Frings' Freistoßkracher: Ein einstudierter Schlusspunkt

Brüllte die Freude über den Siegtreffer in letzter Minute heraus: Werder-Kapitän Torsten Frings.
Profis
Samstag, 15.01.2011 // 18:57 Uhr

Alle 'Langen' waren in der Nachspielzeit noch einmal nach vorne gekommen. Per Mertesacker, Sebastian Prödl, Denni Avdic und Co. warteten auf einen Flankenball. ...

Alle 'Langen' waren in der Nachspielzeit noch einmal nach vorne gekommen. Per Mertesacker, Sebastian Prödl, Denni Avdic und Co. warteten auf einen Flankenball. Dieser folgte beim Freistoß von Marko Marin Sekunden vor dem Abpfiff aber eben nicht. Werders bester Assistgeber legte den Ball auf Kapitän Torsten Frings und der knallte das Leder aus über 20 Metern zum 2:1-Siegtreffer ins Netz der TSG Hoffenheim. Kurz danach pfiff Schiedsrichter Zwayer ab, der Werder-Sieg war perfekt.

"Diese Variante haben wir im Training geübt. Daher war ich nicht überrascht davon. Überrascht hat mich eher, dass der Ball dann auch im Tor gelandet ist", kommentierte ein erfreuter Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs das Siegtor des Käpt'ns, welchen er nach dem Abpfiff innig umarmte. Der Torschütze selbst verriet nach dem Spiel seine Ansage an Marko Marin kurz vor dem Freistoß. "Ich habe ihm gesagt: 'Leg mir den Ball einfach auf, damit ich schießen kann.' Da hat er gut auf mich gehört." Lob gab es hinterher auch von Cheftrainer Thomas Schaaf für Werders Nummer 22: "Torsten hat heute wieder all die Dinge abgeliefert, für die er steht: Einsatz, Gegenwehr und die Eigenschaft, sich nicht alles gefallen zu lassen. Das alles hat er heute eindrucksvoll bewiesen."

Einmal mehr bewiesen hatte an diesem Nachmittag auch Claudio Pizarro seine exzellenten Torjägerqualitäten. In der 36. Minute legte der Peruaner mit seinem 136. Bundesliga-Tor den Grundstein für den Werder-Dreier. "Claudio sticht mit seiner Qualität heraus. Sein Fehlen war auch ein Grund dafür, dass wir in der Hinrunde nach vorne nicht so erfolgreich gespielt haben. Aber an seiner Seite werden auch unsere jungen Offensivspieler wie Marko Arnautovic, Sandro Wagner oder Denni Avdic immer besser werden."

Kompromissloser Silvestre

Während nach dem Spiel vor allem Matchwinner Torsten Frings von allen Seiten geherzt wurde, bekam aber auch Mikael Silvestre viel Lob. Stark und entschlossen im Eins-gegen-Eins, sicher beim Passpiel. Der Franzose zeigte als Linksverteidiger eine weitere tadellose Leistung im Werder-Trikot. "Bereits sein letztes Spiel gegen Eintracht Frankfurt war schon gut. Danach war er verletzt und konnte diese Leistung somit bisher nicht bestätigen. Heute hat er darauf aber aufgebaut und wieder eine starke Leistung abgeliefert", sagte Klaus Allofs. Der Verteidiger selbst freute sich neben dem Sieg ebenso über das Lob für seinen Auftritt. "Ich habe mein bestes gegeben und fühle mich einfach sehr gut", so der Franzose bescheiden. Dieses gute Gefühl hatten spätestens nach Torsten Frings' Freistoßkracher bis auf die anwesenden Hoffenheimer alle Zuschauer im Weserstadion.

Von Timo Sczuplinski, Marco Niesner und Dominik Kupilas