Rückschlag im Kampf um Europa-League-Plätze

Ein Treffer von Markus Rosenberg (Mitte) reichte nicht für einen Punkt. Martin Harnik (links) traf doppelt.
VfB Stuttgart
Freitag, 13.04.2012 // 22:29 Uhr

Im Rennen um die Europa-League-Plätze hat Werder Bremen einen herben Rückschlag erlitten. Beim direkten Konkurrenten VfB Stuttgart verloren die Grün-Weißen verdient mit 1:4. Dabei war das Team...

Im Rennen um die Europa-League-Plätze hat Werder Bremen einen herben Rückschlag erlitten. Beim direkten Konkurrenten VfB Stuttgart verloren die Grün-Weißen verdient mit 1:4. Dabei war das Team von Thomas Schaaf sogar durch Rosenberg in Führung gegangen (25.), ehe Gentner (37.), zweimal Harnik (45. und 53.) und Cacau (89.) das Spiel drehten.

Im Vergleich zum 2:2-Unentschieden gegen Mönchengladbach unter der Woche veränderte Werders Chefcoach Thomas Schaaf seine Elf nur auf einer Position: Für den rotgesperrten Sebastian Boenisch spielte Aleksandar Ignjovski im Mittelfeld, Kapitän Fritz rückte nach hinten in die Viererkette. Taktisch setzte Schaaf überraschend auf eine Doppelsechs.

Werders Führung hält nur kurz

Das 1:0 durch Markus Rosenberg: Die Bremer Führung war nur von kurzer Dauer.

Die Gastgeber machten in der Mercedes-Benz-Arena von Beginn an Druck, Werder setzte auf eine kompakte Defensive. Bei der ersten Ecke der Stuttgarter verschätzte sich Tim Wiese beim Herauslaufen, Schieber konnte die Situation aber nicht nutzen und schoss drüber (3.). Nach einer knappen Viertelstunde zeigte sich aber auch Werder erstmals in der Offensive. Marko Marin ließ gleich mehrere Gegenspieler stehen, ehe er mit einem satten Linksschuss aus 18 Metern Ulreich prüfte (14.).

Stuttgart blieb aber in der Folge dominant, zeigte flüssige Kombinationen. Molinaro schenkte eine gute Chance leichtfertig her, als er mit dem Ball allein auf Wiese zulief, aber noch querlegen wollte. Sokratis konnte vor Ibisevic klären (19.). Bei einem Schieber-Freistoß wenige Minuten später musste sich Werders Keeper mächtig strecken, konnte die Kugel aber festhalten (22.).

Mitten in der starken Phase der Hausherren schlug Werder plötzlich eiskalt zu. Nach Balleroberung im Mittelfeld ging es blitzschnell nach vorne: Pizarro spielte auf der rechten Seite in den Lauf von Marin, der den Ball butterweich in Richtung zweiter Pfosten hob. Markus Rosenberg hatte aus kurzer Distanz keine Mühe das Stuttgarter Tor zu treffen - 1:0 (25.).

Doch die Bremer Freude währte nur wenige Minuten, dann glichen die Schwaben aus. Molinaro setzte Gentner ein, der von der Bremer Hintermannschaft zuviel Platz bekam und aus 27 Metern abzog. Ein Bilderbuchtreffer, den Tim Wiese nicht verhindern konnte (37.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte kam es dann noch dicker für die Grün-Weißen: Nach einer Hajnal-Ecke stieg Niedermeier am höchsten und prüfte aus kurzer Distanz Wiese. Der erwischte die Kugel mit der Faust, bekam sie aber nicht aus dem Fünfmeterraum. Der Ex-Bremer Martin Harnik schaltete am schnellsten und beförderte den Ball per Kopf in den Kasten (45.+1). Die Stuttgarter hatten das Spiel gedreht - ein echter Dämpfer für die Grün-Weißen kurz vor dem Halbzeitpfiff.

Stuttgart dominiert, Bremen chancenlos

Claudio Pizarro im Duell mit Niedermeier und Gentner: Stuttgart war auch kämpferisch überlegen.

Die zweite Hälfte begann da, wo die erste aufgehört hatte. Nach Ecke von Hajnal plumpste der Ball erneut Harnik vor die Füße, der ihn über die Linie drückte - 3:1 (53.). Die Werderaner reklamierten, da der Ball dem Österreicher zuvor an die Hand gesprungen war - allerdings ohne Erfolg. Schiedsrichter Tobias Welz gab das Tor.

Thomas Schaaf wechselte nun Tom Trybull und Niclas Füllkrug für den angeschlagenen Marko Marin und Francois Affolter ein. Doch das Bild änderte sich kaum - Stuttgart machte das Spiel und hatte die Chancen. Nach feinem Lupfer-Pass zog Ibisevic aus halblinker Position mit der Pieke ab, aber Wiese war schnell genug unten (67.). Auf der anderen Seite zumindest mal ein Entlastungsangriff: Nach Zuspiel von Pizarro zog Trybull in die Mitte und mit links aus 17 Metern ab. Ulreich hatte aber keine Probleme mit dem Flachschuss.

Für Spannung konnten die Grün-Weißen nicht mehr sorgen. Stuttgart war bis zum Schluss in allen Belangen überlegen. Zu allem Überfluss holten sich Sokratis (81.) und Clemens Fritz (88.) auch noch jeweils ihre zehnte gelbe Karte ab und fehlen nun im Heimspiel gegen die Bayern. Das 4:1 in der 89. Minute war nur noch eine Randnotiz in einem über weite Strecken einseitigen Spiel. Der eingewechselte Cacau traf per Kopfball nach Freistoß von Sakai.

Von Benjamin Gehrs

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE