Tränen, Wehmut, Emotionen - sechs Werderaner verabschiedet

Tränen zum Abschied: Für Tim Borowski war es nach 15 Jahren bei Werder die letzte Saison im Profi-Trikot.
Profis
Samstag, 05.05.2012 // 19:52 Uhr

Für sechs Werder-Profis war die Partie gegen den FC Schalke nicht nur das letzte Spiel der Saison, sondern das letzte im Dress des SV Werder. Tim Wiese, Tim Borowski, Marko Marin, Mikael Silvestre, Markus Rosenberg und Lennart Thy wurden vor dem Anpfiff vom Verein und nach dem Schlusspfiff vom Publikum gebührend verabschiedet - Momente, die unter die Haut gehen.

Besonders gerührt zeigte sich Tim Borowski, der seinen Gefühlen freien Lauf ließ. „Das ist ein ganz besonderer Tag für mich. Das war mein letztes offizielles Spiel für Werder und ein sehr emotionaler Abschied. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so emotional wird und sogar Tränen fließen", so „Boro", der insgesamt 15 Jahre für die Grün-Weißen spielte. "Da spielt jetzt schon eine Menge Wehmut mit rein, wenn einem bewusst wird, dass nun offiziell Schluss ist", so der Mittelfeldspieler, der noch dankende Worte los werden wollte. „Ich bedanke mich bei meiner Familie, den Fans und dem Trainerstab für die Unterstützung und den tollen Abschied", so Borowski.

„Ein großer Dank gilt aber auch Thomas Schaaf. Ich wäre schon froh gewesen, überhaupt im Kader zu stehen. Dass ich dann auch noch in der Startelf stand und mich so von den Fans verabschieden konnte, war super. Ich habe dem Trainer viel zu verdanken. Er hat mich damals als Chefcoach der Amateure gefördert. Wir sind mit der U-23 Meister geworden und auch als Profi hatte ich bei Werder viele tolle Momente. Ich war dabei, als wir das Double gewonnen haben und hatte die Möglichkeit, Champions League zu spielen."

Am Samstag spielte Borowski die ersten 45 Minuten, wurde zur Pause ausgewechselt. "Danach bin ich erstmal kalt duschen gegangen und hab mich dann in den Tunnel gestellt. Da kamen schon viele Erinnerungen hoch. Als die Fans mich dann auch noch gefordert haben und mich so toll verabschiedet haben, war ich schon ziemlich aufgewühlt."

Trainer Thomas Schaaf begründete den Einsatz von "Boro", der in dieser Bundesliga-Saison bislang noch nicht auf dem Platz stand, mit seiner guten Trainings-Leistung: "Er hat in der Woche im Training einen sehr guten Eindruck hinterlassen und unser Spiel gestaltet. Deswegen haben wir uns für ihn entschieden."

Wie es beim Ex-Nationalspieler nun weitergeht, konnte er am Samstag noch nicht beantworten. „Das wird sich in der Sommerpause entscheiden. Aber es ist eine Option, dass ich bei Werder eine Karriere im Trainerstab beginne. Ich bin Bremer, fühle mich hier sehr wohl und bin dem Verein total verbunden. Jetzt wollen wir aber erstmal die Saison zu Ende bringen, denn es stehen ja noch Testspiele an. Anschließend setze ich mich mit meiner Frau zusammen und wir besprechen, wie es weitergeht."

Wie es bei Tim Wiese weitergeht, ist indes bekannt. Der Nationalkeeper wechselt zu 1899 Hoffenheim. Doch daran wollte der Schlussmann am Samstag noch nicht denken, sondern genoss den Moment. Gemeinsam mit seiner Tochter Alina saugte Tim Wiese die letzten Minuten im Weser-Stadion auf. Für den gebührenden Abschied sorgten dabei die Fans mit „Wiese, Wiese"-Sprechchören. „Ich hatte sieben tolle und erfolgreiche Jahre hier und bin traurig, dass diese Zeit nun vorbei ist. Es sind viele schöne Momente hängen geblieben. Wir haben Champions League gespielt, den Pokal gewonnen. Besonders die Nordderbys gegen den HSV bleiben mir auch in Erinnerung. Und natürlich die Fans. Wie die mich heute hier verabschiedet habe - das ist schon einmalig."

Sichtlich angetan vom Abschied war auch Markus Rosenberg: "Ich bin traurig, dass ich nun gehen muss. Ich nehme viel mit aus meiner Zeit bei Werder. Meine Tochter ist hier in Bremen geboren und ich habe lange in dieser Stadt gelebt", so der Schwede.

Doch nicht nur Wiese, Rosenberg und Co. waren betrübt über das Ende. "Die Abschiede waren sehr emotional und traurig, auch für mich. Wir haben sehr wichtige Spieler verabschiedet, die viele Jahre bei Werder waren. Ich wünsche ihnen alles Gute für die Zukunft, dass sie ihre Ziele erreichen und Gesundheit für sie und die Familien", so Pizarro.

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Ronja Bomhoff