"Jetzt mehr daraus machen!" - Die Stimmen zum Spiel

Sie tanzten, sie hüpften: Die Werder-Profis feierten noch auf dem Spielfeld den 2:0-Erfolg gegen die "Roten Teufel".
Profis
Samstag, 06.08.2011 // 18:57 Uhr

Endlich wieder ein Auftaktsieg. Fünf Jahre ist es her, dass die Grün-Weißen mit drei Punkten in die Bundesliga gestartet sind. Es war ein 4:2-Auswärtssieg bei Hannover 96. Der souveräne 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstagnachmittag beendete diese schwarze Serie und macht noch neugieriger auf die laufende Saison.

"Ich kann mich an diesen Sieg noch gut erinnern, es war damals mein erstes Bundesliga-Spiel für Werder Bremen", erinnerte sich Clemens Fritz bei WERDER.TV. Per Mertesacker fügte an: "Wir sind froh, dass wir besser gestartet sind als in den vergangenen Jahren. Wir kamen mindestens drei Jahre lang nicht so gut aus den Startlöchern." Geschäftsführer Klaus Allofs frohlockte daraufhin: "Wir dürfen jetzt nicht durchdrehen, das war der erste Spieltag. Aber jetzt gilt es aus dieser Ausgangssituation mehr zu machen. Und das macht immer Spaß, aus so einer Situation heraus seine Ziele zu verfolgen."

Der 2:0-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern brachte jedoch nicht nur das Aufatmen über den ersten Auftaktssieg nach 5 Jahren, sondern auch eine Menge anderen Gesprächsstoff. WERDER.DE fasst hier die wichtigsten Themen aus der Mixed-Zone zusammen. Gesprochen wurde vor allem auch ...

Über die spielerischen Auftritt der Werder-Profis:

Per Mertesacker: "Wir haben uns heute alle zusammengerissen, einer war für den anderen da. Wir haben aus dem letzten Jahr gelernt, haben als Mannschaft besser in die Rückwärtsbewegung gefunden."

Clemens Fritz: "Man hat gesehen, dass wir heute unbedingt drei Punkte holen wollten. Vor dem 1:0 gab es eine Phase, da haben wir uns einschläfern lassen. Der Lattenknaller hatte einen Hallo-Wach-Effekt. Ich spiele die Position am liebsten, wo ich am meisten helfen kann. Aufgrund der Vorbereitung war es für mich überraschend, nicht hinten gespielt zu haben. Aber es war auch nichts Neues, im Mittelfeld spielte ich in der Vergangenheit auch schon."

Markus Rosenberg: "Wir haben heute starkes Pressing gespielt und dann immer die zweiten Bälle gewonnen. Das hat uns heute stark gemacht."

Cheftrainer Thomas Schaaf: "Wir haben heute besser als gegen Everton gespielt - flüssiger, zügiger. Man hat gesehen, dass die Mannschaft unseren Weg mitgehen will. Sie wollte das Tor unbedingt machen. Sie war bereit, jeden Weg zu gehen."

Klaus Allofs: "Wir können sehr zufrieden sein, Lautern hat uns alles abverlangt. Es war eine richtige Fleißarbeit. Wir mussten großen Einsatz und viel geduld aufbringen. Am Ende wurden wir mit den Toren belohnt. Die Mannschaft hat heute ein freundliches Gesicht gezeigt."

Marco Kurz (FCK-Trainer): "Wir haben in der ersten Hälfte nie den Zugriff auf die Raute des Gegners bekommen. Das positivste war, dass wir mit 0:0 in die Pause gegangen sind. Danach sind wir sehr gut rausgekommen, aber haben ein völlig unnötiges, aber verdientes Gegentor bekommen. Insgesamt war es zu wenig, um hier in Bremen zu bestehen. Werder hat mehr investiert, man muss sich nur das 2:0 anschauen. Da sprintet der Spieler 50 Meter über den Platz und schlägt dann so eine Traumflanke. Das war ein echter Kraftakt."


Über den Hammer-Konkurrenzkampf, der die Werder-Profis erwartet:

Klaus Allofs: "Das spricht doch für unsere Möglichkeiten, wenn wir bei diesem Wetter einen Ekici oder Wesley reinwerfen können. Und bald könnten das auch ein Pizarro, ein Naldo, ein Prödl sein. Dieser Konkurrenzkampf wird das Team nach vorn pushen und es noch besser machen. Wenn es ein Erfolg ist, dass du nach einer Trainingswoche im 18er Kader stehst, dann macht das doch erst wieder richtig Spaß. Das ist nicht zu vergleichen mit dem letzten Jahr, als wir am Ende mit den 15 Spielern antraten, die dabei waren, weil sie gesund waren und nicht weil sie besonders tolle Leistungen im Training gezeigt hatten."

Cheftrainer Thomas Schaaf: "Ich war heute mit allen zufrieden. Wir haben im Mittelfeld einige Varianten und heute haben wir eine genommen, die mehr Sicherheit versprach. Clemens hat das im Mittelfeld sehr gut gemacht. Die Seite in Verbindung mit ihm und Papas zu besetzen ist eine gute Variante. Wesley war in seinem Spiel noch nicht so sicher und klar, wie er es kann. Aber man konnte heute sehen, dass dieser Einsatz in einer Phase, in der es gut lief, eine Wirkung auf ihn hatte. Er könnte jetzt sein Spiel gefunden haben."

Über die starke Defensivleistung. Erster Auftaktsieg "zu Null" seit 2004:

Klaus Allofs: "Die Viererkette verliert keine Spiele und sie ist auch bei einem Zu-Null-Spiel nicht allein verantwortlich. Die ganze Defensive hat das sehr gut gemacht. Sicher kann man sagen, dass wir mit den Neuverpflichtungen Schmitz, Wolf und Sokratis drei sehr gute Griffe getan haben, aber Bargfrede und Fritz haben davor auch viel Stabilität gegeben. Philipp Bargfrede hat das heute sehr gut gemacht. Als er raus musste, konnte man sehen, dass wir zunächst Probleme bekamen, die wir erst nach einem erneuten Wechsel wieder beheben konnten. Ich hoffe, dass er sich nicht so schwer verletzt hat. Er hat eine ziemlich schwere Prellung davon getragen, als er selbst Foul gespielt hatte."

Clemens Fritz: "Wir wollten mit positiven Ergebnissen in die Saison starten, haben mit Mann und Maus unser Tor verteidigt und unsere Chancen nach vorn gesucht."

Per Mertesacker: "Es gibt nichts besseres als so einen Saisonstart hinten gleich zu Null hinzulegen. Das war ein sehr wichtiger Erfolg. Wir haben das sehr viel über Kampf geregelt. Von diesem Weg waren wir im letzten Jahr etwas abgekommen. Wir können uns jetzt eine Woche erholen und müssen nächste Woche gleich wieder so auftreten.

Über die Prognosen für die Saison:

Klaus Allofs: "Niemand kann heute sagen, wie die Saison ausgehen wird. Nur weil Köln 0:3 verloren oder Wolfsburg 3:0 gewonnen haben, muss es nicht heißen, dass sie unten drin bleiben oder oben mitspielen. Lautern ist ein Team, dass noch nicht so hoch eingeschätzt wird, aber wenn sie immer so spielen, wie heute, werden sie eine gute Saison spielen.

Über die Unterstützung der Fans:

Klaus Allofs: "Es ist doch klar, dass gewinnen einfach viel mehr Spaß macht. Aber unsere Fans haben schon am Dienstag gezeigt, dass sie bereit sind, dieser Mannschaft zu helfen und auch wissen, dass man auch mal ein Spiel verlieren kann.

Per Mertesacker: "Nach dem Schlusspfiff herrschte pure Erleichterung bei Team und Fans. Aber man hat auch gesehen, dass die Mannschaft gar nicht weiß, wie man mit dieser Feierstimmung umgehen soll. Insgesamt spürt man unheimliche Unterstützung.

Mehmet Ekici: "Das war mein erstes Heimspiel im Weser-Stadion. Es herrschte eine Superstimmung, die Fans haben uns nach vorn getrieben. Das war schon ein tolles Gefühl."


Aus dem Weser-Stadion berichten Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Timo Volkmann.