Arnautovic und Rosenberg drehen das Spiel

Marko Arnautovic schreit seine Freude hinaus: Sein Tor und das von Teamkollege Markus Rosenberg sichern Werder drei Punkte.
Bundesliga
Samstag, 27.08.2011 // 17:23 Uhr

Bremens Joker stechen weiter: In einem intensiven Auswärtsspiel in Hoffenheim hat Markus Rosenberg mit seinem Tor in der 83. Minute den Schlusspunkt gesetzt und drei Punkte für die Grün-Weißen klar...

Bremens Joker stechen weiter: In einem intensiven Auswärtsspiel in Hoffenheim hat Markus Rosenberg mit seinem Tor in der 83. Minute den Schlusspunkt gesetzt und drei Punkte für die Grün-Weißen klar gemacht. Zuvor hatte Marko Arnautovic (38.) den Rückstand für das Team von Thomas Schaaf egalisiert. Die Bremer belegen nun vorübergehend den zweiten Platz in der Tabelle.

Nach dem 5:3-Heimsieg gegen Freiburg hatte Thomas Schaaf keinen Grund, große Veränderungen in der Anfangsformation vorzunehmen. Eine gab es aber doch: Marko Arnautovic hatte sich mit seinem Jokertor gegen die Breisgauer und guten Trainingsleistungen eine Chance von Anfang an verdient und rückte für Markus Rosenberg in die Startelf. Die Marschrichtung für die Grün-Weißen war klar: Hinten sicherer stehen als in der Vorwoche, aber vorne die gleiche Spielfreude und Torgefährlichkeit ausstrahlen. Kein leichtes Unterfangen für die Bremer Offensivabteilung, denn Hoffenheim hatte es in den bisherigen Saisonspielen gut verstanden, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten.

Arnautovic gibt die richtige Antwort

Bremer Torschütze Marko Arnautovic: Mit feiner Technik zum Ausgleich.

Und so waren es dann auch nicht die Bremer, sondern die Gastgeber aus Hoffenheim, die die erste Torchance des Spiels hatten. Linksverteidiger Braafheid legte im Strafraum auf Firmino zurück, der aber aus kurzer Distanz über das Bremer Tor schoss (1.). Kurz darauf hatte Braafheid selbst dann die Chance zur Hoffenheimer Führung, aber der herausstürmende Tim Wiese verhinderte mit einer glänzenden Parade den frühen Rückstand (3.). Die Grün-Weißen bekamen in dieser Anfangsphase keine Zeit zum Luftholen und waren vollkommen mit Defensivaufgaben beschäftigt. Hoffenheim kombinierte stark und ließ Werder kaum aus der eigenen Hälfte.

Die erste Bremer Offensivaktion in der zwölften Spielminute hatte es dann aber gleich in sich: Arnautovic spielte mit Marin Doppelpass und legte dann in die Mitte quer auf Pizarro, der den Ball in Bedrängnis nur knapp am Tor vorbei schob. Das Team von Thomas Schaaf kam jetzt immer besser ins Spiel und versuchte nach Ballgewinn, schnell in die gegnerische Hälfte zu kombinieren. Der äußerst spielfreudige Marin schickte Arnautovic, der alleine vor Starke auftauchte. Allerdings stand der Österreicher beim Zuspiel im Abseits (22.). Nach einer Ecke von Marin spitzelte kurz darauf Compper dem einschussbereiten Pizarro den Ball noch vom Fuß (26.). Erneut nach einer Ecke verpasste Sokratis' Kopfball das Hoffenheimer Tor nur knapp (30.) Nur eine Minute später konnte Wiese auf der anderen Seite eine Flanke gerade noch vor dem heranstürmenden Babel abfangen. Insgesamt stand die Bremer Defensive aber jetzt viel sicherer als noch in der Anfangsphase.

Dann aber war die Ordnung plötzlich futsch. Nach Zuspiel von Beck kam Firmino im Strafraum der Grün-Weißen völlig unbedrängt an den Ball und ließ Wiese aus kurzer Distanz keine Chance (37.). Wie gegen Freiburg lag Werder urplötzlich nach einer ärgerlichen Unachtsamkeit mit 0:1 zurück. Aber wie gegen die Breisgauer hatten die Bremer auch gegen Hoffenheim die umgehende Antwort parat. Nur 97 Sekunden nach dem Rückstand passte Schmitz hoch in Richtung Hoffenheimer Strafraum, wo Compper nicht klären konnte. Arnautovic hatte auf den Ball spekuliert und legte das Spielgerät mit hervorragender Technik am herauseilenden Starke vorbei - der 1:1-Ausgleich (38.), mit dem es kurz darauf in die Pause ging.

Joker Rosenberg sticht

Sokratis im Duell mit Hoffenheims Vorsah: Der Grieche zeigte abermals eine starke Partie auf der Rechtsverteidigerposition.

Wie in Hälfte eins hatten auch nach Wiederanpfiff die Gastgeber die erste Chance zur erneuten Führung: In der 52. Minute legte Babel zurück auf Obasi, der gleich abzog. Aber einmal mehr zeigte Tim Wiese seine herausragende Klasse auf der Linie und lenkte den Schuss ins Toraus. Auch Werder setzte in der Offensive weiter Akzente. Bargfrede konnte eine scharfe Hereingabe von Hunt allerdings nicht im Hoffenheimer Tor unterbringen, auch weil er bei seinem Versuch vehement gestört wurde (58.). In der 64. Minute setzte sich Schmitz stark auf der linken Seite durch, seine Flanke fand allerdings nicht Arnautovic. Pizarros Nachschuss ging klar über das Hoffenheimer Tor. Kurz darauf passte Marin auf Arnautovic, der sich in den Rücken der Abwehr geschlichen hatte. Der Österreicher wurde aber von Schiedsrichter Rafati wegen Abseits zurückgepfiffen (66.).

Werder ließ jetzt kaum noch Chancen zu. Mit viel Laufarbeit und Einsatzbereitschaft hielten die Bremer den Gegner erfolgreich vom eigenen Strafraum fern. Einzig ein Distanzschuss von Salihovic, der knapp am Pfosten vorbeistrich, sorgte für Gefahr (72.). Die Defensivarbeit kostete aber auch viel Kraft. Thomas Schaaf brachte frische Kräfte: Mehmet Ekici und Markus Rosenberg kamen für Marin und Arnautovic (74.). Und wieder sollte der Werder-Trainer mit seinen Wechseln goldrichtig liegen. Aber zunächst zeigte sich Hoffenheim wieder: In der 79. Minute gelangte Babel in aussichtsreicher Position an den Ball, aber Schmitz konnte den Niederländer effektiv stören.

In der 83. Minute war dann wieder die Zeit für einen Bremer Joker gekommen, um zu stechen. Pizarro setzte sich gegen zwei Hoffenheimer durch und flankte fast von der Eckfahne in die Mitte. Und da stand der kurz zuvor eingewechselte Rosenberg, der den Ball direkt abnahm und per Aufsetzer ins Tor beförderte (83.). 2:1 wenige Minuten vor Schluss, drei Auswärtspunkte lagen in der Luft. Kurz darauf hatte Pizarro sogar noch die Möglichkeit zum 3:1, aber sein Kopfball nach maßgenauer Flanke von Ekici strich knapp über die Latte (89.). Drei Minuten später ausgelassener Jubel: Mit viel Übersicht und Erfahrung brachten die Grün-Weißen den Sieg nach Hause.

Von Benjamin Gehrs

Reaktionen zum ersten Auswärtssieg der Saison gibt es hier!