Noch nicht am Ziel, aber ein großer Schritt

Werder siegt am Millerntor mit 3:1. Die Grün-Weißen sind damit seit nunmehr acht Spielen ungeschlagen und haben einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht.
Profis
Samstag, 23.04.2011 // 20:22 Uhr

Werder ist das achte Spiel in Folge ungeschlagen. Nach zuletzt drei Unentschieden, gab es beim FC St. Pauli den erhofften Dreier. Mit nun 38 Punkten rangieren die Werderaner auf dem elften Tabellenplatz und haben vor den Sonntagsspielen acht Punkte ...

Werder ist das achte Spiel in Folge ungeschlagen. Nach zuletzt drei Unentschieden, gab es beim FC St. Pauli den erhofften Dreier. Mit nun 38 Punkten rangieren die Werderaner auf dem elften Tabellenplatz und haben vor den Sonntagsspielen acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Die Freude und die Erleichterung über den Erfolg waren bei allen Beteiligten nach Spielschluss in der Mixed-Zone zu spüren. Dennoch will man sich im grün-weißen Lager noch nicht zum Klassenerhalt gratulieren lassen. „Das Rennen geht weiter", sagt Cheftrainer Thomas Schaaf und verweist dabei auf die drei noch ausstehenden Spiele. Über die neun noch zu holenden Punkte, die deutliche Leistungssteigerung der Werderaner in Hälfte zwei und den Ausblick auf den Saisonendspurt äußerten sich Thomas Schaaf, Klaus Allofs, Tim Wiese und einige andere.

Thomas Schaaf: „Wichtig war, dass wir in der zweiten Halbzeit vieles geändert haben und das eigentlich von der ersten Sekunde an. Wir haben den Gegner laufen lassen und uns selbst besser in Position gebracht. Wir mussten zwar noch zwei Situationen überstehen, wo wir uns selbst in Not gebracht haben. Haben dann aber die Tore gemacht und gesehen, dass, wenn wir uns richtig bewegen, wir einen guten Fußball anbieten können. Wichtig ist jetzt, die Konzentration hochzuhalten und von Spiel zu Spiel zu schauen. Das Rennen geht weiter."

Clemens Fritz: „Jeder von uns weiß, wie wichtig der Erfolg heute war. Die Erleichterung ist groß, weil wir doch viele Remis in den letzten Wochen dabei hatten. Rechnerisch ist der Abstieg natürlich noch möglich, wir haben aber jetzt zwei Heimspiele vor der Brust und müssen da noch ein paar Pünktchen holen."

Per Mertesacker: Wir hatten in der zweiten Halbzeit mehr Spaß am Spiel. Jetzt wollen wir in der nächsten Woche gegen Wolfsburg alles klarmachen.

Philipp Bargfrede: „Der Abstieg ist theoretisch noch möglich, deshalb müssen wir nächste Woche nachlegen. Aber der Sieg heute war auf jeden Fall ein wichtiger Schritt."

Klaus Allofs: „Zum Sieg lass ich mir gern gratulieren, zum Klassenerhalt aber noch nicht. Wenn man die Ergebnisse auf den anderen Plätzen sieht, weiß man, wie wichtig der Erfolg hier war, um in den kommenden Wochen nicht unter Druck zu geraten. In der zweiten Hälfte haben wir unsere Fähigkeiten ausgespielt, bei vielen wurde die Leistung dann besser. In der ersten Hälfte hat die Entschlossenheit gefehlt, wir haben anfangs die falschen Mittel gewählt. Theoretisch ist der Abstieg aber noch möglich, deshalb kann ich noch keine Entwarnung geben, aber dann müsste schon viel schief laufen. Wir wollen in den drei ausstehenden Spielen noch neun Punkte holen, dann können wir mit einem Auge auch noch auf die Plätze vor uns schielen. Wir haben aber noch kein Grund Hurra zu schreien."

Tim Wiese: „Wir sind in der zweiten Halbzeit besser in die Zweikämpfe gekommen, haben Pauli gar nicht mehr ins Spiel kommen lassen. 38 Punkte sind ein gutes Polster. Die Saison ist verrückt, aber ich denke, dass wir da unten raus sind. Wir haben jetzt noch zwei Heimspiele, wovon wir eins auf jeden Fall gewinnen sollten."

Den Paulianern hingegen steht am kommenden Wochenende das wohl entscheidende Spiel beim 1.FC Kaiserslautern bevor. Nach der Spielanalyse des 1:3 gegen die Werderaner, will Trainer Holger Stanislawski sein Team in der kommenden Woche auf das Abstiegsendspiel vorbereiten.

Stanislawski: „Ich werde den Jungs die zweiten 45 Minuten morgen früh noch einmal zeigen. So eine Halbzeit kann ich als Trainer nicht tolerieren. Alles, was in unserem Spiel in der ersten Halbzeit vernünftig war, haben wir mit Anpfiff der zweiten Hälfte vermissen lassen. Wir haben keinen Druck mehr entwickelt und haben den Glauben an den Erfolg verloren. Wir haben keine Zweikämpfe mehr gewonnen. Wenn man die Bremer mit ihrer individuellen Qualität dann aber auch kombinieren lässt und einen gewissen Sicherheitsabstand lässt, dann musst du laufen. Ich kann jetzt aber auch nicht die ganze Woche auf die Jungs einknüppeln, wir werden uns professionell auf unser Endspiel in Lautern vorbereiten.

 

Vom Millerntor berichten Marco Niesner und Dominik Kupilas