Tränen und Gänsehaut nach der "schönsten Zeit meines Lebens" - Pasanen und Jensen verabschiedet

Vor Spielbeginn überreichten Werders Geschäftsführer Klaus Fischer (l.), Klaus Allofs (Mitte) und Klaus Filbry (r.) einige Präsente an Petri Pasanen und Daniel Jensen.
Profis
Samstag, 07.05.2011 // 19:36 Uhr

Die offizielle Verabschiedung für Daniel Jensen und Petri Pasanen fand vor dem Spiel statt, doch die Tränen flossen erst nach dem Schlusspfiff. Der Finne stand im Mittelpunkt emotionaler Szenen, wie sie Außenstehende von ihm nicht erwartet hätten. Mehrfach wurde der Routinier bei der Ehrenrunde aus dem Mannschaftspulk heraus vor die Ostkurve gerufen, sein Trikot flog in die Reihen der treuesten Fans, die Stadionmoderatoren interviewten einen aufgelösten Verteidiger, der in seinem letzten Heimspiel noch einmal zum "Targobank Man of the Match" gewählt wurde.

Gefragt nach seinen Reaktionen auf diese Szenen, antwortete Petri mit seinem typischen Humor: "Die Reaktion der Fans zeigt, dass ich hier in den sieben Jahren etwas bewegt habe, dass sich die Leute mit mir identifiziert haben, aber vielleicht haben sie auch gefeiert, dass ich weg bin. Schließlich gehe ich und alle haben gute Laune." Natürlich wusste der Finne, die Wertschätzung richtig einzuordnen. "Sie honorieren, dass ich mir treu gewesen bin, dass ich immer ehrlich war. Dass sie mich so gefeiert haben, hat mir Gänsehaut bereitet."

Mit diesen emotionalen Szenen geht für Petri "die bisher schönste Zeit in meinem Leben zu Ende. Ich werde Werder immer in mir tragen. Hier ist sehr viel passiert, was viele Leute nicht wissen. Das Umfeld, die Stadt, das Stadion, und die Menschen rund um den Verein, das ist alles einmalig und hat zu dieser schönen Zeit beitragen."

Zu seiner sportlichen Zukunft konnte Petri Pasanen noch nichts sagen. "Ich gehe jetzt erstmal nach Hause und mache die Sauna an, dann wird es nach dem letzten Spiel sicher auch noch mal etwas für die Teamkollegen geben. Und alles andere, lasse ich auf mich zukommen. Ich kann noch keinen neuen Verein vermelden. (lacht). Jeder kann mich jetzt anrufen. Aber im Ernst, in dieser Sache sind einige Sachen am Laufen. Ich habe Leute, die sich darum kümmern."

Die Teamkollegen haben sich für den Finnen gefreut. Marko Marin stellvertretend für die Mannschaft: "Petri hatte sieben schöne Jahre hier. Was er hier draußen erlebt hat, dass zeigt, was für tolle Fans wir haben. Dass er so gefeiert wird, hat er sich verdient. Daniel und Petri müssen wir jetzt feiern."

Auch Klaus Allofs gab zu, dass der Abschied von dem Finnen nicht leicht fällt. "Petri hat einen schönen Abschluss bei uns. Er musste in den letzten drei Wochen mehr reden, als in den sechs Jahren zuvor. Ich habe ihn nur noch vor dem Mikrofon gesehen. Er wurde nicht für seine Interviews geschätzt, sondern für die sportlichen Leistungen. Er hat ohne zu murren alle Entscheidungen mitgetragen. Aber wir müssen auch Dinge verändern. Sicher ist es schade, weil wir nach sechs Jahren langsam den finnischen Humor begriffen haben und uns Petri jetzt verlässt."

Von Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Marco Niesner