Zu viel Wille, zu wenig Kopf, sofortige Teambesprechung

Konnte nach dem 0:1 gegen den "Club" nicht lange auf dem Rasen liegen bleiben: Marko Marin.
Profis
Samstag, 25.02.2012 // 21:45 Uhr

Kapitän Clemens Fritz musste sich ganz kurz fassen bei den Medienvertretern, denn er wurde von der Mixed-Zone umgehend in die Kabine beordert. Cheftrainer Thomas Schaaf hatte unmittelbar nach dem Schlusspfiff zur Teambesprechung gebeten, Interviews mussten warten. Nach der ersten Rückrunden-Niederlage wollte er seine Botschaft an die junge Mannschaft sofort loswerden. "Wir müssen aus diesem Spiel lernen, wir müssen, das was nicht so gut funktioniert hat, an uns festmachen", sagte der Bremer Coach und machte klar, dass er trotz der großen Enttäuschung nicht alles schlecht fand.

"Wir sind sehr gut in die Partie gekommen, haben in der ersten Halbzeit unsere Ziele gut umgesetzt. Wir waren aktiv auf allen Positionen, leider haben wir unsere Aktionen nicht zwingend genug zu Ende gebracht. Uns hat das Führungstor gefehlt, um uns zu bestätigen. Danach hat dann der Wille überhand genommen, wir haben den Kopf ausgeschaltet. Auf diese Bahn dürfen wir in den kommenden Spielen nicht wieder kommen."

Geschäftsführer Klaus Allofs fand die spontane Teambesprechung nach Schlusspfiff nicht außergewöhnlich. "Das ist nicht gang und gebe, aber auch keine besondere Maßnahme, dass der Trainer die Mannschaft so zusammenholt, um ein negatives Erlebnis gleich zu verarbeiten. Die Botschaft des Trainer ist einfach auch, dass es keinen Grund gibt, jetzt an sich zu zweifeln, das könnte ja bei einer so jungen Mannschaft auch passieren. Wir sind enttäuscht, aber es passt alles in unseren Rahmen. Wir haben ein Team, das noch nicht in der Lage ist, auf jede Situation gleich die richtige Lösung zu finden. Da tapsen wir noch in ein paar Fallen." Allofs weiter: "Es war sehr wichtig, so etwas gleich heute nach dem Spiel zu besprechen, wenn noch alle zusammen sind und noch keiner zu seiner Nationalmannschaft gereist ist. Ich bin ziemlich sicher, dass wir schon nächste Woche anders auftreten werden."

Tom Trybull, einer der jungen Werderaner, die sich seit der Winterpause in den Fokus spielen, machte später klar, dass die Botschaft angekommen ist. Er bestätigte: "Wir sind mit zunehmender Spielzeit unruhiger geworden und dann sah es nur noch nach Brechstange aus, das war sicher nicht die beste Antwort, die uns einfallen konnte." Der 18-Jährige weiter: "Klar, wir stehen jetzt mit leeren Händen da, sind sehr enttäuscht, aber das wird uns nicht zurückwerfen. Die Einstellung hat gestimmt, so wie bisher in jedem Spiel. Wir werden weiter Gas geben, hart arbeiten und es dann wieder besser machen."

Aus dem Weser-Stadion berichten Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Timo Volkmann