„Im Fußball kann alles sehr schnell gehen“, sagt Lennart Thy im Hinblick auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz am Samstag, 11.12.2010, beim Auswärtsspiel der Werderaner gegen Herbstmeister Borussia Dortmund. Wie schnell es gehen kann, erlebte der 18-Jährige am Freitag am eigenen Leib. „Als ich um 14.30 Uhr aus der Schule gekommen bin, habe ich eine SMS von Thomas Wolter bekommen, in der stand, dass ich in einer Stunde am Bahnhof sein soll um mit den Profis nach Dortmund zu fahren“, verrät der 18-Jährige, der sich sehr über die kurzfristige Berufung in das Aufgebot der Grün-Weißen gefreut hat. „Eigentlich sollte ich am Samstag bei der U19 spielen und deshalb habe ich gar nicht damit gerechnet. Umso größer war deshalb meine Freude.“

Damit, dass er beim Topspiel des 16. Bundesliga-Spieltags auch noch sein Bundesliga-Debüt feiern durfte, hatte der gebürtige Frechener nicht gerechnet. „Dass ich dann auch noch zum Einsatz gekommen bin, war schon etwas Besonderes“, verrät Thy, für den es von der Schulbank auf die "Bundesliga-Bühne" ging. „Anfangs war ich schon etwas nervös vor so einer Kulisse zu spielen.

Die Stimmung war atemberaubend und ich bin sehr glücklich, dass ich dort zu meinem ersten Einsatz in der Bundesliga gekommen bin“, beschreibt der Offensivmann, der vor knapp zwei Wochen beim Champions-League-Auswärtsspiel in London sein Profi-Debüt im Trikot der Grün-Weißen gab,  seine Gefühlslage beim ersten Bundesliga-Einsatz. „Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Die Champions League ist im Vereinsfußball zwar das Größte und, dass ich in Tottenham eingewechselt wurde, war eine riesengroße Ehre und ein absoluter Vertrauensbeweis vom Trainer“, so Thy, für den „das Spiel am Samstag aber mindestens genauso schön war.“

Ob er beim letzten Bundesliga-Spiel am Samstag, 18.12.2010, gegen den 1. FC Kaiserslautern ebenfalls wieder zum Bremer Aufgebot gehört, weiß Lennart Thy indes noch nicht. „Ich setze mich jetzt auch nicht unter Druck, sondern nehme es so, wie es kommt. Wenn ich am Wochenende für den Kader vorgesehen bin, dann würde ich mich natürlich nicht dagegen wehren", sagt der Junioren-Nationalspieler und fügt bescheiden an: "Wenn nicht, dann konzentriere mich voll auf das Spiel der U 23 in Regensburg." Denn egal ob im Weser-Stadion oder in Regensburg "sind die drei Punkte wichtiger, als ein Einsatz von mir in der Bundesliga", stellt der U17-Europameister und EM-Torschützenkönig 2009 den Erfolg der Mannschaft in den Vordergrund.

von Dominik Kupilas