Grün-Weiß hadert: Chancenverwertung unbefriedigend

Häufiges Bild am Freitagabend: Augsburgs Simon Jentzsch hatte trotz angebrochenem Ringfingers irgendwie immer seine Hände dazwischen.
Profis
Samstag, 22.10.2011 // 00:02 Uhr

Dass es nichts wurde mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison, lag vor allem daran, dass in der Schlussphase beste Möglichkeiten ausgelassen wurden. „Wir hatten eine Vielzahl von guten Möglichkeiten. Schade, dass wir daraus nur ein Tor gemacht haben", haderte Kapitän Clemens Fritz.

Die Ursachen, warum für Werder Bremen beim Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg nicht mehr als das 1:1-Unentschieden heraussprang, waren schnell ausfindig gemacht: Mangelnde Chancenverwertung in der Offensive und eigene Fehler in der Defensive. „Wenn das Spiel heute normal läuft, dann gewinnen wir 5:1", verdeutlichte Tim Wiese. „Vom Einsatz und vom Kampf hat heute Vieles gestimmt. Wir waren das bessere Team, haben es aber leider nicht geschafft, zu gewinnen."

„Der Gegner macht ein Tor nach unserem Fehler, aber wir hatten in beiden Halbzeiten viele gute Chancen hier zu gewinnen", bestätigte Aleksandar Ignjovski, der in Augsburg erstmals als „Sechser" auflief. Auch für Thomas Schaaf war der Grund klar, warum am Ende nicht mehr, als der eine Punkt herausgesprungen ist. „Weil wir die Chancen nicht reingemacht haben. Wir haben mächtig Druck gemacht und den Gegner gar nicht mehr in Ruhe gelassen", ärgerte sich der Cheftrainer. „Letzte Woche gegen Dortmund haben wir in Überzahl nicht das richtige Mittel gewählt, aber heute haben wir viele Tormöglichkeiten herausgespielt. Dass wir die nicht genutzt haben, ist heute der Hauptkritikpunkt."

Diesen Worten pflichtete auch Trainerkollege Jos Luhukay bei. „Die Führung war sehr wichtig für uns. Ich dachte, dass wir dadurch noch mehr unser Offensivspiel aufziehen können", so der FCA-Trainer. „Aber danach hat Werder das Heft vollständig in die Hand genommen und sich sehr viele Chancen erarbeitet. Das einzige, was Bremen vergessen hat, war mehr als nur den Ausgleich zu schießen."

Der ehemalige Stürmer Klaus Allofs ist auf der Bank verrückt geworden angesichts der guten Einschussmöglichkeiten. „Die Chancen waren so klar, dass nicht nur ich als ehemaliger Stürmer, sondern alle verrückt geworden sind", so der Geschäftsführer, der Parallelen zum Spiel gegen Borussia Dortmund sah. „Da hatten wir auch mehr vom Spiel und einige Chancen, haben diese aber nicht genutzt und dann auch noch hinten Fehler gemacht", so Allofs. „Heute war das aber natürlich noch einmal etwas krasser."

Dass Werder am Ende „ein Tor zu wenig geschossen hat" (Andreas Wolf) lag auch an der guten Leistung von Augsburg-Keeper Simon Jentzsch. „Er ist ein erfahrener Torhüter und er hat das heute wirklich sehr gut gemacht", musste Claudio Pizarro, der zweimal an Jentzsch gescheitert war, neidlos anerkennen. „Er war bei meinen beiden Chancen da und hat dadurch den Punkt für Augsburg festgehalten", so der erfolgreichste ausländische Torjäger der Bundesliga. „Simon war heute ein unglaublich starker Rückhalt für uns", gab FCA-Trainer Jos Luhukay zu Protokoll. „Ich glaube, er hat die Stürmer teilweise zur Verzweiflung gebracht."

Aus Augsburg berichtet Dominik Kupilas