Restprogramm: Hammerhart aber nicht aussichtslos

Der große Vergleich
Profis
Freitag, 23.03.2012 // 17:01 Uhr

Acht von 34 Spieltagen stehen noch aus. Das letzte Saisonviertel ist angebrochen und Werder muss im Kampf um die internationalen Startplätze noch ein sehr anspruchsvolles Programm absolvieren.

Mit Borussia Mönchengladbach, den FC Bayern München und Schalke 04 müssen die Grün-Weißen noch gegen drei der führenden vier Teams antreten, dazu geht es gegen die direkten Europa-League-Anwärter Stuttgart und Wolfsburg. Die Grün-Weißen sind sich der spannenden Situation bewusst. "Wir müssen ganz schön aufpassen. Stuttgart ist nur noch drei Punkte hinter uns. Wolfsburg wird immer besser. Wir müssen unbedingt die Punkte gegen Augsburg und Mainz zu Hause holen", unterstreicht Naldo, der am Samstag noch nicht helfen kann, aber so schnell wie möglich in den Endspurt eingreifen will.

Aussichtslos sehen die Werder-Profis ihre Ausgangslage nicht. "Der Spielplan ist doch kein Gradmesser. Man muss sich nur die Programme der anderen Teams anschauen, dann stellt man schnell fest, dass jeder Weg nach Europa schwer ist. Jedes Spiel muss absolut konzentriert angegangen werden", so Marko Marin. Ein Blick auf das Restprogramm gibt dem Mittelfeldspieler recht. Lediglich Bayer 04 Leverkusen hat ein scheinbar leichteres Programmm. Die Werkself spielt mit Schalke und Hannover nur noch gegen zwei Teams aus der oberen Tabellenhälfte.

Doch bei den anderen direkten Mitkonkurrenten wie Wolfsburg, Stuttgart, Hannover 96 kommt es ebenfalls noch ganz dick. Die Hälfte der acht Spiele müssen sie gegen Teams von "oben" spielen, Hannover sogar wie Werder gegen fünf Gegner zwischen Platz 1 bis 9. "Auch diese Sichtweise interessiert mich nicht", sagte Marin am Freitag, denn er sieht genau diesen Plan als Chance, statt als Hürde. "Wenn wir noch gegen Stuttgart und Wolfsburg spielen, dann heißt das für mich, dass wir im direkten Duell klar machen können, dass wir nach Europa wollen. In diesen Partien können wir uns ein Polster verschaffen."

Marin weiß: Punkten muss Werder am besten in jedem Spiel. "Du kannst die Gegner nicht einteilen in schwere und leichte Aufgaben. Vor allem im letzten Saisondrittel, sieht man doch immer wieder, dass gerade Teams aus den unteren Regionen sehr gefährlich, weil sie noch einmal alles herausholen, sich mit allem gegen den Abstieg stemmen. Das muss also kein Vorteil sein."

Die Anzahl der Heim- und Auswärtsspiele könnte dagegen schon Einfluss haben, meinen die Werder-Profis. Und dann läge der Trumpf auf Seite der Grün-Weißen. Die Mannschaft von Thomas Schaaf ist die einzige, die im Kampf um die Europa-League-Qualifikation, noch fünf Heimspiele und nur drei Auswärtspartien spielen darf. "Das sehe ich schon als Pluspunkt, weil wir in diesem Jahr schon gezeigt haben, dass wir zu Hause eine Macht sind. Hier muss der Gegner erstmal Punkte entführen", so Mehmet Ekici am Freitag.

von Michael Rudolph und Timo Volkmann