Sokratis-Debüt ohne Happy-End

Werder verlor beim Blitzturnier in Southampton beide Spiele. Neuzugang "Sokratis" kam im zweiten Match gegen Bilbao zu seinem ersten Einsatz.
Testspiel
Samstag, 23.07.2011 // 20:31 Uhr

Ohne einen einzigen Sieg endete für Werder Bremen am Samstag, 23.07.2011, das Blitzturnier um den Memorial Cup in der südenglischen Hafenstadt Southampton. Die Grün-Weißen mussten sich im ...

Ohne einen einzigen Sieg endete für Werder Bremen am Samstag, 23.07.2011, das Blitzturnier um den Memorial Cup in der südenglischen Hafenstadt Southampton. Die Grün-Weißen mussten sich im Eröffnungsspiel gegen den Zweitligisten FC Southampton mit 0:3 geschlagen geben, ehe im zweiten Match gegen den spanischen Traditionsverein Athletic Bilbao eine 1:2-Niederlage folgte. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte dabei Philipp Bargfrede (36.) erzielt.

Entsprechend unzufrieden zeigte sich Werder-Coach Thomas Schaaf nach Ende des Turniers: „Das war heute nicht gut, das war nichts. Ich glaube, wir saßen irgendwie noch im Flieger. Natürlich kann man es mit der Anreise erklären, aber trotz allem hätten wir hier mehr zeigen müssen. Das zweite Spiel war etwas besser, da sind wir auch mal zum Abschluss gekommen. In der ersten Partie waren wir viel zu lethargisch, ich habe das sofort in der Kabine verdeutlicht. Man kann mal verlieren, aber wenn wir so auftreten wie heute, dann geht das nicht."

Eröffnungsspiel gegen FC Southampton ging 0:3 verloren

Überzeugte Werder-Coach Schaaf mit "griffigen Zweikämpfen": Sokratis Papastathopoulos.

Schaaf bot in den beiden 45-minütigen Partien jeweils zwei unterschiedliche Startformationen auf. So debütierte Werders neuer Grieche Sokratis Papastathopoulos im zweiten Match gegen den spanischen Vertreter aus Bilbao, Zu seiner Leistung äußerte sich Schaaf wie folgt: „„Er war griffig in den Zweikämpfen, was man bei anderen Spielern nicht gesehen hat."

Zuvor musste „Papas" von der Reservebank aus mit ansehen, welche Probleme seine neuen Teamkollegen gegen die Gastgeber aus Southampton hatten. SVW-Keeper Sebastian Mielitz wurde bereits nach sechs Spielminuten vor die erste Probe gestellt, als die Engländer in Person des sehr auffälligen Alex Chamberlain zu einer Großchance kamen, die "Miele" mit einer klasse Parade vereitelte.

Fünf Minuten später klingelte es dann zum ersten Mal im Kasten von Mielitz. Werders Hintermannschaft ging bei einem Doppelpass zwischen Jack Cork und David Connolly nicht energisch zu Werke, sodass sich Connolly die Ecke aussuchen durfte und zum 1:0 für Southampton einschob. Nach einer Viertelstunde zeigten sich auch die Grün-Weißen etwas gefährlicher. Nach einer Ecke von Aaron Hunt, der die Bremer als Kapitän auf das Spielfeld führte, verpasste Clemens Schoppenhauer per Kopf nur knapp.

Wenig später standen erneut Werders Innenverteidiger im Mittelpunkt. Schoppenhauer flankte auf Andreas Wolf, dessen Kopfball FCS-Schlussmann Bartosz Bialkowski mit einer Glanzparade entschärfen konnte. Die größte Möglichkeit, einen Treffer zu erzielen, besaß dann Wesley - und das gleich doppelt! Nach schönem Zuspiel von Lennart Thy scheiterte Werders Brasilianer mit einem Schuss und Nachschuss an dem polnischen Torwart der Gastgeber. Die Bremer kontrollierten zwar Ball und Gegner, konnten sich insgesamt jedoch keine weiteren Chancen mehr herausarbeiten. Stattdessen schlug der englische Zweitligist zu. Erst steckte Chamberlain zu Guly do Prado durch, der die Kugel über Sebastian Mielitz in das Tor bugsierte (30.), dann hebelte ein schöner Pass aus dem Mittelfeld der Hausherren die Bremer Abwehr aus, sodass Adam Lallana nach einem weiteren Querpass von Connolly aus kürzester Entfernung den Endstand markierte (40.).

Bargfrede-Ausgleich reichte nicht: Werder unterlag Athletic Bilbao 1:2

Tolle Fans. Ein schottischer Fanclub, einige Bremer Fans und auch einige Southampton-Anhänger beklatschen Werder trotz der enttäuschenden Leistung für ihren Besuch am Spielfeldrand.

Nach einer 45-minütigen Pause streifte sich Sokratis schließlich zum ersten Mal das grün-weiße Dress über. Gegen Athletic Bilbao wurde der griechische Nationalverteidiger von Beginn an auch gefordert, denn die Basken setzten den SVW so unter Druck, dass diese sich kaum aus der eigenen Hälfte befreien konnten. Jedoch erarbeitete sich Athletic keine nennenswerten Tormöglichkeiten, was auch an der konzentrierteren Vorstellung der Werderaner im Vergleich zum Eröffnungsspiel lag.

In der 10. Minute näherte sich die Mannschaft von Thomas Schaaf zum ersten Mal dem Gehäuse von Bilbao-Schlussmann Iraizoz. Nach einer Ballstafette über Philipp Bargfrede und Markus Rosenberg landete der Ball bei Marko Arnautovic, der allerdings in letzter Sekunde beim Schussversuch gestört wurde. In der Folge war es ein Spiel ohne richtige Torchancen.

So kam es, wie es kommen musste: Eine Standardsituation bescherte den Spaniern die Führung. Nach einem Foul von Sokratis zirkelte Igor Gabilondo einen Freistoß aus 20 Metern zentraler Position unhaltbar in das Tor von Tim Wiese. Doch Werder steckte nicht auf, sondern hatte durch Leon Balogun die Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen. Sein Kopfball nach einem Hunt-Freistoß strich knapp am Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite verhinderte Wiese mit einer starken Parade das 0:2 gegen Gabilondo.

Zehn Minuten vor Ende dieser Partie setzte Arnautovic Werders Mittelfeldmotor Bargfrede in Szene, der mit einem strammen Schuss Bilbao-Schlussmann Iraizoz überwand (36.). Doch die Freude währte nicht lange, denn die Basken schlugen nach einem Seitenwechsel von links nach rechts zurück. So verwertete Ander Herrera eine scharfe Hereingabe aus vier Metern zum 2:1-Sieg.

Trotz der insgesamt eher enttäuschenden Leistung zeigte der Support eines schottischen Fan-Clubs, dass sich die Grün-Weißen auf internationaler Bühne nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen. So unterstützten die Schotten den SV Werder während des Turniers mit lautstarken Sprechchören. Zum Dank gingen die Werderaner nach Spielschluss in die Fankurve. Diese Geste honorierten auch viele Southampton-Anhänger im St. Mary's Stadium mit Applaus.

aus Southampton berichtet Michael Rudolph