Naldo feiert Bundesliga-Comeback: „Ein unbeschreiblicher Moment"

Ausgelassene Stimmung bei Naldo und Co. nach dem 2:0-Erfolg über den Hamburger SV.
Profis
Samstag, 10.09.2011 // 22:21 Uhr

Als Cheftrainer Thomas Schaaf in der 86. Minute die dritte Auswechslung vornahm und die Nummer 4 auf der Auswechseltafel aufleuchtete, herrschte Gänsehautatmosphäre im Weser-Stadion. Die Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen und jubelten Naldo, der erstmals seit dem 08.05.2010 wieder in der Bundesliga auflief, zu.

Für den Brasilianer, der am Samstag seinen 29. Geburtstag feierte, war es ein besonderer Tag. „Das war ein unbeschreiblich schöner Moment für mich", ließ das Geburtstagskind seiner Freude nach dem Spiel freien Lauf. „Ich bin super glücklich, dass ich nach so langer Zeit endlich wieder auf dem Platz stehen durfte und dann auch noch im Derby gegen den HSV."

Besonders erfreut war der Brasilianer dabei vom Empfang, den ihm die Werder-Fans bereiteten. „Dafür kann ich mich nur bedanken. Dass war einmalig." Ein Empfang, der sicherlich auch als Geburtstagsglückwünsche gewertet werden dürfte. Nicht so der Einsatz. „Das war kein Geschenk, er macht riesige Fortschritte. Er war heute wegen seiner Leistung im Kader", so Klaus Allofs, der die Einwechslung des Brasilianers als „die Krönung" bezeichnete. Naldo selbst empfand die Einwechslung zwar als „super Geburtstagsgeschenk. Es war eine Überraschung für mich, dass ich eingewechselt wurde und zum Glück durfte ich noch 5 Minuten mitmischen", so der Innenverteidiger, der aber deutlich machte, dass der „Sieg das schönste Geschenk ist."

Mit dem Sieg machte die Mannschaft dem Brasilianer das passende Geschenk, mit seinem Comeback, beschenkte Naldo das Team. „Das war sehr wichtig für uns alle. Ich weiß genau, wie viel Geduld er aufbringen musste. Er wollte schon viel früher wieder spielen, der Trainer musste immer wieder mit ihm sprechen. Ich bin aber sicher, dass jetzt seine Zeit kommen wird", grinste Claudio Pizarro, der den Platz für Naldo verließ und zum TARGOBANK Man-of-the-Match gewählt wurde. Und auch Kapitän Clemens Fritz freute sich. „Der Sieg ist sehr schön, aber das Comeback freut mich ganz besonders. Naldo ist ein Riesengewinn für die Mannschaft. Aber ich freue mich vor allem für ihn persönlich, denn ich weiß, wie es ist, so lange nicht spielen zu können", so der 30-Jährige.

Nationaltorhüter Tim Wiese gestand, dass die Einwechslung von Naldo ein „Gänsehautmoment" war. „Diesen Einsatz hat er sich verdient. Dass er nach so einer langen Zeit sein Comeback feiert, ist was Besonderes, und dann auch noch in solch einem Spiel", so der Keeper. Für Cheftrainer Thomas Schaaf war das Naldo-Comeback auch ein Zeichen für viele andere Spieler. „Es ist ganz wichtig, dass wir solch einen Moment haben. Es gibt immer wieder die Situation, dass ein Spieler lange rausgerissen ist und über Monate nicht seinen Dingen nachgehen kann. Die Geschichte von Naldo zeigt, dass es wieder klappt, wenn man immer dran glaubt und hart dafür arbeitet. Für Naldo freut es mich, weil er nicht aufgegeben, sondern immer hart und intensiv an sich gearbeitet hat. Es ist sicher ein schöner Geburtstag für ihn."

Für den 29-Jährigen ist der erste Kurzeinsatz aber nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zurück zu alter Leistungsfähigkeit. „Ich fühle mich sehr gut und arbeite hart. Es wird von Tag zu Tag besser und ich stehe zur Verfügung, wenn ich gebraucht werde", so Naldo, der seinen Kollegen ein gutes Zeugnis ausstellte. „Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht und standen in der Defensive sehr sicher. Basti und Andi haben ihre Sache sehr gut gemacht." Nicht zuletzt wegen der guten Leistung der beiden Werder-Verteidiger spielte Naldo nach seiner Einwechslung auch nicht auf seiner angestammten Position. „Ich sollte als zweiter Sechser spielen und uns so mehr Stabilität geben", verrät er mit einem Schmunzeln. Stabilität wird Naldo den Grün-Weißen demnächst wieder häufiger geben und dann mit gekonnten Abwehraktionen und tollen Toren auch für weitere Gänsehautmomente sorgen.

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas, Michael Rudolph und Timo Volkmann