Pizarros Doppelpack entscheidet das Nordderby

Claudio Pizarro im Glück: Der Peruaner traf gegen den Nordrivalen doppelt.
Hamburger SV
Samstag, 10.09.2011 // 20:23 Uhr

In einem hart umkämpften Nordderby hat Werder Bremen den HSV dank einer engagierten Mannschaftsleistung und zweier Tore von Claudio Pizarro (52. und 78. Minute) gewonnen. In der ersten Hälfte fehlte der Mannschaft von Thomas Schaaf noch das Glück...

In einem hart umkämpften Nordderby hat Werder Bremen den HSV dank einer engagierten Mannschaftsleistung und zweier Tore von Claudio Pizarro (52. und 78. Minute) geschlagen. In der ersten Hälfte fehlte der Mannschaft von Thomas Schaaf noch das Glück im Abschluss, im zweiten Durchgang konnte Werder die Feldüberlegenheit und die Vielzahl an Chancen dann auch in einen Sieg verwandeln.

Werders Cheftrainer Thomas Schaaf musste sein Team im Vergleich zum Sieg in Hoffenheim auf zwei Positionen umstellen. Aleksandar Ignjovski kam zu seinem Bundesligadebüt. Er lief auf der linken Seite für den am Knie verletzten Lukas Schmitz auf. Sebastian Prödl fiel die anspruchsvolle Aufgabe zu, die Lücke auszufüllen, die Per Mertesacker nach seinem Weggang in der Innenverteidigung hinterlassen hatte.

Und der Österreicher führte sich gleich gut ein: Bei seinem langen Pass in der zweiten Spielminute stand Arnautovic allerdings im Abseits und wurde von Schiedsrichter Gräfe zurückgepfiffen. Ein Distanzschuss von Bargfrede verfehlte kurz darauf das Hamburger Tor (4.). Dann bekam Wiese erstmals etwas zu tun: Einen Schuss von Jansen vom Strafraumeck konnte der Bremer Torhüter aber problemlos fangen (7.).

Flottes Spiel mit besseren Chancen für Werder

Andreas Wolf im Zweikampf mit Hamburgs Guerrero: Ein intensives Duell.

Von Anfang an entwickelte sich ein flottes Spiel, in dem es rauf und runter ging, in dem die ganz klaren Torchancen aber zunächst ausblieben. Eine der besseren Torgelegenheiten hatten die Bremer in der achten Minute: Eine Flanke mit viel Zug von Hunt vor das Hamburger Tor fand Arnautovics Kopf, ein Hamburger Abwehrspieler konnte den Ball aber noch zur Ecke ablenken.

Werder verschaffte sich mit zunehmender Spieldauer ein optisches Übergewicht, aber auch die Hamburger bemühten sich, durch schnelles Umschalten nach Ballgewinn Gefahr auszustrahlen. Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte zudem alle Hände voll zu tun, da sich die beiden Teams in hart geführten Zweikämpfen nichts schenkten. Die besseren Torchancen hatte weiter Werder: Pizarro passte im Mittelfeld nach Ballgewinn auf Marin, der Arnautovic steil schickte. Der Österreicher stand beim Zuspiel allerdings im Abseits (16.). Kurz darauf ließ sich Pizarro auf Höhe der Strafraumgrenze nicht lange bitten und verfehlte das Tor mit einem satten Schuss nur knapp (18.).

Aber die Bremer näherten sich einem Tor immer mehr an: Nach Foul an Marin zirkelte Hunt den fälligen Freistoß noch in die Mauer, den wuchtigen Volley-Nachschuss von Arnautovic musste Drobny wegfausten (23.). Nur zwei Minuten später drang Pizarro in den Hamburger Strafraum ein und stieß mit Drobny zusammen. Schiedsrichter Gräfe hatte allerdings kein Foul gesehen und zeigte stattdessen dem Bremer Stürmer die Gelbe Karte für eine vermeintliche Schwalbe (25.). Auf der anderen Seite konnte Prödl sich im Eins gegen Eins auszeichnen: Gegen Petric behielt der Österreicher die Übersicht und verhinderte mit langem Bein eine gute Schusschance für den Kroaten (30.).

Kurz vor der Pause dann noch einmal zwei hervorragende Torgelegenheiten für Werder: Nach einem feinen Doppelpass mit Hunt versuchte Marin es mit einem Schlenzer vom Strafraumeck, verpasste das Hamburger Tor aber knapp (36.). Die größte Chance der ersten Hälfte hatte dann Werders Grieche Sokratis: Nach einer Ecke von Marin wuchtete der Verteidiger den Ball vom Fünfereck aufs Hamburger Tor, traf aber nur die Querlatte (39.). Mit dem 0:0 ging es in die Pause.

Pizarro trifft dreimal, zwei Treffer zählen

Zunächst per Kopf, dann mit einem wuchtigen Schuss machte Claudio Pizarro den Bremer Sieg perfekt.

Werder machte in der zweiten Hälfte da weiter, wo es in der ersten aufgehört hatte. Marin brachte eine Ecke auf den ersten Pfosten, wo Wolf verlängerte. Pizarro stieg am zweiten Pfosten hoch und netzte ein - allerdings verweigerte das Schiedsrichtergespann dem Treffer die Anerkennung, weil sich der Peruaner bei seinem Kopfball aufgestützt haben soll (48.). Nur vier Minuten später gab es dann aber endlich tatsächlich Grund zum Jubeln: Marin zirkelte einen Freistoß aus spitzem Winkel an den Pfosten. Auf den Abpraller hatte Pizarro spekuliert und konnte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drücken (52.).

Sokratis hätte kurz darauf sogar noch erhöhen können. Erneut kam der Grieche nach einer Ecke mit dem Kopf an den Ball, konnte ihn aber nicht aufs Tor bringen (61.). Werder hatte in der Offensive nicht vor, sich nach der Führung auszuruhen - im Gegenteil. Eine scharfe Hereingabe von Sokratis rauschte einmal durch den Hamburger Fünfmeterraum, fand aber keinen Abnehmer (65.). Arnautovic schoss aus spitzem Winkel aufs Tor, Drobny hatte aber keine Probleme (69.).

Der HSV musste nun mehr tun und versuchte das auch. Allerdings verhinderte die Bremer Abwehr gefährliche Abschlüsse der Hamburger, Wiese blieb weitestgehend beschäftigungslos. Einmal gelang es dem HSV dann aber doch, sich in den Bremer Strafraum zu kombinieren. Petrics Schuss musste Wiese gleich zweimal parieren, mit vereinten Kräften wurde der Ball aus der Gefahrenzone bugsiert (72.).

Auf der anderen Seite drängte Werder weiter auf die Entscheidung. Nach Vorarbeit von Marin schoss Hunt aus spitzem Winkel aufs Tor, Drobny konnte aber parieren (77.). Eine Minute später hatte der Hamburger Torhüter dann keine Abwehrchance. Eine Ecke von Hunt nahm Pizarro mit der Brust herunter und hämmerte die Kugel per Dropkick unhaltbar unter die Latte - was für ein Tor! Jetzt schien alles gelaufen.

Aber der HSV hatte noch einmal die Chance zum Anschlusstreffer. Petric kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, aber Wiese machte mit einer Blitzreaktion die Hamburger Hoffnungen zunichte (83.). Hunt kam auf der anderen Seite nach feinem Zuspiel vom eingewechselten Ekici zum Abschluss, schoss aber knapp über das Tor (85.). Ein ganz emotionaler Moment dann kurz vor Spielende: Naldo stand an seinem Geburtstag nicht nur erstmals wieder im Bremer Kader, sondern kam auch noch zu einem Kurzeinsatz - das Sahnehäubchen für alle Werder-Fans an einem gelungenen Samstagabend im Weser-Stadion.

von Benjamin Gehrs

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE

 

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