Nachgefragt: Rosenberg fühlt, dass es passt

Zunge raus und viel Optimismus im Gesicht will Markus Rosenberg seine neue Chance bei Werder nutzen.
Profis
Montag, 18.07.2011 // 12:32 Uhr

Das Trainingslager in Donaueschingen scheint ihm irgendwie zu liegen. Im letzten Jahr blühte Markus Rosenberg hier kurz vor seinem Wechsel zu Santander nochmal auf und verabschiedete sich mit zwei Toren im Test gegen den SC Freiburg. In diesem Jahr meldete er sich nur wenige Stunden nach seiner Ankunft mit vier Toren in 30 Minuten zurück. Nach der Partie gegen den FV Donaueschingen wurde er von allen Reportern umringt. WERDER.DE stand auch dabei und schrieb mit.

Markus, es scheint dir in Donaueschingen zu gefallen?
Das hat hier gut angefangen. Ich bin jetzt zum zweiten Mal mit der Mannschaft in Donaueschingen und schon letztes Jahr war es nicht schlecht. Ich finde es hier richtig gut, die Woche kann so weitergehen.

Warum hat es in der letzten halben Stunde gegen den Verbandsligisten besonders gut geklappt?
Wir haben einfach gut gespielt, so muss man gegen so ein Team spielen. Den Ball schnell laufen lassen, Druck machen. Wir hatten einfach Spaß auf dem Feld.

Bei dir scheint der Knoten jetzt geplatzt zu sein, vier Treffer sind auch gegen einen solchen Gegner nicht schlecht.
Manchmal trifft man, manchmal nicht. In den ersten drei Tests lief es bei mir noch nicht so gut. Ich habe einige Chancen nicht nutzen können. Ich hatte schwere Beine, weil ich hart gearbeitet habe. Aber jetzt merke ich, dass es nach und nach besser wird. So geht es der ganzen Mannschaft. Wir sind gefühlt noch nicht bei 100 Prozent, aber das sind Testspiele, so muss das in dieser Phase sein. Klappen muss alles erst zum Pokalspiel in Heidenheim.

War dieser Viererpack wichtig für das Selbstvertrauen?
Klar sind vier Tore toll, aber es ist ein Testspiel gegen eine unterklassige Mannschaft gewesen. Das bewerte ich jetzt nicht über. Auf so einem Spiel sollte nicht der Fokus liegen. Jetzt ist das Training genau so wichtig, wir legen die Grundlagen für die ganze Saison. Aber fest steht, wenn die Bundesliga wieder los geht oder auch schon im Pokalspiel, dann will ich da sein. Dann will ich Tore machen. Dafür bin ich zurückgekommen.

Welchen Eindruck hast du ganz persönlich von der Mannschaft?
Das ist auch für uns Spieler ganz schwer einzuschätzen, denn die Situation ist nicht leicht. Wir haben viele Verletzte, wir haben harte Trainingseinheiten, wir haben viele junge Spieler dabei. Wir machen gegen die unterklassigen Teams immer sehr viele Tore, heute elf Stück, und vor drei Tagen nur ein 0:0. Da ist es schwer, eine seriöse Einschätzung zu geben.

Dennoch wollen wir mal etwas über dein Bauchgefühl erfahren.
Mein Gefühl ist, dass wir im Training gute Leistungen zeigen und dass es in der Gruppe, in unserer Gemeinschaft, stimmt. Es macht Spaß. Das macht mich zuversichtlich.

Dazu passt, dass ihr auch eure verletzten Spieler mit nach Donaueschingen gebracht habt.
Ja, das ist so ein kleiner Hinweis darauf, dass es hier passt. Dass sie hier bei der Mannschaft sind, ist sehr schön. Alle waren im Urlaub, dann kommst du zurück und einer trainiert hier und der andere dort. Das ist nicht optimal. Jetzt sind wir hier zum ersten Mal alle zusammen. Das ist ein wichtiges Signal für die ganze Gemeinschaft.

Nach der Verletzung von Claudio Pizarro bist du plötzlich der erfahrenste Stürmer bei Werder. Bist du überrascht von dieser Rolle?
Ja, ich bin jetzt der Erfahrenste im Moment. (lacht) Das heißt doch nur, dass ich nicht mehr so jung bin. Fakt ist, wir haben in der Offensive einen richtig guten Kader. Wir sind fünf gute Stürmer, mit Lennart Thy, der das in der Vorbereitung richtig gut macht, ist sogar ein sechster dazu gekommen. Aber das ist nur positiv. Wenn du eine gute Saison spielen willst, wenn du eine Topmannschaft bist, brauchst du einen großen ausgeglichenen Kader.

Ist Werder in deinen Augen in diesem Jahr eine Top-Mannschaft?
(grinst angriffslustig) Kein Zweifel! In jedem Jahr, das ich für Werder gespielt habe, waren wir eine Top-Mannschaft. Und so wird das in diesem Jahr auch, oder will mir da einer widersprechen.

In Donaueschingen notiert von Michael Rudolph