Start in Nordderby-Woche: "Der HSV liegt uns!"

Marko Marin ist fest davon überzeugt, dass der HSV den Bremern liegt.
Profis
Montag, 13.02.2012 // 16:08 Uhr

Die Woche vor dem Nordderby begann ruhig am Weser-Stadion. Die Profis hatten trainingsfrei. Zeit genug, um sich schon mal mit der emotionalsten Auswärtsreise des Jahres zu beschäftigen, dem Pflichtspiel beim Hamburger SV.

"Das ist immer schön und etwas Besonderes dort anzutreten, gegen die Hamburger aufzulaufen ist immer schön, egal ob zu Hause oder bei ihnen", gibt Marko Marin eine Mischung aus Bauchkribbeln und Ehrgeiz zu. Am Ende der Woche sollte auf jeden Fall etwas Zählbares in der Tabelle auftauchen. "Wir wollen dort etwas mitnehmen. Der HSV scheint uns zu liegen, das Hinspiel haben wir völlig verdient mit 2:0 gewonnen", so der kleine Mittelfeldspieler optimistisch.

Die Null sollte auf jeden Fall auch am kommenden Samstag um 15.30 Uhr stehen. Mit diesem Ziel wird Tim Wiese am Dienstagnachmittag, um 15 Uhr in die Trainingswoche einsteigen. Er weiß genau, dass ihm das die Mehrheit der Fußball-Anhänger in der Imtech-Arena nicht die Daumen drücken wird. "Das ist schon eine lange Geschichte mit den Hamburgern, das fing ja alles mit dem Tritt gegen Olic an. Seitdem sind sie da alle sauer, obwohl ich schon 1000x versichert habe, dass ich ihn damals nicht gesehen habe und die Sache mit ihm längst ausgeräumt ist", erzählt Tim Wiese, der aber auch weiß, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Die anderen 50 Prozent fehlender Zustimmung hat sich der Keeper durch Erfolge im Nordderby erarbeitet. "Das kommt wohl noch dazu. Jeder erinnert sich an wunderschöne Spiele innerhalb weniger Wochen: Der Pokalerfolg im Elfmeterschießen, die Sache mit der Papierkugel. Da kam alles zusammen."

In jedem der 2009 gegeneinander ausgespielten Wettbewerbe hatte sich Werder gegen die Hamburger durchgesetzt. UEFA-Cup-Finale, DFB-Pokalsieg und Bundesliga-Nordderbysieg standen nach den legendären vier Wochen im Frühjahr für die Grün-Weißen zu Buche.

In der vergangenen Saison wurde die Werder-Partylaune allerdings etwas getrübt. 0:4 hieß es in einer schweren Saison. Doch die wiedererstarkten Bremer werden es erst recht als Ansporn nehmen diesen letzten Eindruck bei den mitgereisten Fans zu revidieren. Keine leichte Aufgabe nach den letzten positiven Ergebnissen der Hamburger. "Das wird ein ganz enges Ding in Hamburg", stellt Klaus Allofs zu Beginn der Nordderby-Woche dann auch fest. Ein Fußballfest, bei dem es nur auf dem Rasen heiß her gehen soll. "Für beide Fanlager ist es eine besondere Party. Es herrscht große Rivalität, die auch 90 Minuten lang ausgelebt werden darf, wenn sie sich auf das Spielfeld beschränkt. Drumherum sollten alle Beteiligten vernünftig bleiben", mahnte der Werder-Geschäftsführer.

von Michael Rudolph