgang."

Der Übergang vom Schüler zum Profi wurde für Thy und Trinks vor zwei Wochen ganz deutlich. Fast symbolisch wirkte es, als sie mit ihren Klassenkameraden am Samstag, 02.07.2011, zum Abiball in „Grothenn's Gasthaus" in Bremen erschienen, um ihren Abschluss zu feiern. Richtig lang wurde der Abend nicht, denn nur wenige Stunden später rief schon der Ernst des Berufslebens. Am Morgen nach der Party ging es mit den Kollegen Fritz, Hunt und Marin ins Trainingslager nach Norderney.

Dreimal täglich kicken, laufen und schinden ohne Unterbrechung durch binomische Formeln oder die Fakten zur französischen Revolution. Nicht nur beim Trainer, sondern auch bei den Kollegen konnte Lennart Thy überzeugen. Claudio Pizarro nach dem Freiburg-Spiel mit dem Ostfriesen in der Startformation: „Unsere Stürmer haben in Freiburg richtig gut gespielt und viele Tore geschossen. Ich hoffe, dass es bei allen so weitergeht." Angespornt wird Lennart Thy auch regelmäßig von Marko Marin: „Er unterstützt mich, treibt mich an, kommt immer zu mir und fordert ein Tor, dann mache ich auch meistens eins. Er muss eben nur die richtigen Pässe geben, dann ist es leicht", grinst Thy und weiß, dass er bei dieser Konkurrenz noch viele Buden machen muss.

 

aus Donaueschingen berichtet Michael Rudolph