Affolter: Messi ja oder nein?

Könnte am kommenden Mittwoch das Werder-Trikot gegen das Schweizer Dress tauschen: Francois Affolter.
Profis
Mittwoch, 22.02.2012 // 17:37 Uhr

Die Partie, die in Bern stattfindet, wäre für den jungen Schweizer in Bremer Diensten ein weiterer wichtiger Schritt, um sich mit den Besten der Welt messen zu können. „Das wird ein guter Test. Wir haben gegen Argentinien die Möglichkeit, auch als Team besser zu werden und uns auf ein neues Niveau zu schrauben", so Affolter. Gerade für den 20-Jährigen könnte es dabei zu einem ganz besonderen Duell kommen: Lionel Messi, dreimaliger Weltfußballer des Jahres, steht im Aufgebot der Argentinier. „Ich freue mich auf Messi. Er ist der beste Fußballer der Welt, ich habe ihn häufig am Fernseher beobachtet. Es wäre einfach nur toll, gegen ihn persönlich spielen zu können", sagt der Schweizer Nationalverteidiger.

Die kommende Nacht wird eine entscheidende für Francois Affolter. Der Nationaltrainer der Schweiz, Ottmar Hitzfeld, wird am Donnerstag sein endgültiges Aufgebot für das Länderspiel gegen Argentinien (Mittwoch, 29.02.2012, 20.30 Uhr) bekanntgeben. Im vorläufigen Aufgebot steht Werders Schweizer bereits. Die Chancen, gegen Messi und Co. spielen zu dürfen, stehen gut. „Ein bis zwei Verteidiger sind verletzungsbedingt nicht dabei, das verbessert natürlich meine Aussichten", weiß Affolter.

Doch wie stoppt man diesen Weltklasse-Mann? Einer, der es wissen könnte, ist Claudio Pizarro. Ebenfalls Südamerikaner, auch mit einer eingebauten Torgarantie. „Keine Chance! Messi kann man nicht verteidigen, selbst Francois nicht", macht „Piza" dem jungen Schweizer wenig Hoffnung. Vom Teamkollegen gibt es also keinen Tipp, da hilft nur noch der Sprung ins kalte Wasser. „Ich müsste 90 Minuten hochkonzentriert spielen. Ein wenig Übung, wie man gegen Südamerikaner verteidigt, habe ich ja hier in Bremen durch Claudio. Auch in Bern hatte ich zwei Mitspieler aus Venezuela. Sie sind alle technisch versiert, unheimlich stark am Ball und können sehr gut dribbeln. Darauf werde ich mich einstellen", hat sich Affolter bereits einen Plan zurechtgelegt.

Sollte der Schweizer endgültig berufen werden, wäre es nach über einjähriger Abstinenz wieder mal eine Nominierung in der „Nati". Zuletzt spielte Affolter am 09.02.2011 beim 0:0 auf Malta. Danach folgten weitere Auftritte in der U 21, vor allem die Europameisterschaft im letzten Sommer in Dänemark stand im Fokus. Sein Debüt im „A-Team" feierte Francois Affolter im August 2010, ausgerechnet gegen den Nachbarn Österreich. „Ich war 19 Jahre alt, was für die Position des Innenverteidigers ein sehr junges Alter ist. Daher war meine erste Nominierung eine große Überraschung für mich. Ich stand gleich 90 Minuten auf dem Platz. Der Trainer meinte im Anschluss: ‚Francois, du hast gut gespielt'. Das hat mich unheimlich gepusht", erinnert sich der SVW-Abwehrmann.

Sollte Affolter am Mittwoch gegen Argentinien wieder zum Einsatz in der A-Nationalmannschaft kommen, wäre es sein fünftes Länderspiel für die Schweiz. Im Gleichschritt bewegt sich der „Ex-Young Boy" dabei mit seinem jetzigen Klub. Vier Spiele bestritt er seit seinem Wechsel im Werder-Trikot. „Ich hoffe, dass im Verein und in der Nationalmannschaft ganz viele Matches hinzukommen werden. Ich glaube aber, dass ich für Werder bald schon mehr Spiele bestritten haben werde, als für die Schweiz", sagt Affolter mit einem Schmunzeln.

Während der fünfte Einsatz für die Schweiz noch nicht 100-prozentig gesichert ist, muss sich der Innenverteidiger über eine Nominierung für den Bundesliga-Kader keine Gedanken machen. Gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag ist ihm ein Platz nicht zu nehmen, es sei denn, der 20-Jährige verletzt sich. Zu einem vorzeitigen Wiedersehen wird es im Weser-Stadion aller Voraussicht nach mit Landsmann Timm Klose kommen. Beide kennen sich aus gemeinsamen U 21-Zeiten sowie aus Duellen in der schweizerischen AXPO Super League. „Bei der U 21-EM in Dänemark waren wir drei Wochen zusammen. Dort haben wir uns besser kennengelernt. Ich freue mich, ihn wiederzusehen und hoffe für ihn, dass er auflaufen wird. Er hatte 2011 ein tolles Jahr", lobt der drei Jahre jüngere Affolter seinen ehemaligen U 21-Kollegen.

Auch beim Nürnberger Klose ist eine gewisse Vorfreude spürbar. „Ich habe gegen ihn und mit ihm gespielt - gegen ihn mit Thun gegen Bern und mit ihm in der U21-Nationalmannschaft. In Dänemark hat er das erste Spiel und ich habe die weiteren Spiele auf der Innenverteidiger-Position bestritten. Leider haben wir nie zusammen gespielt. Wir verstehen uns - trotz der Konkurrenzsituation - sehr gut. Er ist ruhig und lustig, ich schätze ihn als Mensch. Ich freue mich, ihn am Samstag wiederzusehen, und eins ist klar: Den Trikottausch werde ich mit ihm vollziehen", frohlockt Klose. Abgeneigt wäre das Schweizer Innenverteidiger-Pendant auf Bremer Seiten beim Angebot des Jersey-Wechsels nicht: „Wenn er mich fragt, dann darf er das Trikot gerne haben. Die drei Punkte bleiben aber in Bremen", gibt Affolter mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

von Timo Volkmann