Wille und Einsatz gut, Ertrag zu gering

Dieser Freistoß aus 16 Metern von Marko Marin landete knapp über dem Kasten von Hannover 96. Es wäre die Führung für Werder in der Schlussphase gewesen.
Profis
Sonntag, 13.02.2011 // 20:50 Uhr

Bedingungsloser Einsatz, ein Eckenverhältnis von 11:3, 67 Prozent Ballbesitz - doch am Ende ‚nur‘ ein Punkt für Werder im „kleinen" Nordderby gegen Hannover 96. „Die Mannschaft hat das heute...

Bedingungsloser Einsatz, ein Eckenverhältnis von 11:3, 67 Prozent Ballbesitz - doch am Ende ‚nur‘ ein Punkt für Werder im „kleinen" Nordderby gegen Hannover 96. „Die Mannschaft hat das heute gut gemacht, aber in unserer Situation ist dieser eine Punkt zu wenig. Es war heute weder ein Fortschritt, noch ein Rückschritt, denn wir treten in der Tabelle auf der Stelle", konstatierte Geschäftsführer Klaus Allofs. Noch deutlicher machte es Sebastian Mielitz, der als Vertreter des gesperrten Tim Wiese erneut eine starke Leistung zeigte: „Unentschieden bringen uns momentan nicht weiter, wir müssen langsam wieder Siege einfahren", so der 21-Jährige. Und auch Per Mertesacker, der für den Ausgleich sorgte, war mit der Punkteausbeute nicht zufrieden. „Das 1:1 ist heute auf jeden Fall zu wenig. Wir wollten unbedingt gewinnen", erklärte Merte".

„Man hat gesehen, dass wir alles versucht haben. Durch das Gegentor haben wir uns aber selber in eine schlechte Position gebracht, denn bis dahin haben wir es sehr gut gemacht und es geschafft, den Gegner in Not zu bringen", analysierte Thomas Schaaf. „Wir haben die Szenen zwar gut vorbereitet und bis zum Strafraum sah das auch sehr gut aus, aber wir haben es nicht richtig zu Ende gebracht", ärgerte sich der Cheftrainer der Bremer, der seine Spieler aber vor allem für den tollen Einsatz lobte. „Beim Willen und dem Einsatz kann man der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Aber man hat gesehen, dass noch nicht alles klappt." Gästetrainer Mirko Slomka hatte ebenfalls lobende Worte für die Grün-Weißen parat. „Das war heute eine körperlich sehr präsente Bremer Mannschaft, die einen ganz starken Auftritt gehabt hat", so der Trainer der 'Roten'.

Vor allem beim Gegentreffer durch Didier Ya Konan war die Bremer Hintermannschaft jedoch nicht präsent. „Bei dem Tor haben wir uns ein bisschen aufeinander verlassen und wurden deshalb etwas überrumpelt", beschrieb Per Mertesacker den Treffer des Ivorers. „Wir sind zu einfach in Rückstand geraten", ärgerte sich Clemens Fritz, der wie die Teamkollegen weite Wege gegangen ist und unermüdlich gekämpft hat. „Man hat heute wieder gesehen, dass wir wollten. Wir sind marschiert, haben unheimlich hohen läuferischen Aufwand betrieben und können auf der Leistung aufbauen. Unten in der Bundesliga ist alles sehr, sehr eng beieinander, ein Sieg wäre daher wichtig gewesen", so der Außenverteidiger.

Auch in den kommenden Wochen rechnet Torsten Frings mit eben solchen engen Spielen. „Wir wissen, dass wir in einer ernsten Lage stecken und aufpassen müssen, nicht auf einen Abstiegsplatz zu rutschen", machte der Kapitän deutlich und warnte: „Es wird jetzt jeden Spieltag sehr eng sein, deshalb müssen wir uns ganz auf uns konzentrieren. Aber wenn wir so weiterkämpfen, dann gewinnen wir bald auch wieder." Davon ist auch Clemens Fritz überzeugt. „Wir haben gesehen, dass jeder für den anderen gekämpft hat. Das brauchen wir auch in den kommenden Wochen."

Dass in der kommenden Woche das nächste Nordderby ansteht, spielt für Cheftrainer Thomas Schaaf und Co. dabei jedoch keine Rolle. „Für uns ist eine Situation da, dass man nicht so sehr nach rechts und links schaut, sondern sich darauf konzentriert, die Dinge umzusetzen. Deshalb ist es im Moment auch nicht wichtig, wer uns gegenübersteht. Wir sind voll auf uns konzentriert", so der 49-Jährige, der weiß, dass „die Arbeit jetzt nicht aufhört. Uns ist klar, dass wir uns da nur selber rausziehen können", zeigte sich Schaaf auch nach dem Abpfiff kämpferisch.

von Dominik Kupilas und Marco Niesner