Europa League in weite Ferne gerückt

Die Werder-Profis verließen niedergeschlagen den Platz der Mercedes Benz Arena. Das Ziel Europa League ist nach der Niederlage in weite Ferne gerückt.
Profis
Freitag, 13.04.2012 // 23:30 Uhr

Mit der Niederlage in Stuttgart ist das Saisonziel Europa League in so weite Ferne gerückt, dass es nicht jeder Werderaner am Freitagabend noch sehen konnte. Der Rückschlag bei den Schwaben war heftig, das war jedem Spieler-Interview anzumerken.

Kapitän Clemens Fritz stand sichtlich geknickt vor den Kameras. „Es war heute schon vor dem Spiel jedem klar, wenn wir hier nicht gewinnen, dass im Hinblick auf die Europa League nicht mehr viel möglich sein wird. Wir haben in der Rückrunde schon so viel Punkte liegen lassen, dass man das Ziel so nicht erreichen kann. Sicherlich ist es rechnerisch noch möglich, aber wenn wir so auftreten wie heute, dann habe ich daran auch keinen Glauben mehr." Fritz, dem jeder Satz schwerfiel, sagte weiter: „Es ist schwierig, dafür eine Erklärung zu finden. Dass wir mit so vielen jungen Spielern antreten müssen, kann auch nicht zählen. Egal, ob jung oder alt, wir haben alle dieses Ziel gehabt, jeder von uns hätte mehr bringen müssen."

Torhüter Tim Wiese stellte sich ebenfalls den Fragen der Reporter. Er hielt fest: „Es ist nicht einfacher geworden, die Europa League doch noch zu erreichen. Das Restprogramm hat es in sich und die Voraussetzungen sind denkbar schlecht." Mittelfeldspieler Marko Marin, der vor der Partie zu den zuversichtlichen Werderanern zählte, räumte ein: „Das mit dem Optimismus hat sich nach diesem Spiel geändert. Jetzt ist es nur noch ganz schwer möglich. Man muss feststellen, es sieht nicht gut aus."

Geschäftsführer Klaus Allofs blieb ebenfalls realistisch genug, um die tabellarischen Konsequenzen aus der bitteren Niederlage abzuleiten. „Wir geben die Europa League jetzt noch nicht auf, wir wollen die restlichen Spiele gewinnen, aber auf dieser Grundlage fällt es schon schwer große Hoffnungen zu entwickeln." Allofs richtete den Fokus auch auf die kommende Spielzeit, egal ob mit internationalen Aufgaben oder nicht. „Ich schaue jetzt weniger auf die Europa League, als viel mehr auf die nächste Saison. Es steht fest, dass wir Veränderungen vornehmen müssen. Für Details ist das hier in Stuttgart aber der falsche Ort und so kurz nach einem Spiel die falsche Situation. Aber wir werden an einer Mannschaft arbeiten, die nicht mehr diese extremen Schwankungen zeigt. Wir werden mittelfristig eine Mannschaft haben, die wieder oben mitspielen wird. Die ersten Schritte dahin haben wir in dieser Saison gemacht. Wir haben viele junge Leute dabei, die sich entwickeln werden."

Allofs weiter: „Wenn es so kommen sollte, dass wir die internationalen Startplätze nicht erreichen, dann muss man sagen, okay, es wäre wunderbar gewesen. Es hätte die Arbeit erleichtert, die Entwicklung der Spieler beschleunigt, aber die Arbeit, die vor uns liegt ist auch ohne die Europa League zu schaffen. Wir kommen in keine dramatische Situation."

 

Von Michael Rudolph und Dominik Kupilas