Affolter im Gespräch: Ein Traum geht in Erfüllung

Am Mittwoch noch das Weser-Stadion im Hintergrund, am Samstag möglicherweise mittendrin: Neuzugang Francois Affolter.
Profis
Mittwoch, 25.01.2012 // 15:22 Uhr

Hallo Francois, herzlich willkommen in Bremen. Für dich ist es der erste große Wechsel in deiner Karriere. Wie fühlt es sich an?

Francois Affolter ist der erste Winter-Neuzugang des SV Werder. Der schweizer Nationalspieler wechselt vom BSC Young Boys an die Weser. WERDER.DE begleitete den 20-Jährigen am Mittwochmorgen zu der medizinischen Untersuchung und kam mit dem Innenverteidiger dabei ins Plaudern.

Francois Affolter: Es ist ein schönes Gefühl. Das öffentliche Interesse an meiner Person und dem Verein ist hier sehr hoch. Der Wechsel nach Bremen und in die Bundesliga ist eine große Chance für mich. Hier sind die Stadien immer ausverkauft und die Liga ist sehr stark. Es ist ein Traum hier zu sein.

Gibt es große Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz, die du jetzt schon bemerkt hast?

Francois Affolter: Nein, das würde ich nicht sagen. Die Menschen sind hier sehr ähnlich. Alle waren bisher offen und freundlich und auch das Wetter ist hier nicht sehr viel anders, als in der Schweiz. Allerdings war ich bis gestern Morgen noch mit meinem Ex-Klub Young Boys im Trainingslager in Spanien - da war es sonnig und warm (lacht).

An Sonne und warme Temperaturen solltest du dich nicht gewöhnen. Schließlich bist du seit gestern Abend in Bremen. Ist es für dich der erste Besuch in Deutschland?

Francois Affolter: Nein, in meiner Schulzeit war ich schon mal zu einem Austausch. Damals irgendwo bei Bayern. Wie die Stadt genau heißt, weiß ich im Moment nicht. Aber ich weiß noch, dass ich die Menschen wegen ihres Dialekts schwer verstanden habe.

Dich zu verstehen ist aber überhaupt kein Problem - du sprichst sehr gut Deutsch.

Francois Affolter: Danke. Ich habe die Sprache während meiner Schulzeit gelernt. Da habe ich auch Englisch gelernt und kann ein bisschen Italienisch. Meine Muttersprache ist aber Französisch und in meinem Elternhaus wird auch nur diese Sprache gesprochen.

Begleiten dich deine Eltern hierher?

Francois Affolter: Bisher hatte ich kaum Gelegenheit derartige Dinge mit ihnen zu besprechen. Ich bin momentan alleine hier, gehe aber davon aus, dass sie mich - zusammen mit meinem Bruder - oft besuchen werden. Ihren Stolz und die Unterstützung spüre ich auch so.

Hast du vorher schon etwas über deine neue Wahlheimat gehört?

Francois Affolter: Von der Stadt habe ich bislang nichts gehört. Aber von Werder schon - ich weiß, dass sich junge Spieler hier gut weiterentwickeln können.

Und wie ist dein erster Eindruck von Bremen?

Francois Affolter: Einen Dialekt haben die Leute hier zumindest nicht (lacht)! Gesehen habe ich von der Stadt aber natürlich noch nicht viel. Ich bin gestern Abend direkt ins Bett gegangen, weil ich sehr müde war. Heute Morgen habe ich dann kurz die Kollegen begrüßt und war bei der medizinischen Untersuchung.

Im Stadion warst du demnach schon?

Francois Affolter: Ja, ich war in der Kabine und bin dann einmal durch den Innenraum gegangen. Das Stadion ist wirklich schön. Vor allem der Rasen ist in einem super Zustand.

Wächst da die Vorfreude auf einen möglichen Einsatz am Samstag gegen Leverkusen?

Francois Affolter: Die Vorfreude ist riesig. Natürlich bin ich etwas aufgeregt, aber ich spiele immer besser, wenn ich positiven Druck spüre.

Solltest du spielen, würdest du möglicherweise direkt auf alte Bekannten treffen.

Francois Affolter: Stimmt. Bei Leverkusen gibt es auch zwei Schweizer - Derdiyok und Barnetta. Beide kenne ich aus der Nationalmannschaft.

Trainer der Schweizer Nationalmannschaft ist mit Ottmar Hitzfeld ebenfalls jemand, den man in Deutschland bestens kennt. Hast du ihn nach seiner Meinung über Werder gefragt?

Francois Affolter: Dafür ging das alles zu schnell. Aber Ottmar Hitzfeld hat mir eine SMS geschrieben und mir gesagt, dass Werder eine gute Wahl für mich ist.

Das Interview führte Dominik Kupilas