Wieder 0:1! Bittere Niederlage in Berlin

Philipp Bargfrede kämpft mit Berlins Torun um den Ball: Otto Rehhagels Hertha zeigte sich gegen Werder deutlich verbessert.
Hertha BSC
Samstag, 03.03.2012 // 17:27 Uhr

Werder Bremen hat das Wiedersehen mit Otto Rehhagel in Berlin kein Glück gebracht. Beim neuen Verein des Ex-Werder-Coaches verloren die Grün-Weißen mit 0:1. Nach dem 0:1 gegen Nürnberg in...

Werder Bremen hat das Wiedersehen mit Otto Rehhagel in Berlin kein Glück gebracht. Beim neuen Verein des Ex-Werder-Coaches verloren die Grün-Weißen mit 0:1. Nach dem 0:1 gegen Nürnberg in der Vorwoche ist dies die zweite Niederlage in Folge. Bremen hatte gegen Hertha BSC Berlin zunächst die besseren Chancen, ehe Rukavytsya (62.) für die Berliner traf. Bis zum Schlusspfiff verteidigten die Hauptstädter ihre Führung, Werder schaffte es hingegen zu selten, zwingende Chancen herauszuspielen.

Werders Cheftrainer Thomas Schaaf musste seine Viererkette auf einer Position umstellen. Kapitän Clemens Fritz fehlte Gelb-gesperrt, für ihn verteidigte Aleksandar Ignjovski die rechte Abwehrseite. Claudio Pizarro übernahm Fritz' Spielführerbinde. Bei der Hertha musste Otto Rehhagel derweil auf Peter Niemeyer verzichten. Der Ex-Bremer fehlte im Aufeinandertreffen mit seinen ehemaligen Kollegen ebenfalls wegen einer Gelb-Sperre.

Kaum Chancen auf beiden Seiten

Otto Rehhagel hatte beim Aufeinandertreffen mit seinem alten Klub das bessere Ende für sich.

Hertha war vor knapp 53.000 Zuschauern - darunter mehr als 10.000 Werder-Anhänger - von Beginn an der Wille anzumerken, es besser zu machen als bei der 0:3-Niederlage gegen Augsburg in der Vorwoche. Während die Berliner in den ersten Minuten das Spiel machten, begann Werder mit einer defensiven Grundordnung und versuchte, nach Balleroberung schnell nach vorne zu spielen. Doch die erste Chance des Spiels hatten die Gastgeber. Nach einer Flanke von Kobiashvili aus dem Halbfeld köpfte Ramos auf das Bremer Tor, Wiese hatte aber keine Probleme (13.). Fünf Minuten später brachte ein Bremer Konter erstmals Gefahr für das Tor von Berlins Keeper Thomas Kraft. Nach einer geblockten Hereingabe von Marin sprang der Ball Pizarro ans Bein, segelte von dort aber knapp am Tor vorbei. Werder war nun gut im Spiel. Bargfrede setzte kurz vor dem Sechzehner Trybull ein, der Pizarro starten sah. Der Peruaner nagelte das Leder aus halbrechter Position aber knapp neben den langen Pfosten (20.). Ärgerlich: Bargfrede war in der Mitte mitgelaufen.

Offensiv passierte in der Folge erstmal nichts. Die Torhüter auf beiden Seiten waren über lange Strecken beschäftigungslos, das Spielgeschehen fand ausschließlich in der Mitte des Feldes statt. Bremens Defensive präsentierte sich kompakt, unter anderem konnte sich Sokratis gegen Raffael auszeichnen (30.). Es dauerte bis zur 42. Minute, ehe auch der Bremer Angriff mal wieder ein Ausrufezeichen setzte. Marin spurtete über das halbe Feld und kam nach einem Doppelpass mit Rosenberg im Sechzehner selbst wieder an den Ball. Den Schuss der Nummer 10 aus spitzem Winkel konnte Kraft aber parieren.

Hertha eiskalt, Werder zu ungenau

Claudio Pizarro hatte die Chance zum Ausgleich auf dem Fuß, blieb heute aber ohne Treffer.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Teams das Risiko. Prompt tauchte Werders Toptorjäger Pizarro gefährlich vor dem Berliner Tor auf, wurde allerdings von Schiedsrichter Günter Perl zurückgepfiffen. Der Peruaner hatte beim Zuspiel von Marin wohl im Abseits gestanden (46.). Auch Hertha meldete sich zurück: Raffael legte im Strafraum auf Torun ab, doch der Ex-Hamburger verfehlte das Gehäuse von Wiese knapp (51.). Auf der anderen Seite war es erneut Pizarro, der für Unruhe sorgte. Der Peruaner setzte sich gegen zwei Gegenspieler durch und schloss aus 15 Metern ab. Kraft musste die Kugel abklatschen lassen (57.). Wenig später die Riesenmöglichkeit nach einem Eckball: Trybull kam mit der Fußspitze an einen verlängerten Ball, beraubte damit aber den hinter ihm postierten Pizarro einer hervorragenden Einschussgelegenheit (59.).

Mitten in die Bremer Druckphase plötzlich der Berliner Paukenschlag: Bastians Flanke aus dem Halbfeld nahm Rukavytsya am langen Pfosten mit vollem Risiko direkt. Per Aufsetzer segelte der Ball ins lange Eck - keine Chance für Wiese (62.). Ein überraschendes 0:1, aber Werder hatte die Möglichkeit zur direkten Antwort: Marin schickte den gerade eingewechselten Arnautovic, der direkt auf Pizarro ablegte. Doch Werders Torjäger scheiterte aus guter Position am herausstürmenden Kraft (65.). Sechs Minuten später zappelte der Ball nach einem satten Pizarro-Schuss dann endlich im Netz, aber erneut wurde der Peruaner wegen einer Abseitsposition zurückgepfiffen (71.).

Berlin hatte durch das Tor Selbstvertrauen getankt. Lasogga setzte sich im Bremer Strafraum durch, legte von der Grundlinie zurück, aber Rukavytsya scheiterte am Außenpfosten - Wiese wäre machtlos gewesen (74.). Werders Cheftrainer Thomas Schaaf brachte mit Niclas Füllkrug einen dritten Stürmer, Otto Rehhagel stärkte derweil seine Defensive. Werder fehlte es nach vorne weiterhin an Passgenauigkeit, die vielbeinige Berliner Abwehr stoppte die grün-weißen Angriffe meist schon effektiv vor dem eigenen Sechzehner. Bremen warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, konnte sich aber keine Torchancen mehr herausspielen.

Von Benjamin Gehrs

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE