Enttäuscht und frustriert nach erneuter Auswärtspleite

Fassungslos über die vergangenen 90 Minuten: Die Werder-Profis Marko Marin, Clemens Fritz, Petri Pasanen und Per Mertesacker (v.links).
Profis
Samstag, 22.01.2011 // 22:31 Uhr

Fassungslos, mit versteinerten Mienen, hängenden Köpfen und enttäuscht über die eigene Leistung schlichen die Werder-Profis nach der 0:3-Niederlage beim 1. FC Köln in die Kabine. „Wir sind sehr enttäuscht und frustriert", fasste Thomas Schaaf den Ärger über die vorangegangen 90 Minuten im RheinEnergieStadion zusammen. „Wir hatten uns viel vorgenommen, haben unter der Woche intensiv und gut gearbeitet und wollten möglichst viel von dem mitnehmen, was wir im Spiel gegen Hoffenheim gut gemacht haben. Das ist uns in keiner Phase und keiner Sekunde gelungen", fand der Cheftrainer deutliche Worte und fuhr fort: „Köln hat das hervorragend gespielt und wir haben brav mitgemacht - ohne Gegenwehr, ohne Aufbäumen."

Diesen Worten des Bremer Coaches pflichtete auch Klaus Allofs bei. „Wir waren heute absolut nicht im Bilde und wussten nicht, was gefordert war. Ich bin total enttäuscht, weil wir das vor einer Woche noch sehr viel besser gemacht haben", so der Geschäftsführer. „Die Art und Weise, wie wir uns präsentiert haben, hat mich geärgert. Der FC hat das hingegen sehr gut gemacht. Die Kölner haben uns gezeigt, mit welcher kämpferischen Einstellung man in solch eine Partie gehen muss. Uns steht ein schwieriger und weiter Weg bevor." Auch Clemens Fritz konnte die Leistung der Grün-Weißen kurz nach dem Abpfiff nicht erklären. „Ich bin total überrascht, wie wir uns heute präsentiert haben. Wir haben mit dem Sieg letzte Woche gegen Hoffenheim einen guten Start hingelegt und heute alles wieder kaputt gemacht", ärgerte sich der Außenverteidiger und suchte nach Ursachen: „Wir haben in der Woche gut gearbeitet, aber heute nichts davon umgesetzt. Keiner von uns ist heute auch nur annähernd an seine Leistungsgrenze herangekommen. Köln hat es uns vorgemacht. Sie sind gerannt und früh draufgegangen. Die Niederlage macht uns schon Angst und Bange", so der 30-Jährige.

Noch deutlicher machte es Tim Wiese. „Wir sind heute nur nebenhergelaufen. Ich bin total enttäuscht darüber, was wir heute abgeliefert haben. Wir haben die falsche Körpersprache an den Tag gelegt. Es ist unerklärlich, wie das heute gelaufen ist. Wir sind einfach nicht in die Zweikämpfe gekommen", erklärte der Nationalkeeper. Was diese Niederlage bedeutet, ist allen Grün-Weißen bewusst. „Wir sind weiterhin unten drin und haben heute gegen eine Mannschaft verloren, die unter uns steht. Das ist ein bitterer Tag und ein riesen Rückschlag für uns", weiß Klaus Allofs. „Es sind einfache Mittel, mit denen man erfolgreich sein kann, aber wir sind nicht bereit über den Punkt hinweg zu gehen. Wir müssen in der kommenden Woche sehr intensiv trainieren, die Fehler ansprechen und es am kommenden Wochenende besser machen", zeigte sich der Geschäftsführer sehr enttäuscht.

„Wir müssen die Situation annehmen", fordert Clemens Fritz. „Es kann nicht sein, dass die ganze Saison eine Achterbahnfahrt wird. Uns fehlt die Leichtigkeit in unserem Spiel, was natürlich auch verständlich ist, denn unsere Brust ist momentan nicht gerade breit. Wir können uns heute nur bei unseren Fans entschuldigen. Sie sind an einem Samstagabend extra nach Köln gefahren und wir präsentieren uns hier unter aller Sau", so der Defensivmann. „Dass es jetzt gegen den FC Bayern geht, ist vielleicht ein Glücksfall", erwiderte der Geschäftsführer auf die Frage ob er mit einem unguten Gefühl an das anstehende Bundesliga-Spiel gegen den Rekordmeister denke, ergänzte dann aber: „Sie merken, dass ich Optimist bin. Wir sind heute nicht als Einheit aufgetreten, aber ich bin davon überzeugt, dass wir da besser auftreten werden, als heute", so Allofs wohlwissend, dass „es nicht mehr viele Mannschaften in der Bundesliga gibt, gegen die wir gewinnen, wenn wir so spielen wie heute." Optimistischer zeigte sich da Tim Wiese, der meinte, dass es noch 15 Spiele sind, "in denen wir nun versuchen sollten, so viele Punkte wie möglich zu holen." Am besten sollten die Grün-Weißen schon nächste Woche damit beginnen.

aus Köln berichten Dominik Kupilas und Marco Niesner